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Der Orient · 1851-01-04 · Heft 1 (4.1.1851) · p. Seite 9-10

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 1 (4.1.1851)
Date
1851-01-04
Page
Seite 9-10 (sequence 9)
Language
German
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9 10 Studien. Einige Mittheilungen sich mit den Christen messen konnten; allein Ln dem so eben abgelaufenen halben Jahrhundert, wo die hebräische Sprachwissenschaft und mit ihr die Exegese und Alterthumskunde Riesenschritte gemacht, ist ein solcher Vorwurf vollkommen gerechtfertigt. In Hinblick auf diese Zustände eröffne ich hier die Mittheilungen über die phönikische Sprache, um strebsamen jungen Leuten einen neuen Anreiz für das Studium des Hebräischen zu eröffnen,,wenn gleich dieser Weg für die Männer der Wissenschaft längst betreten ist. Der Beruf dieses Blattes,, eher im jüdischen Kreise für die Wissenschaft anzuregen, als Abgeschlossenes und bereits zur Frucht Gereiftes anzubieten, wird es nicht verfehlt erscheinen lassen, wenn in diesen Mittheilungen auch den Fachgelehrten Bekanntes und Ermitteltes vorkommt, zumal auch Manches sprachgemäßer, richtiger und ungezwungener erscheinen wird. 2. Als erstes und vorzügliches Hilfsmittel zur Wiedererkennung der phönikischen oder kena^anitischen Sprachreste bieten sich uns natürlicher Weise die Eigennamen von phönikischen Volksstämmen, Personen, Ortschaften und die sonstigen phönikischen Wörter in der Schrift dar, und die Anzahl dieser Wörter konnte schon in Betracht der Nachbarschaft, m der Phöniker mit Hebräern gelebt und oft sogar untereinander gemischt gewohnt haben, und da das von den Hebräern in Besitz genommene Land den Keua'anitern früher gehörte, nicht ganz gering sein. Ich erinnere nur an V")bK , (nnf?), ins , (^k) , (unb die Zusammensetzungen mit demselben) , rnntfp , -m , 'tM, h2ydr,'H§ (>A), tu , puq , nn , \m , nn, nn (’nn), cn;n (ci-m , DTh) , dö; ('dö>) , fc’, ^:d, M, nnp , crn? , NO ('NO) , NvL , J'TS , ns*)«, , NLN und einige andere Wörter, die in der phönikischen Sprache ihre'Deutung und Erklärung zu suchen haben. Allein wenn sich aus denselben auch klar erkennen läßt, daß sie zu einem Dialekte gehören, der im Grunde von dem Hebräischen nicht sonderlich abweicht, wenn bei den meisten bas Hebräische und Phönikische offenbar ganz zusammenfällt, so läßt sich doch aus solchen und ähnlichen Wörtern für das phönikische Sprachgut nicht viel erweisen, weil sie selbst erst einer anderweitigen phönikischen Begründung bedürfen, und mithin dürfen sie erst dann benutzt werden, wenn der Wörterschatz des Phönikischen aus andern Hilfsmitteln ansehnlich geworden. Aus der einzigen Schriftstelle, wo Sprache Kena'an's vorkommt, indem nämlich der Prophet sagt (Jes. 19,18), daß in Egypten fünfStädte erstehen, deren Sprache die Sprache Kenaans sein werde, kann man in Berücksichtigung des Zusammenhanges nichts weiter entnehmen, als daß bei dem Dichter die Sprache der Hebräer in Bezug auf das Land auch die Sprache Kenaans geheißen. In einer Midrasch-Stelle (Sifre, par. ha-Asinu) kommt jedoch OJ/\!D p&&6 schon wirklich von der phönikischen Sprache vor, und es wirb dort.beüber die phönikische Sprache. hauptet, daß man im Phönikischen -1s rpj? w echseln wir diesen Sela sagt, wo FpJJ die Bedeutung wechseln hatte,* während in der Mschna-Sprache dieser Ausdruck FpH hieß (Ma^affer Scheni e. 4 §. 2). Aber außer dem geringen Gewinne von diesem Verbum FpjJ in der Bedeutung in kleinere Münzen einwechseln, ** haben wir für die Sprachreste von dieser Notiz weiter keinen Nutzen, und es bleibt uns nichts übrig, als uns nach andern Quellen umzusehen. Bevor wir jedoch weiter gehen, müssen wir noch den Gebrauch des Ausdruckes p2p bei Rabbinen des Mittelalters, z. B. bei Sal. Jizchaki im Kommentar zu Schrift und Talmud, Natan b. Jechiel im *Aruch, Me'i'r Rothenburg in den Garachten u. a. gedenken, wo am allerwenigsten an die wirklich phönikische oder auch nur an eine semitische Sprache zu denken, vielmehr offenbar eine abendländische Sprache gemeint ist. Das p;pD in Mischna (Schebsit 2, 7) erklärt Natan im Aruch mit den Worten mpD und Simson aus Sens erklärt y->f ppi pys Nim pöffDW pjD ^p^ptlD JTiTm, also offenbar wie Hr. .Landau (s. Marpe Laschon z. St) schon verglichen tifacov und im slav. Mak (Mohn); das ("Aboda- Sara 28 b) erklärt Raschi durch (Esearbot)!2'p)-»p 1JUD erklärt derselbe und nJüp HDnp und die Worte (ib. 51 b) hinzusügend ]n"pD )VJD jwfcn; zu (Dt. 3, 9) setzt Raschi die Glosse p^3 ihuj Nin, und in allen diesen und vielen ähnlichen Stellen hat es Hr. Landau (in seinem Marpe Leschon) überzeugend bewiesen, daß darunter eine slavische Sprache (slavonisch, böhmisch, polnisch und russisch) verstanden wird. Diese Erklärung erscheint schon darum, richtig, da ]yX3 zur Bezeichnung von Slavonien bei Josef ben Worion, Jehuda Ha-Kohen, Raschi (in Pardes), Saadja zu Daniel, Binjamin von Todela (ed. Ash. p. 28) u. s. w. (s. Zunz in Frankens Ztschr. 1846 S. 383) vorkommt und selbst ^D-!, das ZweiggMet von Phönikien, für einen slavischen Stamm gebraucht wird (bei Chasdai, Josef b. Gorion, Binjamin, Kimchi, Mos. de Cau^y). Der Grund dieser sonderbaren Uebertragung scheint ursprünglich in dem Namen der Staven zu liegen, den man für identisch mit Sklaven gehalten und somit wie von dem es heißt >T>T Dnsy (Gn. 9, 25). Später mag noch die Sage hinzugekommen sein (Kimchi zu Dbadja, Ende), daß die Kenc^aniter auch in dem Lande der Slaven Kolonien angelegt haben. (Fortsetzung folgt) ") Die Stelle heißt, um das rp)P (Dt. 32, 2) homiletisch zu deuten (Sifre 1. c.) rpy» {W « yho b n yte b tsr© rorb -oit* dtn pt*. *•) Weil dasselbe Verbum auch im Syrischen in dieser Bedeutung vorkommt, hat man fälschlich-geglaubt, daß unter das Syrische zu verstehen sei (Kerem ChemedVIL Ende), wozu aber durchaus kein Grund vorhanden ist»

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