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Der Orient · 1850-12-21 · Heft 51 (21.12.1850) · p. Seite 201

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 51 (21.12.1850)
Date
1850-12-21
Page
Seite 201 (sequence 18)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Elfter Das Monument auf ein Jahr ist 5 Ldlr. Man avonnirt bei allen lövk. Postämtern unv allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. 'für Mische Geschichte und Literatur. Hirausgegeben V2N vr. Julius Fürst. Bon dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechriet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 1§50 Leipzig, den 21. Dcccmücr Inhalt. Deutschland Großherzogthum Posen. Gemeinderathswählen in Posen. Sammlungen. — 'Oesterreich. Pell h Klagen über das Beamttnwesen. Pe st-H. Ueber die Gestaltungen des Kultus. Prag.-Das Jubiläum des Dr. Jeitteles. Prag. Vertagung der Notabekn-Verfammlung. Prag. Die Anschluß frage. — Personalchronik und MisceAen. Leipzig. Aus Galizien. Magdeburg. Franks, a. M. Casale. — LB. d. Or. Deutschland. Groszherzogthum Posen, 6. Debr. Bei den Gemeinderathswählen in Posen haben die Juden mit den Polen gewählt. — Hr. OR. ®gcr scheint wieder in Posen zu bleiben. Hr. Pred. Pleßner ist auch noch da. — Die ,,Neu-Schule^ ist restaunrt und modernisirt, der Kultus in derselben aber nicht reformirt worden. — Der Bruder-Verein hat einen sehr musikalischen Kantor engagirt, und dadurch großen Zuwachs, an Mitgliedern erhalten.. — Aus andern Gemeinden nichts Neues» —- Bei den Samullungen für Schleswig-Holstein haben sich die Juden im ganzen Großherzogthum sehr stark betheitigt; nicht minder thun sie cö jetzt bei den Sammlungen und Vereinen zum Besten derjenigen Familien, welche durch Einberufung der Landwehr ihrer Ernährer beraubt worden. Oesterreich. Pesth,.im Debr. Die Klage, daß unser Veamtenwesen nicht viel tauge, ist alt. Sie datirt von einer Zeit, die älter ist als der März von 1848 und 1849. Nach, der Restauration ist es eben so wenig gelungen, eine Administration zn schaffen, welche den Interessen sowohl der Staatsbürger, als der Regierung genüge. Die Wurzel des Nebels liegt darin, daß unsere Beamten zu wenig Intelligenz haben, um im Sinne einer erleuchteten Regierung zu verwalten, daß sie den Geist nicht verstehen, von dem das gegenwärtige vsterrcich. Kabinet beseelt ist, daß ste die Idee nicht erfassen, auf welche die Regierung das neue Gesammtösterreich erbaut, von der sie es durchweht haben will. Die Idee der Gleichberechtigung aller Nationalitäten und Individuen ist unfctn im .alten aristokratischen und Feudalwesen auf- und großgewachsenen Beamten eben so unverständlich, als dem Mohikaner die Kunstwerke eines Michel Angelo und Danneker. Bekennen sie sich auch äußerlich dazu, so sind sie doch mit dem Geiste und Inhalte dieses großen Gedankens so wenig vertrant, daß sie ihn insgemein für unmöglich, für unrealisirbar halten. Die Charte vom 4. März, die sie beschworen, ist ihnen theoretisches Zeug; echte praktische Staatsweisheit finden sie nur im Iripaolillun Yerböczi und in den alten Landtagsbeschlüssen. Ein Pröbchen dürfte wohl der Erlaß der Pesther Distriktsbehörde., liefert!, welcher den Juden in Pesth verbietet, christliche Gesellen in ihre Werkstätten arbeiten zu (affen. Ein Landtagsbeschluß vo m Ja hr e 1840 will dem so. Zwar ist seitdem die Reichsverfassung erschienen, welche alle Staatsbürger gleich vordem Gesetze erklärt und keinen Ausnahmsgesetzen derart Raum gibt; zwar ist seitdem die alte ungarische Konstitution mit ihrem Privilegien-, Schichten- und Kastenwesen in Schutt zerfallen, aber das kümmert nufere Beamten wenig. Sie /wollen sich bei einem Theile der Pesther Spießbürger, beliebt machen und vergessen an Reichsverfassnng und Grundrechte, gedenken hier aber wohl der. alten verrotteten Gesetze, von denen sich das jetzige 51

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