Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1851-01-11 · Heft 2 (11.1.1851) · p. Seite 25-26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 2 (11.1.1851)
Date
1851-01-11
Page
Seite 25-26 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2360092-2360688-2360693--7259-3536222
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Studien. Konstruktion der kanonischen BB. Esra-Nehemia. 26 25 gen/ dort eine Nachsuchung ftattgefunden haben (V. 19) und ein Reskript zurückerfolgt fein sollte. Sehr auffallend ist ferner das;D1 ttblD mm in V. 24, denn wenn der Tempekbau wirklich unter Smerdis gestört wurde, so ruhte ec doch nur etwa JJ Jahr (bis Elul des 2. Jahres des Darius, Hagg. Kap. 1). Anders steht es um 4,6, wo eine lange Unterbrechung gemeint ist ehd b'D f)J) i worauf V. 7 kurz meldet, daß unter Cambyses (Achaschwerosch) die Feindseligkeiten fortdauerteu. Dazu kommt, daß es SS. 11 heißt -]n& \ü ip^D H Nn?n\ was doch natürlicherweise nur die Bedeutung haben kann „die von dir (mit deiner Erlaubniß, unter deiner Negierung) gekommen sind." Endlich ist, wie schon Jost anführt, in den Schreiben und in der Antwort durchaus nicht von dem Tempelbau, sondern von den Mauern Jerusalems die Rede.^ Darum setzt Jost diese Geschichte unter Artaxerxes 1.^« Dieser sandte zwar in seinem 7. Jahre den Esra und in seinem 20. den Nehemia nach Jerusalem und zeigte sich so den Juden günstig; daraus folgt aber nicht, daß nicht in den 13 dazwischen liegenden Jahren andere Einflüsterungen bei ihm Wirkung gehabt und er einen ungünstigen Befehl erlassen haben könne, besonders da den persischen Königen die Erbauung eines Tempels in Jerusalem wohl gleichgiltig sein konnte, keineswegs aber die der Empörungslust verdächtige Ummcmerung. Wir harten also anzunehmen, daß bald nach Ankunft Esra's und seiner Kolonie301 —- der Tempel war längst vollendet — der Bau der Mauern Jerusalems^ begonnen habe, aus Verreiben des persischen Statthalters303 eingestellt werden mußte und durch Nrhemia wieder ausgenommen und beendet wurde. Diese Anordnung hat sehr Vieles für sich; Uv angehängte Vers 24, der ohnehin nicht zur Urkunde gehört, wäre dann dem Redaktor zuzuschreiben, der das Stück falsch eingesttzk.3^ Daß Esra von dieser Begebenheit nichts erzählt, erklärte sich leicht daraus, daß sein eigenhändiger Bericht über feine Thaten nur das erste Jahr feines Aufenthalts in Pa- 299) Im E. A. U, 18 (f. die St. in Nr. 50 d. v. I. Sp. 791) ist dies wirklich geändert und auch der Lempelbau erwähnt. Der Redaktor des E. A. hat also wohl den Mangel gefühlt, doch kann das nur für eine Interpolation gehalten werden. 300) Den vorhergenannten (4, 6) hält Jost für Tanyoxares, Cyrus Sohn und Statthalter. Wenn dem nicht etwa der Narne besser entsprechen soll, so sehe ich keinen Grund ein, von der gewöhnlichen Meinung, die hier Cambyses findet, abzugehen. Für uns und im Ganzen Ht dies unerheblich. Herzf. hält der Jost'schen Ansicht das t (93. 6) entgegen. 301) Daher denn paffend -jnfc 302) Daß solche vor Nehem. wirklich schon vorhanden gewesen zeigt Neh. 1, 3. 303) Namens Rachum, zu Darius Zeit hieß er Latnai, zu Nehemias Zeit finden wir wieder andere Namen. 304) Esra könnte dann freilich um so weniger Redaktor des Buches sein, da er das zu seiner Zeit Geschehene nicht so versetzt haben würde. lästina umfaßt. — Für gesichert wollen wir diese unsere (Jost's) Ansicht nicht ausgeben, daß sie aber durch E. A., welcher gerade das betreffende Stück versetzt,^ unterstützt wird, liegt schon asif der Hand, st Vergl. §♦ 18. §. 2. Fortsetzung. Buch Nehemia. Unbezweifelt und unzweifelhaft von Nehemia selbst verfaßt ist 1, 1 — 7/5 30Gt'\jnb daran die Liste 7, 6—73 (oder 69) gehängt. Das Uebrige bedarf einer genauen Prüfung. Betrachten wir zuerst Kap. 8. Daß das dort Erzählte gar nicht an der rechten Stelle stehe und sich früher, vor Nehemias Ankunft, ereignet haben müsse, hat nicht nur schon Jahn3^ gesehen, sondern sogar Raschi sagt es mit dürren Worten, obgleich er keine Konsequenzen daraus zieht und in 305) Wenn auch ebenso falsch als im kanon. B. — An den im §. 3 in Betreff dieses Stückes gerügten inneren Widersprüchen im E. A. wird dadurch nichts geändert. -f) Herzfeld (S. 303) hat ganz dieselbe Ansicht über diese Stelle und auch in den angeführten Gründen habe ich fast ganz seine Meinung getroffen. Er führt außer den von rnir entwickelten noch folgende an: der Name Artachschaschta- Artaxerxes komme „in der beglaubigten Geschichte" vor Darius nicht vor; besonders aber Ps. Smerdis könne unmöglich einen andern Namen geführt oder angenommen haben als Smerdis, den er' ja vorftellen wollte. Ferner: wie könne es 23. 15 heißen „in dem Archiv deiner Väter", da die Juden damals erst l7 Jahre unter persischer Herrschaft standen. Dagegen will ec den Grund, daß nur von einem Mauerbau die Rede sei, nicht gelten lasten, „dies ließe sich allenfalls daraus erklären, daß die Feinde absichtlich so schrieben, um den Bau besser zu verdächtigen." Uebrigens nimmt Herzf. das chald. Stück 4, 8 — 6, 18 als ein, nach Esra verfaßtes Ganzes und erklärt die rrrthümliche Stellung der Briefe in Kap. 4 anders, nicht als vom Redaktor herrührend. Dies ist für unfern Zweck nicht von Be rang. 306) Ueber den Styl des Nehem. s. Eichh. §. 504 und Berth. IN, 1017, Er ist viel!eicht der markirt'este und kenntlichste der ganzen Bibel. Sowenig wir sonst von den nur aus einzelnen Worten und Wendungln hergenommenen kritirischen Gründen halten, so ist doch im Nehem. auch die Schreibart ein sehr sicheres Kennzeichen des Ursprungs der einzelnen Stücke. 307) Er meint das ganze Stück 7, 6 — 10, 40 sei aus älteren Archivstücken oder Jahrbüchern, von denen 7, 5 und und 12, 23 die Rede ist, gezogen, aber doch von Nehem. selbst hiereingefügt; der Name Nehem. in 8, 9 und 10, 2 sei spätere Interpolation. Dagegen bemerkt Berthold richtig, daß doch Nehem. selbst unmöglich diese früheren Begebenheiten mitten in seine eigene Lebensgeschichte gerückt haben könne. Selbst Häver nick legt 7, 73 — 10, 40 dem Esra, Kleinert einem Gehilfen desselben bei, und so halten alle Kritiker den mittleren Theil des Nehem. Kap. 8— 10, 40 (oder 12, 47) für ein selbstständiges, nicht dahin gehörendes Stück. — Es muß dies gleich hier bemerkt werden, weil so die gegen die Nehemianische Abfassung der einzelnen Theile dieses Stückes vorzubringenden Gründe zugleich gegendas Ganze sprechen. Wir haben es jedoch vorgezogen, jedes'- Kapitel oder jede Abtheilung für sich zu betrachten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.