Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1851)
- Date
- 1851-01-04
- Page
- Seite 7-8 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Studien. Einige Mittheilungen über die phönikische Sprache. lieber die alte Folio-Ausgabe, nämlich jene von 1547 oder 1617 zur Hand nehmen. Denn Hr. Fr. hatte bei seiner Edition die Ausgabe 1525 vorliegen, die sehr viele Druckfehler hat, welche Hr. Fr. auch alle leider mit aufnahm und so recht viele und oft unnötigerweise Korrigenda anmerken konnte; wo er hingegen, so.er nur die folgende Ausgabe zu Rathe gezogen hätte, alle blose Druckfehler leicht bemerkt haben würde. So heißt es z. B. S. 1 unten, nicht: TTT3 und nicht .wn o, sondern wie in 1617 WM. Seite 2 oben muß es wie in 1617 heißen: «w , H2W , ddidn nwp by ow mym )m pi, ™ pcb wn niv vm , nnn rar im nnr ]ü uw S. 3 Zeile 11 steht in 1617 richtig -jn. Zeile 19 muß lauten: DJW.3N , JfiHpü. Seite6 Zeile 18 muß lauten cy® OnDlNH , D S. 24 oben, nicht nnrn d"h 2 2r sondern nnm vp"2. u. dgl. tu. — Aber auch in den deutsch angefügten Noten hat Hr. Fr. sehr oft die Sache theils unrichtig aufgcfaßt, theils nicht ausgeführt, Lheils die Masora falsch gedeutet. Wir werden daher diese deutschen Anmerkungen hier zum Theil durchgehen, um das Unrichtige zu berichtigen, das Unausgeführte zu vewollständigen. S. 3 zu Z. 26 urw nn dn .Jon — Wenn Hr. Fr. dem Punktator verwirft, daß er irvn 1 Sam. 21, 14 vergessen, habe.; so ist das Unreck/t aus Fr. Seite. Im Gegenteil geht aus dem Stillschweigen des Punktators hervor, daß auch er mit Patach liest, wie Ihn Esra. Und diese Leseart ist die richtige sprnchbegründete, gleich Gn. 9, 21;. Spr. 25, 9; fyrp Jer. 51, 3; D?rm 1 Kon. 19, 1; V- 37 und alle apocopata der nb, die in den stacken Konjugationen alle auf Patach enden, ausgenommen am Satzschlusse. Auch die drei wnn in Spr. 23, 3. 6. 24, 1 hat der Kodex von 1294 richtig mit Patach. — (Fortsetzung folgt.) Einige MitLheilnngen über die phönikische Sprache. 1. Die phönikischen Sprachreste auf Denksteinen, Münzen, im panischen Texte des Poenulus des Plaums, bei den griechischen und lateinischen Schriftstellern u. s. w., sind für das Studium der hebräischen Sprache, indem letztere bekanntlich nur eine eigene selbstständige Ausbildung der Sprache Kena'an's oder Phömkiens war,' von der größten Wichtigkeit, ') Schon Jbn *Esra zu Ies. 19, 18 sagt, daß die Kena'aniter hebräisch gesprochen (rn SHpn prta DUJUDn 8 wie die bedeutendsten Hebraisten des 19. Jahrhunderts es oft klar bewiesen haben, und ohnehin ein Blick auf die in der Schrift erhaltenen phönikischen Eigennamen von Personen und Oertern hinlänglich bestätigt. Es ist aber eine beschämende Erscheinung , daß während die christlichen Gelehrten seit etwa der Mitte des 16. Jahrh.'s Mühe, Fleiß und Studien auf Erklärung dieser Sprachreste verwendet, theils um für das hebräische Idiom einen Gewinn zu erzielen, theils um für Pa* läographie und Alkerthumskunde überhaupt und für die Phönikiens insbesondere neue Ausbeute zu schaffen , Don Seiten der Israeliten diesen Studien bis jetzt keine Aufmerksamkeit geschenkt wurden, wenn man unseren Sal. Munk in Parks, der 1847 die treffliche Erklärung einer bedeutsamen phönikischen Inschrift veröffentlicht, die wir später näher berühren ’ wollen, ausnehmen, und diese Erscheinung wäre kaum erklärbar, wenn wir nicht aus den jüdischen literarischen Bestrebungen in diesem halben Jahrhundert, ohnedies schon wüßten, daß im Allgemeinen die Israeliten zwar wacker gestrebt, die Kenntni-ß ihres eigenen Schriftthums zu fördern und anzubauen, im Ganzen jedoch die Sprachkunde, namentlich die philologische Kenntniß des Hebräischen, und mit dieser zugleich die historische Kritik und die Exegese der Bibel und was damit zusammenhängt, ganz vernachläßigt haben. Ein -großer Theil der modernen Gelehrten, welche diesen Ehrennamen lm wahren Sinne des Wortes verdienen, stad über die literäv-geschichtliche Kunde des jüdischen Allerthum's, und selbst da muß man die althebräische und talmudische Periode ausschließen, nicht hinausgekommen, und es ist eine anerkannte Thatsache, wenn auch für uns sehr beschämend, dost wir Israeliten seit einem halben Jahrhundert unsere wissenschaftlichhebräische Sprachkenrllniß von christlichen Forschern erlernen müssen. Bei aller Sucht unserer jüdischen Lehrer, ohne nach Beruf und Befähigung zu fragen, recht viele Schulbücher zu produciren, haben wir doch seit einem halben Jahrhundert keine wissenschaftliche hebräische Grammatik, kein ordentliches Wörterbuch, keine Auslegung eines biblischen Buches erhalten, da die Erschienenen so tief stehen, daß sie außer dem Bereiche einer wissenschaftlichen Beurtheilung liegen. Die Sprache der Mischna hat zwar einige ordentliche Bearbeiter gefunden, aber auch sie mißglückten durch die mangelhafte Kenntniß des Althebräischen, und vollends die Sprache der Targumim, der Talmude und das Neuhebräische blieb bei aller Regsamkeit ohne Anbau. Als Gesenius in seiner Geschichte der hebräischen Sprache gesagt, daß mit Levita die wissenschaftliche Kunde des Hebräischen bei den Juden aufgehört, da hat man es gewaltig übel genommen, und mit Recht, da vom 16. bis 18. Jahrh. die Juden noch immer in der hebr. Sprachkunde Dnmü) und schon vor ihm hat der Kirchenvater Augustin, der sich selbst als Punier angesehen, und Hieronymus ein gleiches behauptet, wenigstens die nahe Verwandtschaft oder große Uebereinstimmung beider Sprachen bei vielen Gelegenheiten ausgesprochen.