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Der Orient · 1851-01-04 · Heft 1 (4.1.1851) · p. Seite 11-12

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 1 (4.1.1851)
Date
1851-01-04
Page
Seite 11-12 (sequence 11)
Language
German
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11 12 Studien. Konstruktion der kanonischen BB. Esra-Nehemia. Konstruktion der kanonischen BB. Esra-Nehemia.286 §. i. * Nachdem wir so die Zusammensetzung des ganzen E. Antennen gelernt, wenden wir uns zur Betrachtung der Bestandtheile des kanonischen Doppelbuches Esra-Nehemia, um daraus die Entstehung des apokryph, erklären zu können. Wir werden dadurch nicht nur unsere Aufgabe lösen, sondern auch die Kritik der kanonischen Bücher fördern und durch Vergleichung desselben mit dem apokryphischen, die bisher — wenigstens für dir Untersuchungen der sog. höheren Kritik — verabsäumt wurde," theils neue Resultate gewinnen, theils ältere fester stellen. Daß die Wucher. Esra und Nehemia nicht von einem Verfasser sind, ist schon durch die Ueberschrift des letzteren Wuches (rrortt Hin), sowie aus dem Umstande, daß Esra sowohl wie Nehemia ihre Thaten meist in der ersten Person erzählen, durchaus klar, und auch die Lalwudiften haben sich dies gar nicht verhehlt, 287 wenn sie auch beide Bücher für 286) Die einschlägige Literatur anzuführen wird nicht nölhig sein. Eich Horn's, Berthold's und de Wette's Einleitung lagen mir vor. Bon Ewald's Gesch. d. V. Isr. ist mir der lil., diese Zeit enthaltende Bd. leider noch nicht zugegangen, dagegen sind vorläufige Untersuchungen über Esra-Neh. im I. (S. 215—54) enthalten. Wir müssen diese, ihrer Beschaffenheit wegen, später besonders zusammenstellen. — Ferner konnten wir von diesem §. anHerzseld's schätzbares Werk „Geschichte des V. Isr." rc. Bd. I. nachträglich benutzen. Bon demselben gehört speciell hierher aus dem 2. Exkurs >,über die bibl. Bücher" §. 17 über Esra, §. 18—21 über Neh., §♦ 27 Psendo - Esra, zum Th,eil auch Z. 15—16 über die Chronik. (Von Sanballats Geschichte enthält der bis jetzt erschienene 1. Bd. noch nichts, wonach Anm. 267 zu berichtigen.) *) Dieser Aufsatz ist die Fortsetzung des Aufsatzes: „über das apokryphische Buch "Esra", der wieder seinerseits der Abhandlung: „über den Bibelkanon des Fl. Josefus" als Anhang beigegeben ist. Indeß kann ec als Forschung für sich bestehen und als solchen habe ich ihn hier ausgenommen, doch lasse ich des Zusammenhanges wegen die Zahlen der Anmerkungen wegen der Citate fortlaufen. Red. ") Herzfeld (©♦ 309) streift einmal nahe daran, vgl. unten §. 18; ebendaselbst über Ewald 's Ansicht von E. 2C. 287) Siehe Baba Batra 15 a HDD DrD N")?p C’13- 3)1) *f«jn 'b'll b '132 12"D 'Dl) iTpDN JND1 ') Herzfeld a. a. O. S. 3-02 Anm. " hält diese beiden Lalmudsrellen für widersprechend und nimmt das bD buchstäblich; Raschi's Auffassung erscheint aber richtiger, weil gar kein Grund einzusehen, warum Jemand das ganze Buch Esra, von dem Vieles in der ersten Person erzählt ist, dem Nehemia hätte beilegen sollen. Auch ist das im dortigen Zusammenhänge ganz erklärlich. Möglich ist jedoch, daß das 10 Kap., welches in der dritten Person von Esra spricht, für eine Aufzeichnung Nehemias gehalten wurde, so daß der Sinn jener Stelle wäre: da Nehemias doch nicht nur feine im.eoiy 'D enthaltenen Thaten, sondern auch einen Theil von Esra's Geschichte geschrieben. eins zählen und nennen. Dagegen fragt sich, ob jedes für sich aus einem Gusse oder aus verschiedenen Bestandtheilen zusammengesetzt sei. Eine ganz genau eingehende Kritik würde uns zu weit abführen, über das Buch Esra haben wir auch wenig Neues zu bemerken; es genüge daher für dasselbe die Resultate der bisherigen Forschung zusammenzustellen und darüber unsere Meinung kurz abzugeben. : Das Buch Esra, welches sich von selbst in zwei Abschnitte zerlegt, Kap. 1—6 und 7—10, wird von Mehreren (Eichhorn, Kleinert, Häver nick) für ein Werk Esra's gehalten. Gleichwohl betrachten ihn auch diese (bis auf Häv.) nur als Redaktor nicht als Verfasser des Ganzen. Kap. 2 ist eine Urkunde, die Nehemia noch einzeln vorfand, 283 und das chaldäische Stück 4, 8—6, 18 hat dem Redaktor auch höchstwahrscheinlich so Vorgelegen. 289 Nach Eichhorn 's Ansicht war zu Esra's Zeit das letztgenannte Stück, eine vermuthlich von einem Augenzeugen290 verfaßte Erzählung der Streitigkeiten der ersten Kolonie mit den Samaritanern bis zur, Vollendung des Lempelbaues, bereits vorhanden; Esra setzte' nun die Geschichte der ersten Rückkehr hebräisch auf (1, 1 — 4, 6), knüpfte das Vorgefundene Stück wörtlich daran, nachdem er dessen Inhalt summarisch in 4, 5 angedeutet,291 und fügte dann die Fortsetzung und seine eigene hdn rporu ([n'/'-rsHiy 'ddp nw und Sanh. 95 d Unter fcrny '6 ist natürlich in beiden Stellen das Ganze gemeint. Die Talmudiften zeigen sich hier viel unbefangener als manche ältere christliche Schriftsteller lz. B. Carpzov, introd. in librr, V7. T.) die in unbeschreiblicher dogmatischer Befangenheit das Ganze von Esra verfaßt sein lassen. Beweise dagegen aus dem Styl beider BB. s. bei Eichh. und Berth. Sie sind schon neben dem oben Bemerkten entbehrlich. 288) Neh. 7, 5 Dirn rD NJ1DN1 was gewiß nicht von dem bereits redigirt vorgelegenen B. Esra verstanden werden kann. So ganz deutlich schon Naschi, siehe weiter unten Anm. 308. 289) Ob man dies aus dem Gebrauche der chald. Sprache selbst schließen müsse, bleibt zwar streitig, doch ist es offenbar gegen das Verfahren des unzweifelhaft efraitischen Stückes 7, 1l u. s. w., wo nur die Urkunde chald. eingerückt ist, die Erzählung selbst aber hebr. bleibt, während hier das Ganze chald. abgefaßt ist. Hävernick läßt dennoch das ganze Buch von E. verfaßt und aus dem ttrwnmfc 6, 14 interpolirt sein, was denn freilich gar nicht anders sein kann. Movers will 6, 16—18 losreißen und dem Redaktor zuschreiben; Kleinert trennt (nach de Wertes Angabe, ein Grund ist nicht angeführt) 4, 8—23 von dem Folgenden vergt. darüber weiter unren Anm. 297. 290) Wegen 5, 5.' sHe rzfe ld vermuthet hier eine aus 5, 9 hergekommene falsche Ltsartz es müsse heißen.] . 291) Darum meint Eichhorn', stehe das Mdikr des Cyrus auch 6, 1 und nicht schon im 1 Kap. wo es nach der sonstigen Weise des Wuches hingehöre fund wo es Josefus hat, s. oben §♦ 10], weil Esra» es einmal da fand und nicht versetzen mochle.

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