Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1851)
- Date
- 1851-01-04
- Page
- Seite 13-14 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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14 13 Studien. Konstruktion der kanonischen BB. Esra-Nehemia. Geschichte 6, 19.— 10 Ende, hinzu. Von dieser Auffassung, weicht Augustr nicht wesentlich ab, nur daß ec Esra auch nicht als Redaktor des Ganzen betrachtet; Berthold scheidet aber noch schärfer-und läßt dem Esra auch vom zweiten Abschnitte nur das Stück 7, 11 — 9 Ende, mit der darin aufgenommenen chaldäische» Urkunde 7, 12—26; während er 7, 1—10 und Kap. 10 ihm abspricht ^2 und ersteres als summarische Einleitung, letzteres als Anhang betrachtet. Auch im ersten Lheile sondert er noch 6, 19—22 ab und schreibt diese Verse dem letzten Redaktor ZU,'^ das hebr. Stück 1, 1 — 4, 6 und das chaldäische 4, 7 — 6, 18 sollen ältere, gleichzeitige. Urkunden sein. De Wette betrachtet auch nur das Stück 7, 11 — 9, 15 als unzweifelhaft von Esra selbst versaßt, die beiden andern Stucke des zweiten Abschnittes als zweifelhaft, jedoch gleichzeitig; der erste Abschnitt sei sicher von einem andern Verf., die Stücke Kap. 2 und 4, 7 — .6, 18 altere Urkunde; das ganze Buch nicht von Esra zusammengestellt. Diese verschiedenen Ansichten gehen also doch nicht so weit auseinander und vereinigen sich (bis auf Hävernick) darin,*** daß das Buch verschiedene Bestandtheile hat; namentlich wird der chaldäische Abschnitt von Allen, Kap. 2* * von dem Meisten für ältere Urkunde gehalten; 7, 11 — 9, 15 gilt Allen als von Esra geschrieben, streitig bleibt nur der Ursprung von Kap. 1, Kap. 3, 1 — 4, 5 und der von dem Eingänge und Schluffe des zweiten Ehestes; sowie ob das Ganze von Esra selbst oder von einem Spateren redigirt sei. Dagegen lassen Alle, bis auf Berthold, den Ordner des B. Esra und den der Chronik identisch sein, 295 oder wei¬ 292) Die Gründe sind, .weil in diesen beiden Stücken von Esra in der dritten Person geredet und weil 6, 6. 10 von ihm viel Rühmendes gesagt werde, was gegen dessen Bescheidenheit (7, 28) sei; so auch das 10, 3. Auch sei 7, 8—9 Abreise und Ankunft in Jerusalem schon im Voraus erzählt, während der Reisebericht 8, 15 von vorn anfange. Den Eingang 7, 1—10 sprachen auch Z u n z (G. V. S. 23) und Herzfeld, das 10. Kap. Dereser und Herzf (letzterer wegen V. «6 p jjrnn1) dem Esra ad. 293) Weil er den persischen König ^2 nenne. S. dagegen de Wette und Herzss. S. 306. Jndeffen können diese Verse doch nicht zu dem einst selbstständigen chald. Abschnitt gehört haben, weil dieser nicht plötzlich und unmotivirt ins Hebräische übergegangen sein kann. Vergl. übrigens §. 18. Anm. 368. ***) Auch H erzfeld stimmt mit diesen Hauptresultaten überein, wenn er auch im Einzelnen wieder manches Eigentchümliche hat. 294) Eichhorn spricht sich nämlich über dieses Kapitel nicht bestimmt aus. Es kann indessen gar nicht bezweifelt werden, daß es eine altere Urkunde sei, sowohl aus dem oben Anm. 288 angegebenen Grunde, als auch weil sich Esra nicht bei der ersten Kolonie befand, diese Notiz also schriftlich vorgefunden haben muß. Berthold macht noch auf 8, 13 aufmerksam (p'onnN □p’OHft \H) wo auf 2, 13 Rücksicht genommen ist. 295) So Eichh. Hävern. Mov. Zunz, de Wette (dieser jedoch nicht bestimmt) und Herzfeld auch schon Huottus clem. ter beide Bücher ursprünglich ein Ganzes gebildet haben, so daß das B. E. an den Schluß der Chron. gehöre, deren Abschluß bilde, und dieses scheint ganz evident zu sein.^ (Fortsetzung folgt). evang. der den ersten Theit von Esra zur Chron. zieht) und zwar lassen sie-nach ihren verschiedenen Ansichten über das 33. E. entweder Esra selbst oder den unbekannten „Chronisten" den Redaktor beider Bücher sein. Die bekannte Barajta in Baba Batra stimmt eigentlich damit überein. Berthold will dagegen geltend machen, daß die Genealogie Esras in Esr. 7 Ans. und 1 Chr. 5 Ende [6 Ans. in a. Ausg.)j abweichend fei; sechs Namen enthält erstere weniger. Dies läßt sich indessen leicht durch ausgefallene Namen (von rr^TJ,; bis zu dem ähnlichen rrnßtt) oder durch absichtliche, gar nicht ungewöhnliche Zusammenziehung des Stammbaums erklären, wie schon Kimchi zur Chr. 1. I. und Eichhorn §, 497 Anm. gethan haben. — Aber einen bedeutenden Grund gegen die Echtheit der Einleitung 7, 1—10 glaube ich doch in dieser Genealogie zu finden. Es ist allgemein anerkannt (s. Eichh.!. 1. und Win er R. W. b. s, Esra) und ganz klar, daß Esra nicht ein Sohn des Seraja, der bei der Eroberung Jerusalems umkam und nicht ein Bruder des Jozadak, der ins Exil wanderte (1 Chr. das. vergl. 2 Kön. 25, 18. 21) gewesen sein könne, weil er sonst bei seinem Zuge nach Jerusalem mindestens 130 I. (588 oder 86 bis 458) alt gewesen sein müßte — sondern Serajas Enkel oder Urenkel; wie denn auch sein Zeitgenosse, der Hohepriester Jojakim den Jeschua ben Jozadak b. Seraja, ein Urenkel dieses Seraja war. Sollte nun aber Esra selbst gerade den Namen seines Vaters' ausgelassen und sich nach seinem Groß- oder Urgroßvater genannt haben? Nur von einem späteren Koncipienten ist dies erklärlich, entweder weit man die Namen von Esra's nächsten Vorfahren nicht kannte, oder weil Seraja der letzte Hohepriester in dem Stammbaum war. Möglich wäre freilich, daß Esras Vater doch Seraja, nach dem Namen von dessen Großvater hieß und daß vorn, nach Seraja, zwei Namen ausgefallen wären. Das ist aber im Anfang der Genealogie nicht wahrscheinlich. 296) Freilich zunächst nur, daß der Schluß der Chr. und der Anfang von Esr. zusammengehöre. Ob die ganze Chron. mit Esra einen Redaktor habe, bleibe dahin gestellt. Vergl. §. 18 a. E. — Beweise für die Einheit des Redaktors aus Styl und Orthographie beider Bücher stehe bei Eichh.; ausführlicher, nach Movers, bei de Wette und besonders treffend bei Ewald (a. a. O. S. 242 Anm.). Die Zusammengehörigkeit beider Bücher ist vor Ewald nur von Movers bestimmt hervorgehoben worden; es spricht dafür genügend die Identität des Schluffes der Chr. mit dem Anfang von Esr. Das an jener Stelle ist offenbar abgebrochen, und es verhält sich damit beinahe wie mir dem %ccl sTtiGwrix&riGciv am Schluffe des E. A., nur daß es nicht s 0 abrupt ist. Die Stelle kann also weder am Schluffe der Chronik genuin und von da in E. entlehnt und fortgeführt, noch umgekehrt aus E. an de» Schluß der Chr. gesetzt sein. Anderweitige Beweise aus der speciellen Vergleichung beider Stückchen (s. solche bei de Wette) scheinen hierneben überflüssig. „Wie beide Bücher nicht getrennt, sondern auseinander gerissen worden, ist nicht zu erklären" (Mov.) die Stellung im Kanon kann es nicht verschuldet haben, denn dieser muß die Trennung voraufgegangen sein. Die Anordnung der LXX5 welche Esra auf Chr. folgen läßt, scheint eine Spur der alten