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Der Orient · 1850-12-21 · Heft 51 (21.12.1850) · p. Seite 202

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 51 (21.12.1850)
Date
1850-12-21
Page
Seite 202 (sequence 20)
Language
German
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System losgesagt. Wenn aber das Verbot von schlechtem Witten zeigte so zeigt die-Motivinmg des Verbotes einen ganz andern Hinkefuß. Man stellt sich.nur darum auf den Boden ^der vergilbten Papiere, weil man der Regelung des Zunftwesens nicht vorgreifen will!! Ohne dem Judenthume anzugchörell, können wir doch nicht unterlassen, diesen Gegenstand zur öffentlichen. Besprechung zu (ringen, denn man kann hier vom Ein- ' zelnen auf das Allgemeine, auf den Umfang der Intelligenz unserer Beamten einen Schluß ziehen. Nur wer unsere aUcit ungarischen Zustände versteht, kann auch diese Motivirung einer nicht zu rechtfertigenden Entscheidung verstehen. Dort wo es kein Staatsgrundgesetz, gibt, wo Beschlüsse uild Gesetze bunt durcheinander gewürfelt bestehen, deren Eines das andere aufhcbt, wo der Usnö und der Abusus Gesetz, wo jedes Komitat ein Kanton, jede Stadt cm Burg flecken ist,, sind derlei Antworten sehr schicklich, aber wo es ctu Staatsgrundgesetz gibt, welches als Einheits- und Mittelpunkt gilt, müssen sich die neuern Gesetze, die Statuten der Kommunen und Provinzen diesem unterordnen. Wenn Gewerbe- und Zunftwesen der Stadt Pesth geordnet werden, müssen sie.im. Geiste und Sinne der Neichsverfassung geordnet werden, im Sinne der Gewerbe-. und . Handelsfreiheit, deren Prinzipien die Regierung an anderen Orten als heilsam anerkennt, aber nicht im Sinne verschollener Landtagsgesetze. DieReichsvcrfassung muß allen andern Statuten und Gesetzen, vergreifen, denn sie ist die Säule auf der diese rul>cn müssen. Wer dieses nicht einsieht, ist entweder nicht fähig, oder nicht windig, der Beamte einer Regierung zu sein, welche die Verfassung und die Grundrechte vom 4. März unterzeichnet hat. Wir versehen uns zur Regierung, daß sie den bercgtcn Entscheid kassiren werde. Nicht im Interesse der Inden sprechen wir hier, sondern in jenem der Verfassuug. (W. Bl.) Pesth, 2. Debr. Auch hier dürste sich attmälig wieder eitle größere Regsamkeit gestalten. Der Vorstand der Gemeinde hat eilt Konnte ernannt, bestehend aus Fachmännern, den H. Schwab, Bach, Wahrmann und Brüll, so wie einer gleichen Anzahl von Laien, deren Aufgabe es sein sott, für den Kultus solche Bestimmungen zu. treffen, wie sic als zeitgemäße Reformen höchst dringend erscheinen. —■ Der in früherer Zeit so viele Thätigkeit entwickelnde Handwerkcrvcrein beginnt wieder eine lebendige Wirksamkeit zu gcsviitncn, die Erlaubnis' zu einer Generalversammlung für die Vereins- Mitglieder wird stündlich von der Behörde gewärtigt. Ueber die Verwendung der Zinsen des zu bildenden Schul- und Unterrichtsfvndes sott von der Regierung ein Konnte ernannt werden, um die geeigneten Vorschläge dafür zu machen. Dem Vernehmen nach sotten Andeutungen auf solche Objekte bereits erschienen sein, die wenn sie erfüllt werden/die Wohlthatcn, die diesem Fonde entwachsen selten , außer allen-Zweisil setzen. Vorläufig kann es' nur als erfreulich angesehen werden, daß die hierher berufenen Nvtabeln die proportionale Vertheilung der Leistungen zri diesem Fonde in ulustcrhaft brüderlicher Verständigung vorgenommen und ausgcarbeitet haben; zwar sielen einzelne aber nur sehr wenige Schatten in das Licht der wechselseitigen Aufklärung und Verständigung, ohne jedoch, wie man hört, eine wesentliche Störung verursacht zu haben. Mit einer wahren Spannung werden die Resultate der von den in Prag versammelten Notabetn Böhmens zu pflegenden Berathungen erwartet; die Namen derselben geben schon eine Bürgschaft für die richtige Auffassung — für die möglich e Lösung ,der ob schweb enden Fragen. Möge es ihnen gelingen für sich, und Beispielgebend für Andere, den unvergänglichen Tempel Zions so zu gestalten, daß, er von Außen wie von Junen eine Leuchte sei, Allen die sich zu ihm bekennen. (W.Bt.) Prag, 1. Debr. Gestern um j 12 Uhr wurde das 50jährige Jubiläum des Dr. med. und kaiserlichen . Nathcs Hrn. Isaak I e i t e (c s in der magna aus feierliche Weise licgcmgnu Das ganze Doktoren- und Prosessorenkollegrum war anwesend. Der Deoan des erftern Hr. Dr. Halle hielt die Anrede au den. greisen und vielverdienten Jubilar, worin er dessen edles und segensreiches Wirken als Mensch und Arzt um die leidende Menschheit durch ein halbes Jahrhundert auseinandersetzte, so wie die Belohnungen und Auszeichnungen , welche ihm von Sr. Majestät Kaiser Ferdinand und Sr. Majestät Franz Josef dafür zu Theil wurden. Hr, Dr. Jeitelcs erwiederte diese Rede mit rührenden Worten des Dankes für die Anerkennung, deren feine geringen Verdienste sich stets erfreut, und dem Wunsche, seine Kräfte bis znm letzten Lebenöhauche dem Wehle der Menschheit weihen zu können. Zmn Schlüsse wurde dem Jubilar vom Dekan unter Choratgesang das Gratutationsdiptom der Fakultät überreicht. Bei diesem Akte erhob sich die ganze zahlreiche Versammlung. Noch muß erwähnt werden, daß Hr. Dr. I. vom Protomedicus und Deeau in den Saal hineingefnhrt und bis zu seinem Sitze begleitet wurde.' Beim Eingang wurde den Gästen ein Gedicht und die Biographie des Jubilars von Dr. Weitenwebcr gedruckt vertheilt. (W. Bl.) Prag, 28. Nvbr. Das schnelle Steigen der Course und die kriegerischeu Gerüchte, welche gestern durch die Stadt liefen, haben unter den Verlraucnsmännern, welche dem Geschäftsstande angehören, einen selchen panischen Schrecken verbreitet, daß sie es für unmöglich hielten unter so außerordentlichen Verhältnissen länger von Haus und Hof entfernt zu bleiben. Es stellte daher Hr. Dr. Wessely den Antrag, bei Sr. Ereellenz dem Hrn. Statthalter um eine kurze Vertagung nachzusttchen. Hr. Präsident verfügte sich zu Sr. E.r-

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