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Der Orient · 1851-01-11 · Heft 2 (11.1.1851) · p. Seite 23-24

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 2 (11.1.1851)
Date
1851-01-11
Page
Seite 23-24 (sequence 7)
Language
German
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23 24 Studien. Einige Mittheilungen über die phönikische Sprache. eines Puniers gewiß von Belang. Wenn Augustin daher pumsche Wörter in seinen Werken anführt, welche zu seiner Zeit bei dem gemeinen Volke auf dem Lande noch gang und gäbe waren, so verfahren wir gewiß in seinem'eigenen Sinne, wenn wir das Hebräische zur Erklärung derselben herbeiziehen. Ich gebe nun hier eine Reihe von Wörtern, welche Augustin in seinen Werken als punisch und zu seiner Zeit noch von punischen Bauern gebräuchlich bezeichnete: 1) nom. gent. Phöniker. So nannten irch zu Auguftin's Zeit noch die punischen Bauern; in seinem Lxpns. epist. ad Rom. §. 13 sagt dieser Kirchenvater: „interrogati rusfcici nosfcri, quod sint, Punice respondentf‘s Canani“ undwir sehen aus dieser Notiz, daß der Name Kena'anl sich nicht blos auf die Bewohner der phönikischen Küste beschränkt habe, sondern auch auf alle Kolonisten übertragen wurde, und daß man das Kaf bei den Puniern mit und ohne Aspiration (auch Chanani) ausgesprochen, welches erste Augustin freilich als unrichtig bezeichnet (!. c.), weil man damals bei den Ueberietzern des A. L. Xkvuclv hatte. Aus diesem in so später Zeit noch gebräuchlichen OeniUioinm sieht man klar, daß der biblische Landesname JJ732 den phönikischen Stämmen nicht fremd sein konnte und wirklich findet sich auf einer Münze der phönikischen Stadt Laodicea am Meere die Inschrift ON von Laodicea, einer Metropole in Ke na an, woraus man auf einen weitern Gebrauch dieses Namens schließen kann. 4. Diesem schließt sich zunächst an 2) die einheimische ,Benennung CH na an für Phönikien, mit dem Bewußtsein der Ableitung dieses Namens. Der erwähnte Kirchenvater sagt über diesen Namen6: cur autein dicta est terra C h'anaan interpL’et. hujus noniinis apctit; C h an a an quippe interpretatar humi Lis6 7, mrauS man deutlich sieht, daß der biblische Name Chanaan noch zu Auguftin's Zeiten noch immer verständlich war, und daß man der Ableitung desselben von niedrig sein, sich noch vollständig bewußt war. Diese Ableitung von }^3. n i e d r i g sein, kann ursprünglich, wenn man einmal voraussetzt, daß der Name einheimisch ist und in der phönikischen Sprache wurzelt, nur von der örtlichen Beschaffenheit des Küstenstriches, wo zuerst der phönikische Staat sich gebildet, hergenommen sein, also nur der Küstenstreif von der nördlichen Grenze des sidonischen Staates bis nach Gaza hinunter konnte mit dem Namen jj}J3 Niederung, im Gegensatz zu dem gebirgigen Dinnenlande Palästina's benannt worden sein. Diese Urbenennung war natürlich schon lange vor der israelitischen Einwanderung über das gesammte Palästina erweitert, wodurch die ursprüngliche örtliche Bedeutung ganz verloren gegangen, und wir haben bereits gesehen, daß später nicht blos Palästina, sondern auch Laodicea am Meere als zu Kenaan gehörig angesehen wurde, und selbst der Punier in Afrika sich 'ttyp genannt. Für 6) Enarrat. in Psi 104 §. 7. 7) Vgl» Hieran. de nonim, hebi. diese Erscheinung bieten sich in den Ländernamen vieler Völker Analogien dar, und man braucht nur an Hochland, zu erinnern, wo ein gleicher Stufengang uns entgegentritt. Eine eigene Frage ist jedoch, wie man die Form Xvä, welche Hekatäus von Milet und nach ihm noch andere haben, aufzufaffen habe. Das Leichteste war freilich eine Form J?3p neben jyJS anzunehmen; allein da in den phönikischen Sprachresten keine Spur dieses kürzern Namens aufzusinden, und nur, wie gesagt, bei den griechisch schreibenden Hekatäus und Philo aus Byblus und bei den ihnen Nachschreibenden im Gebrauche ist, so thut man vielleicht besser diese Form aus der griech. Gewohnheit hebr. oder phönikische Namen wiederzugeben, zu erklären. Schon die geben zuweilen hebräische Eigennamen, die auf -ctv ausgehen, mit Weglassung des als Endung angesehener? v wieder, was hier in Xvuclv auch geschehen ist, nachdem acc in ä zusammengezogen wurde. Stephan 8. v. Xva hat freilich den ursprünglichen Namen nicht mehr gewußt und konnte den Genitiv Xvaog bilden. Bei dieser Gelegenheit will ich nur noch berühren, daß im Midrasch z. B. (Mdr. rab. Gn. e. 90 § 6) der Name Phoenieia im Gebrauche ist und daß man das große Gebiet zwischen Syrien und Aegypin drei Landschaften (niiDN uh\D), theitte, in fcOIT’iy fcOp^D MitOpfe) Phönikien, Arabien nnd Palästina. Ferner daß der Midr. (ib. e. 36 §. 4) [3/JDin der Bedeut. Sklave, Niedriger nimmt und durch wiedergiebt, indem im Hebräischen ^.freilich nur w diesem Sinne gebraucht ist. Aber diese Deutung kann natürlich nur aus der biblischen Sage geflossen sein und ist gewiß nicht ursprünglich. (Fortsetzung folgt.) Konstruktion der kanonischen BB. Esra- Nehemia. (Fortsetzung.) Nun bleibt mir aber noch ein gewichtiger Zweifel in Hinsicht ans die zwei chaldäischcn Aktenstücke Kap.4, 11—23». So viel mir bekannt ist, hat nur J ost^' die Meinung aufgestellt, daß dieselben nicht an der ersten Stelle eingecückt seien; auch mir ist dies sehr wahrscheinlich geworden. Die Schreiben sind an und von Artachschaschta. Wenn die Stellung derselben im kanonischen Esra richtig ist, so kann hier'^ nur Pseudo - Smerdis gemeint sein. Es zeigt sich dann alsbald die Schwierigkeit, daß unter der nur siebenmonatlichen Regierung dieses Königs ein Schreiben nach Persien gegan- 297) In der kleineren Geschichte l, S. 420. Kleineres verwandte Ansicht siehe Anm. 289. Ueber Herzfeld am Ende dieses §. 298) Siehe oben §. 3 mit Anm. 175. Wäre wirklich Cambyses gemeint, was aber von Neueren Keiner annimm so fiele nur der erste der gleich aufzusührendeu Gründe weg.

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