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Der Orient · 1850-12-28 · 52 (28.12.1850) · p. Spalte 823-824

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
52 (28.12.1850)
Date
1850-12-28
Page
Spalte 823-824 (sequence 4)
Language
German
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823 824 Studien. Moses Botarel. dieses Werk sind sehr verschieden. -Einige hielten denselben für schädlich z. B. Lipsius. Derselbe meinte, daß die Leute durch die Darstellung von Charakter» wie Urgando, Alyife, Arkelanus zum Glauben an die Magie verführt werdend Seine allgemeine Schädlichkeit spricht auch La Nove ausx „Die Lektüre des Buches Amadis von Gallien — sagt derselbe — ist der Jugend nicht weniger schädlich als .die Lektüre von Machi av e ll s Werken den alten Leuten/^ Es fehlte auch nicht an Männern, welche dies Buch für nützlich hielten. So z. B. Sir Philip Sidny, welcher sagt: sch habe Leute gekannt, welchen die Lektüre des Amadis das Herz bewegte zur Höflichkeit, Liberalität, und besonders zu Muth. Dieser Ansicht war auch der hebräische Uebersetzer. Derselbe schließt sein kurzes Vorwort mit folgenden Worten: nmD nn nrun n iddn nw nivpi p myi n N-npn ww idd jim.1 p iddqi nwn ■pw pnpTE? *nipb bnj ntyim ns ns>bn rro ]Hdt pd c^nyn nDnsn mbonnm monbo uujn p vntenm r nimyi mb win 'D3 D'EOn Uöi> ior\b p jr6 rwrb pnbb ijfe ip’nyrfr ^3 'nm nibymn 3nnspn — ,id D\xTpn W? („Da dieses Buch mehr Vergnügen gewährt als die Lektüre der Chroniken und des Buches Ben Gorion, wie der Leser selbst ersehen wird; da ferner daraus ein großer Nutzen entspringt, indem es den Verstand des Lesers schärft und läutert, und den Wettlauf kennen lehrt, sowohl den des gewöhnlichen mit seinen Lasten, als auch das Kriegswesen mit seinen freien Wendungen. Es lehrt ferner vor Menschen sprechen wie es die Umstände erheischen. Als ich die Vorzüge dieses Buches betrachtet habe, war ich entschlossen es von der fremdländischen in die hebräischen Sprache zu übersetzend) Diese hebräische Uebersetzung befindet sich auf der Oppenheimer Bibliothek (Nr. 1662, 4) und wir lassen hier den vollständigen Titel folgen. NblNJ n BMINDM nionta uuy iD3 owteJi ahn* dhisd ^d.iddmteo" D^n nsni mnu ’pojn hmnö nnnji - D^rU 2) Wiener Jahrbücher ebendas. S. 19. 3) Ducatiana Th. \. S. 28. Le VI de discours politiques du fameus la Nova tend a deinontrer que ia lecture des Livres d'Amadis n’est pas moin pernicieuse aux jeune gens, que ceile des Livres de M achiavelli Lest aux Vieuilards» 4) Vergl. über denselben Chambers Cyclopadia of english Literatur Th. 1 S. 232 ff. 5) The defence of Poetry (Edition London, 1810, 4. S. 42. „Truly, 1 have known mens that even with rending Amadis de Galles, which, God hnoweth, Avanteth raiuch of a perfect Poesie have found their Hearth move'd to the exercise of courteses, liberality and especially Courage. — .pmm Dtsnji Y.33 ->ryv^ Dvpmi "pysuw . p3Jn ip'nym ' mpn. inpnym mtnrwi ■ 6.i/^ M3-3?c n nwo iw33-3pyi NDnn Der Styl dieser hebräischen Uebersetzung ist sehr einfach, ohne besondere Hebung, ohne besondere Reinbeit der Sprache. Wir wollen nicht behaupten, daß der anziehende Stoffan und für sich die Schönheit des Styls entbehrlich machte. Wir glauben der Grund hiervon ist vielmehr, weil das Werk populär sein sollte, es sollte ein Volksbuch und für alle verständlich sein. Ucbrigens hat das Talent damals schon beinahe ganz abgenommen. Wir begnügen uns hier den Anfang dieses Buches zu geben. ■yoj’-inj iptsn nau ins* rrn nJDpn N'janaa 'm £> irni m:« nno bym -\w -\ba rrn i^n nn tin ntw^ )b nnp!? nbnxp '->nn mbrn n:sv nun nv' nbiyn bn not? nn'.ni }rnip&»N -jbo d\j\mn^ ioeh niL'p' n!? ’3 ni> ms ^cn ntynsy 's> nrayn nrbjnoi niaia D’jsnt nni bm nniayn dn o ntfNi /ui moa dnsdj ihm njj n2' p bi nncyn nn^m Diese kleine Notiz ist blos im Dienste der Bibliographie geschrieben, über den Amadis selbst zu sprechen, ist hier der Ort nicht» Man erlaube uns folgende Bemerkung zu machen. Diese Uebersetzung zeigt, daß die Juden in ihrer Abgeschlossenheit sich alles literarische angeeignet haben, was irgend zur Hebung beitragen kann und hierin liegt der Werth desselben für die Kulturgeschichte überhaupt. Moses Botarel. Moses Botarel, der berühmte — oder berüchtigte — Kommentator des Buches Jezira, ist sonst nicht weiter bekannt. Von seinen Lebcnsumständen weiß man nichts weiter als das, was in seinem Buche stehet.1 Der Verfasser ist übel berüchtigt durch seine Citate. Rapaport heißt ihn pvj. Wir glauben der Ausdruck ist zu hart. Oie Werke, die Moses Botaril citirt, sind zwar nicht echt, aber der Verfasser hat die Werke gewiß gesehen, die Zahl der untergeschobenen Bücher war zu dieser Zeit groß, und die Kritik hat ihre Rechte damals noch nicht in dem Maaße wie heute ausgeübt. Man findet hier und da Gebere citirt, welche talwudischen Autoritäten zugeschrieben sind. ’ Wir haben selbst 6) Das Buch ist nicht datirt und ist in sehr mittelmäßiger Raschischrist gedruckt. 1) Vergl. unsere literaturhistorischen Mitthettungen S. 103. Note 1. 2) So citirt Rekanati (rp2W"Q 'd) ein Gebet des R. N e ch u n j a b e n h a - K a n e h. wb® nn« ny rnpn p rpjmj fi bw mtarm npDDD H3")3 naopjn n»3n kvw rwn m^on -nrp /ui T^non npon yaw (welches sich in einer Handschrift befindet, die Hr. Moses Hecht aus Tunis der Bodleyanischcn Bibliothek zum Kauf angeboten hat).

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