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Der Orient · 1850-12-14 · 50 (14.12.1850) · p. Spalte 797-798

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
50 (14.12.1850)
Date
1850-12-14
Page
Spalte 797-798 (sequence 7)
Language
German
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TOT Studien. Literarische Miscellen. gehört und daß die Verwandlüttg des Hitpael in vor t sich in unsrer hebräischen' Literatur nicht vachweisen läßt',-? wohl aber für nSiITi Jes. 1, 16 sich findet (dies zur Ergänzung der Regel S. 87), scheide ich von dem Hrn. Verf. in der Erwartung, er werde meine von den seinigen abweichenden Ansichteneiner unbefangenen Prüfung unterwerfen und Ln deren offener Darlegung nur das reine Interesse für Wissenschaft und Schule erkennen. P h. Ehren b e rg. Literarische Miscellen. In dem LB. dieser Zeitschrift (Nr. 27, 1850 S. 129— 30) schreibt Hr. Leop. Dukes folgendes: „In dem handschriftlichen Tachkemoni auf der Oxsorder Bibliothek (Pococke 192) lesen wir Kap' 50 folgendes Gedichtchen: b“t \mv p f]Di' 'i N'wn bp ’rwjn D'JUP ife’ D'JDl .'131 WJD DVN USD ni23t> DNil . Wir bemerken hier gelegentlich, daß in dieser Handschrift sich auch das andere Gedicht befindet über denselben, welches in Tachkemoni Kap. 50 gedruckt ist, und auch in der Handschrift heißt es *7,^ vgl. Rapaport in Kerem Chemed Lh. VIl. in seinen 2tnmerkungeu zu den MDN von Luzzatto. Aus der Handschrift hier erfahren wir, daß Alcharifi dieses Gedichtchen in Toledo verfaßte ■’iwyi. Dieses Wort fehlt in dem gedruckten Tachkemoni. Die Wcmuthung Rapaports, daß gestanden hat, das auf dieZa^ 5 (nämlich 1205) hindeuten soll, scheint uns nicht wahrscheinlich; es ist sehr zu bezweifeln, ob die Juden damals, besonders in muhammedanischen Ländern, so genau die christliche Zeitrechnung gekannt haben sollen." Ich will eine Berichtigung dieser Bezweiflung hier niederschreiben, wie ich solche von Hrn. Rapaport mündlich gehört habe. „Wenn Hr. Dukes meinte, haß Toledo damals im m'uhammedanischen Lande gelegen, so könnte er mir einen weit stärker» Irrthum eben in jener Stelle im Kerem Ehern ed Vit-, Nachweisen; denn ich sagte dort (S. 253), daß es sich auch vermuth-en Läßt, weil R. Josef ben Schoschan als ausgezeichneter Mann auch bei den höhern christlichen Beamten angesehen war, wie es ln der Grabschrifr ausdrücklich erwähnt wird, daß dessen Tod auch bei ihnen Eindruck gemacht hatte, und sein Todesjahr nach christlicher Zeitrechnung verzeichnet wurde. In der That aber war die Sradt Toledo, so wie das ganze Königreich Kastilien, zu welchem sie gehörte, bereits im Anfänge des N. Jahrhunderts den Muhammedanern abgenommen, und unter christliche Botmäßigkeit gebracht worden, um nie mehr muhammedanisch 9) jtrijn ist chaldäisch. Berichtigung von R. Rapaport. TW zu werden. — Dieses können uns alle Geschichtsbücher gen, ja Alcharisi selbst giebt uns in eben jener von uns besprochenen Stelle (Tachkemoni Kap. 46 Ans) das besteZeugniß darüber, er sagt: « YIDIND 'HC-VO TiDD1? TOSÜ1 nirtND 'irojn njnc1? n:moöi - hjd^> iudo m ’nbaw Dts' "itj’N * D^ij;n nuhfc1? "HNä’ Du>ei D'^yoty'D n’d , ddidjii Ty ^s' oPioi^n udö' p nc’w '-i n’K/jH rj'.v'Dj -irpoai 'a n:fan i’j) rra'ob rot jtsw p *]0i< 'i Sljn «mn, o>fo war Totfbo der Wohn- und Sterbeort des R. Josef ben Schoschan, ein solcher, der den Unbeschnittenen (Christen) gehörte. Die von Hrn. Dukes aufgefundenen zwei Worte 'irwyt in der Aufschrit des Gedichtes im Tachkemoni (K. 50) unterstützen mehr unfere Vermuthung statt solche zu schwächen; denn es zeigt sich nun, daß nicht nur der Verstorbene, sondern auch der Schreiber des Trauergedichtes zu jener Zeit in der christlichen Stadt Toledo waren. Daß aber auch in der oxforder Handschrift mit dem nach meincrVermuthung überflüssigen J od steht, entscheidet in der Sache nichts, denn da einmal die Abschreiber den Nebensinn des Wortes, daß es auch eine Zahl ausdrückt, nicht mehr kannten, so mußten sie der gewöhnlichen Orthographie folgen, und das gebräuchliche tn, selbst wenn sie in der Originalschrift fanden, als eine vermeinteBerbesserung aufnehmen. Die Wahrscheinlichkeit aber, daß in so gut wie die andern fast gewissen Bezeichnungen der Jahreszahlen als, DJ?» Djt^ Vli ebenfalls eine Jahreszahl ausdrückt, braucht nicht wegen eines leichten- Irrthums der Abschreiber aufgegeben zu werden. Wir glauben bei dieser Gelegenheit, gerade in dem von Hrn. Dukes neu entdeckten Gedichte über den Tod des ben Schoschan einen derartigen Fehler der Abschreiber als sehr wahrscheinlich zu erachten. Was sollte unter verstanden werden? „Die Herzen sind wie ein furchtbarer Fcls in unfern Augen". Der Dichter will doch damit sagen, daß die Herzen versteinert sind über den großen Verlust; wie kommt nun das fremdartige her, welches man sonst nirgends neben findet? ich meine nun, es sollte heißen "2. DieferVers würde so zusammen mit dem vorigen einen paffenden Hauptgedanken ausdrücken'. Die Trauer wird die Zeit überdauern, obwohl (qnm) heute (cfpnj die Herzen sehr versteinert sind, um trauern zu können. Es können die Zeiten aufhören Doch nimmer der Trauernden Zähren Obgleich der Leidenden Herzen ■ Versteinert sind heute vor Schmerzen» Daß manche spätere Abschreiber o?n mit oi\N verwechselt haben, findet man bereits bei einem alten Pijjut, nämlich in dem Neujahrsgebet, welches anfängt mn Di'D, dessen Schluß in unfern Gebetbüchern lautet timp öi\s* und es soll heißen , ftnp wie mir Hr. Salomon Stern in einem Schreiben aus vielen alten Handschriften nachgewiesen hat. " I. Böhmer.

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