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Der Orient · 1851-01-18 · Heft 3 (18.1.1851) · p. Seite 37-38

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 3 (18.1.1851)
Date
1851-01-18
Page
Seite 37-38 (sequence 5)
Language
German
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37 Landau's Moral u. Politik. Einhorn's die Revolution in Ungarn. 38 Ganzen vertilget. Die Existenz des Bösen kann also nicht aus der Liebe erklärt werden, ebensowenig die Bestrafung des Bösen. Dk-e Gerechtigkeit Gottes allein war im Anfänge der Schöpfung eine gesetzgebende und nach Entstehung des Bösen eine vollziehende. Daher ist die Idee Gottes nicht blos mit der Idee der Liebe, sondern auch mit der der Gerechtigkeit identisch. — Ferner ist es zwar eine unmittelbare Nöthlgung des Verstandes, eine Unendlichkeit und Zeittosigkeit als existent anzunehmen z als gäbe es Etwas im All, was unschaubar, daher unbegreiflich ist, doch ist es ein bloßes Wahrnehmrn des Absoluten (»rpo ]'{*). Die Vorstellung beruht aus einem zwingenden Grunde und verbürgt seine Wahrheit, sie ist jedoch ohne Gegenstand und daher eigentlich unerkennbar. . Phythagoras sagt: Wegen der Götter weiß ich nichts Gewisses anzugeben, ob welche sind oder ob keine sind. Sokrates sagt: er wisse nur, das; er nichts misse. Weiter reicht dieAnschauung des Geistes und der Gedanken nicht und daraus allem laßt sich die Politik natürlich nicht philosophisch erklären. Nur die Offenbarung lehrt uns, daß Liebe in Gemeinschaft mit Gerechtigkeit die unmittelbare Erkenntest von Gott geben, zusammen dem menschlichen Geiste sich als ein Ausfluß der Gottheit offenbaren und durch sich die Weihe zum ewigen Leben ihm geben. Kant sagt: „Furcht kann zwar zuerst Götter Hervorbringen, die Vernunft den Begriff von Gott." Der Begriff des Unendlichen geht über den Boden der Erfahrung hinaus und ist daher erkenntnißlos, nur der Begriff von Liebe und Gerechtigkeit macht uns mit dem Wesen Gottes vertraut. Durch das Selbstbewußtsein erkennen wir den ethischen Gott. Hierauf bezieht sich der hebräische Ausdruck y-p ein Wissen, welches sich auf unser Bewußtsein gründet und welches mit Gottosbewußtsein übereinstimmt. ' Dieses Wissen ist Mose zu Theil geworden bei Promulgirung der 13 Eigenschaften (Ex. 34,6.7.) Daher gebot David dem Salomo: „Erkenne (y-j) den Gott deines Vaters und diene ihm mit ergebenem Herzen und williger Seele. 1 Ehr. 28, 9. E-s ist dieses Wissen keine Wahrnehmung des Verstandes' aus der nie eine volle Begriffsbestimmung kommt und keine Erkenntniß sich herleiten laßt, sondern es ist ein Gewißsein der Vernunft. — *") Wenn nun Abraham, durch die irrige Auslegung des ihm gewordenen Befehles, statt den Sohn zur Priesterweihe bei einem Opfer zu führen, wozu die Vorsehung schon vorher einen Widder bestimmt hatte (Gen. 22. 13), ohne Unrersuchong und Nachforschung fernen Sohn selbst zum Opfer bringen wollte, obgleich er in Hinsicht der Ergebenheit und des Gehorsams in den Willen Gottes den künftigen Geschlechtern als Muster daftehl, so zeigte er dennoch durch seine Befangenheit in kindlichen Ideen, daß er noch nicht die wahre Erkenntniß von dem Namen Jehova hatte, welches die Offenbarung auch (Exod. 6. 5) bestätigt. S. Jes. Ha-Dat. Uebers. Fürstenthal 1. Bd. 3. Heft. pag. 70^71. (Fortsetzung folgt). 2) Die Revolution und die Juden in Ungarn. Nebst einem Rückblick auf die Geschichte der Letzteren. Von I. Einhorn. Bevorwortet von Dr. Jul. Fürst, Lehrer an der Univers. zu Leipzig. Leipzig, Carl Geibel, 1851, 8. Ein künftiger Geschichtschreiber der Jahre 1848—-51 wird des Stoffes wegen nicht in Verlegenheit sein, und es wird seme Arbeit um so gründlicher werden können, als es ihm an Vorarbeiten, die die Begebnisse dieser Zeit von den verschiedenen Parteiftandpunkten aus erzählen und beurtheilen, nicht fehlen wird. Als eine solche sehr schätzens- und beachtungswerthe Vorarbeit für den künftigen Schreiber der Geschichte der Revolution in Ungarn sehen wir die vorliegende Schrift an. Doch nicht für den Geschichtsforscher allein, sondern für jeden gebildeten Leser, den der heldenmüthige Kampf der Ungarn mit inniger Theilnahme erfüllte, wird sie eine ebenso belehrende als unterhaltende Lektüre bieten. In noch höherem Grade dürfte sie jedoch die israelitische Bevölkerung in Men deutschen Ländern interessiren. Denn vorzüglich wird in dieser Schrift die Betheiligung der Juden an der ungarischen Revolution dargestellt. Von besonderem Werthe aber halten wir die unbefangene, Leidenschaftlose, gediegene und meisterhafte Darstellung der Geschichte der Juden in Ungarn, von ihrem ersten Erscheinen daselbst bis auf die neueste Zeit. Hier finden wir manches Neue und Ueberraschende und den besten Aufschluß über die in der Lhat auffallende, heldenmüthige und ausdauernde Betheiligung der Juden an den Kämpfen in Ungarn. Mehr politischer als historischer Natur, und mehr die Gegenwart und Zukunft Ungarns, als die Vergangenheit berücksichtigend, ist die in demselben Verlage bereits in zweiter Auflage erschienene Schrift: „Die Conservativen in Ungarn und die Een tr al i sa ti o n. Zur Beleuchtung der ungarischen Zustände. Von einem Altliberalen." Mit geistreicher Feder schildert uns hier der Verfasser die Ereignisse der letzten Jahre in Ungarn und besonders die vor- und nachmärzlichen Bestrebungen der sogenannten konservativen Partei. Besondere Aufmerksamkeit widmet er der CenLralisationssrage und kommt zu dem Resultate, daß die Cmtcalisation eine Unmöglichkeit für Ungarn sei. Seine Parole ist: „Noch ist Ungarn nicht verloren", und er hofft, daß sich dieser Ausspruch in nicht zu ferner Zeit auf friedlichem Wege als eine Wahrheit Herausstellen werde. Wir halten es demnach fast für überflüssig, diese Schrift allm, die sich für Ungarn und für die hier ins Auge gefaßte Frage interessiren, noch besonders zu empfehlen. (Hamb. Nachr.) Masoretische Studien. (Fortsetzung.^ Hieraus folgt aber auch, wie rmvermeidlich eben diese kurzen Winke den späten, Schreibern Ursache yu 3 *

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