Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 50 (14.12.1850)
- Date
- 1850-12-14
- Page
- Spalte 795-796 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Kritiken. Vokabularium zum Pentateuch von Dr. Wiener. 798 starb, auf ihrer Mise von Akka nach Damaskus bei seiner Ermordung, von den beiden ihm theuersten weiblichen Wesen sollte die eine seine Schändung, die andere seinen Tod nicht Überleben; aber er selbst muß eine starke.Seele gehabt haben, wenn er, verstümmelt und auf dem Krankenlager mit dem Lode ringend, seine Mutter tobt vor sich liegen sah und nicht verzweifelte.' F. L t. K-rrzs UsLerstchLGW. 31) Wörterbuch zum Pentateuch . T. . . bereitet von Dr. M. Wiener. Erstes Heft. EDD Hannover, 1850, 8. Helwmgsche Hofbuchh. / (Schluß.) Was nun dm „grammatischen Anh an g" betrifft, so ist derselbe aus der richtigen Ansicht hervorgegangen, daß es sehr heilsam sei, den Schülern eine kurze. Uebersicht der wesentlichsten grammatischen Grundgesetze und Paradigmen im Zusammenhänge vor Augen zu legen. Doch muß ein solcher Leitfaden den Anforderungen entsprechen, welche man zu machen berechtigt ist; d. h. er muß fehlerfrei, klar, übersichtlich und dennoch gedrängt sein, wenn auch über das Mehr oder Weniger sich immer streiten läßt. Der Vers, hat nun den genannten Erfordernissen nicht überall genügt. . Abgesehen von den Benennungen Kamaz, Cholom, Ehirik, Schuruk (statt Kamez, Cholem, Ehirek, Schurek) sind die Regeln oft so unvollständig und unklar, so rein äußerlich dargestellt, daß sie unmöglich von den Kindern richtig aufgefaßt werden können. Das Dagesch forte, sagt der Vers. .(§.4) dient zur Verdoppelung des Lautes oder ersetzt auch zuweilen (!) einen fehlenden Buchstaben." Hier.ist offenbar ein Lautgesetz mit einem grammatischen vermischt. Letzteres gehört gar nicht dahin und ist außerdem durch die eigenthümliche Zusammenstellung in ein schiefes' Licht gebracht, indem der Schüler nun glauben sollte, ein solches den Buchstaben ersetzendes Dagesch werde in der Aussprache nicht doppelt gehört. — „Unter die Kehlbuchstaben y , n , H," heißt es §. 6, „wird, wenn sie am Ende eines Wortes stehen und einer der Vokale 3/),“">*" vorangeht, ein *" gesetzt." Auch diese Regel ist sehr ungenügend; ihr sollte überhaupt das Gesetz über offene und geschloffene Sylben vorhergehen und daran sich einfach die Bestimmung reihen, daß n , n , y nur nach * und ohne Vokal hörbar (HttEJ rü) sein können, bei jedem andern Vokale aber ein Patach als Hilfslaut dazwischen geschoben werde. — Der Gebrauch des Meteg (§. 8) ist auf zwei Regeln zu reduciren; es steht l) vor einem Schwa mobile und 2) in der zweiten Sylbe vor der betonten, ist aber vor Dag. f. und Schwa quiaöcens entbehrlich» Mehr als Alles vermissen wir diejenigen Gesetze, ohne deren. Kenntniß die Regeln über die Worrbiegung nur zu einer Summe vereinzelter Erscheinungen werden muffenich meine die Gesetze über die unter bestimmten wiederkehrenj den Verhältnissen stets eintretende V o k a l v e r a n b e r u n g. Wird dem Schüler gesagt, daß an der Stelle des im Kehl- §j buchstaben fehlenden Dagesch forte der vorhergehende kurze f Vokal gedehnt wird und zwar ä in ä , i und & tu § f 5 und ü in 0, so bedarf er nicht mehr der abgesonderten Regeln über den Artikel, über die Zeitwörter mit einem gutturalen Wurzelbuchstaben, über E statt jE u. s. w. Weiß er, daß 2 vokallose Buchstaben im Anfänge des Worts nicht fH beisammen stehen können und das erste Schwa sich jedenfalls tjffj in einen Vokal (zunächst in das schwache 1) verwandelt, so jt|j ist dadurch eine Grundlage genommen für mannigfache Laut- Veränderungen. Kennt er überhaupt den Einfluß des Tons auf die Vokale, so wird es ihm erklärlich, warum aus r m durch Makkes “^3 und TIN geworden ist,^ warum in E^^s sich umwandelt. Hierbei erwähne ich zugleich der mangelhaften und verwirrendem Erläuterung des ■1 convers. (§. 20) das „in der ersten Person der Einheit als 1, in den andern Personen^ als ) mit darauf folgendem Bei A Dagesch" erscheint, so daß der Schüler hier einen Einfluß der Personen zu finden glaubt, während doch y mit Dagesch die ursprüngliche Form ist und der Vokal nur wegen die Präfix jjfj N in der 1. Pers. gedehnt wird. — Von der tiefgreifenden §h Verwandlung des Vokals vorn beim Hinzutreten einer neuen §;j betonten Sylbe am Ende des Worts (E1HEN / E^E§ - D'HtE) ist gar nicht die Rede, obgleich wenige Regeln dem Kinde so jfej leicht verständlich und so nutzbringend sind, wie diese, der Erklärung des Stal, constr. fehlt die wesentliche Bestimmung, daß'die Verkürzung auch in dem regelmäßigen Ab- ||! werfen des Artikels sich offenbare. Daß Ed? nur als Zeichen des Aceusativ, nichl vielmehr W als Bezeichnung des Objektiv- und theilweise des Drmonstcativverhälrniss^s angegeben ist,7 8 will ich, da es dem Anfänger P' nicht so leicht zugänglich ist, weniger radeln, als dieBehauptung (S. 75), daß das angehängce Fürwort in den Nominativ repräsentiren. Der Infinitiv ist bekanntlich Snbstantivform und sein Sussix daher ein reines Possessiv. — S. 78 wäre der Artikel als das eigentliche Ktniizeichen ^y des Superlativ zu nennen; das Wort ENE kann ich als solches nicht anerkennen, weil mit dein wesentlichen Begriff K des Superlativ der Begriff einer Vergleichung stets verbunpV' den ist. ' 7 Indem ich schließlich noch bemerke, daß die erst an's Ende des Anhangs gebrachte Erklärung des 1 eopalaürum gleichfalls zu den Regeln über die Lautveränderung überhaupt jgj.j 7) Auch Herr W. hat dies nicht scharf aufgsfaßt unb benannt, daher das letztere Wort fälschlich EN statt EN* & 8) Daher es auch beim Passiv da erscheint, wo wir den Nominativ gebrauchen: C-pi* "W W