Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 50 (14.12.1850)
- Date
- 1850-12-14
- Page
- Spalte 789-790 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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789 790 Studien. Abhandlung über Jbn Tanäch rc. von Munk. miiin bezeichnet worden sein sollte. Dazu kommt noch, baß Zbn B eitar, der in seinem Wörterbuche von den 'einfachen Heilmitteln sehr häufig Zschak el-Jsraili anführt, gedenkt auf ein Mal, in einer Stelle, welche wir weiterhin anführen werden, des Dunasch l>. Le mim, was hinlänglich beweist, daß dieser da ein von dem berühmten Jsraili verschiedener Schriftsteller gewesen sein muffe. Endlich werden wir bald sehen, daß die Aufschrift des Luzzatto'schen Manuskripts völlig falsch ist und daß der Kommentar, welchen diese Handschrift bietet, weder dem Isaak noch dem Dunasch gehöre. Hier der Ursprung des Jrrthums. Dunasch, wie man es sehen wird, war ein jüngerer Zeitgenosse des Arztes Jsraili und lebte wie dieser in KairawLn; der eine nind der andere gellen dafür, Kommentare über das Buch Zezira geschrieben zu haben. Später schrieb ein anderer Gelehrter aus KairawLn, Jakob den N iss im, gleichfalls einen Kommentar über dieses Hauptbuch der Kabbala. Alle drei Schriftsteller haben arabisch geschrieben und ihre Kommentare wurden viel später in's Hebräische übersetzt. Die Abschreiber vermengten häufig unter sich die drei Verfasser und schrieben dem einen das zu, was einem andern gehört; andererseits vermengte man nachher zwei dieser Schriftsteller mit einem einzigen und das war in der Handschrift Luzzatto's der Fall. Glücklicher Weise haben uns die durch Hrn. Dukes veröffentlichten Auszüge der zwei Kommentare über das Buch Zezira/ von denen der eine den Jakob b. Nissim zugeschcieben und der andere derselbe ist, den Luzzatto besitzt, in ' den Stand gesetzt zu erkennen, daß die zwei Kommentare auf unserer Nationalbibliothek vorhanden sind^ und wir wollen nun sehen, ob sie wirklich von den Schriftstellern herrühren können, denen die Abschreiber sie beigelegt. Wir stehen aber gar nicht an zu behaupten, daß der dem Jakob b. Nissim beigelegte Kommentar diesem Schriftsteller nicht zugehöre. Wir wissen, daß Jakob b. Nissim gegen Ende des 10. Jahrhunderts mit Scherira Gaon brieflich verkehrte und daß dieser ihm um 987 die Antwort (als Gutachten) zuschlckte, die sich auf die Verfasser der Mischna und 7) Siehe seine Ausgabe des Kuntras Ha-Masoret (Tübingen, 3846, 12). 8) Der eine wie der andere befindet sich in der hebr. HS. Nr. 160 des FO., aber die hebr. Uebcrsetzung, welche unsere HS. bietet ist nicht dieselbe, welche Dukes veröffentlicht. Der K.'mmenrar, welcher in der Münchner HS. (Nr. 92) und in einer andern von Parma (de Rossi Nr. 769) dem Jakob b. Nissim beigelegt ist, nimmt in unserer HS. die Blätter 65-—93 ein, aber die Abschrift ist da nicht vollendet und man findet da nicht mehr die Vorrede, von welcher de ' Rosst in seinem Katalog den Inhalt bekannt gemacht und von welcher nach einer Münchner HS. einige ansehnliche Stellen im Orient 18-.5 LB. c. 562—3 mitgerheilt worden sind. Die Blätter 95—107 unserer HS. enthalten den Kommentar, welchen Hr. Luzzatto besitzt, nur fehlt hier der Anfang. des Talmud bezieht/ Oer/Verfasser des genannten Kommentars aber sagt in seinem Vorworte, daß er 20 Jahre alt war als Isaak b. Salomo (der kein anderer als der berühmte Jsraili ist) ihm zu Kairawän die Briefe mittheilte, welche er in Bezug auf die profanen Wissenschaften öfters von Saadja Gaon empfing, bevor dieser Fajjüm verlassen hatte, um sich nach Irak zu begeben.10 Dieses mußte vor dem Jahre 928 stattgefunden haben; denn in diesem Jahre war es als Saadja sein Geburtsland verlassen, und folgerichtig muß der Verfasser des Kommentars vor 608 geboren worden sein. Kann mau dann annehmen, daß dieser Schriftsteller Jakob b. Nissim sei, welcher mit Scherira Gaon um 987, und vielleicht noch 11 Jahre später mit Hajo, dem Sohne des Scherira, brieflich verkehrte?" Wir haben nicht nöthig zu zeigen, daß der Kommentar ebensowenig dnm Isaak Jsra'ili gehören kann; dies ergiebt sich gerade zu aus .einer Stelle der Vorrede, von welcher wir gleich sprechen werden, und aus einer Stelle des Kommentars selbst, wo R. Isaak b. Salomon eben angeführt wird. Man würde sogar aus selber Vorrede versucht sein zu schließen, daß Isaak Jsraili gar keinen Kommentnr zum Buche Jezira geschrieben; der Verfasser sagt ausdrücklich, daß keiner seiner Zeitgenossen sich mit diesem Buche beschäftigt hätte und daß er nur den Kommentar des Saadja kenne, der nach Kairawän von zwei aus Palästina kommenden Männern gebracht wurde, ihm aber ungenügend erscheine, und dieses hätte ihn veranlaßt den seinigen abzufassen." (Fortsetzung folg/. 9) Siehe de Rossi Ms. eod. hebr. n. 117. Das in dieser HS. angegebene Datum (12!-8 der ftleuk. Aere) wird durch eine von der Bibl.Nat. jüngst erworbene HS. und welche die Antwort des Scherira enthalt bestätigt; sie hat folgende Aufschrift an der Spitze (HS. der supp!, hebr, n. 79 f. 25): ’Jd^d irrctw ~\'n d’dj ~>'2 npy’ njid bxww rbm dw nbu bar niwv) wi;in.i Nmty m -id nun« nitra nnniK/n 11? nnsi n’H1 |Nn<p bnp tynpn Sipn nnücy pjD^ rfsi.^N. Düffelbe Dal um ist durch eine Stelle der Einleitung zur Grammatik des Pro fiat Daran (T0N MM) bestätigt, wo man liest: ljpn DfQl 'di no'^n iwi’p Sip’? inawn niw, nur hat' sich dieser Schriftsteller, indem er das Jahr 4748 der Schöpfung (988) angegeben, um ein Jahr in der Revue irung der seleuk. Aere geirrt. 10) Siebe LV. des Or. 1. i\ e. 563. 11) Siehe Rapaport Leben des Nissim (hebräisch) Ln der Ztschr. Bikkure ha/Jttim 1832 S. 60 Anm. 4. 12) Siehe Dukes, Kontras Ha-Masoret S. 73. 13) Es ist wahr, daß Jedaj a Penin i in seinem apologetischen Sendschreiben, ausdrücklich von dem Kommentar Jsra'ili's spricht; aber es scheint, daß schon zur Zeit des Jedaja (zu Ende des 13. Jahrhunderts) man nicht mehr in dieser Beziehung gut unterrichtet war. Ein Zeitgenosse des Jedaja, Gerson b. Sa lomo, in seinem Scha a Hcr-Schämajim zu Ende des zehnten Traktats (vd, Rödelheim, 1802, 8. Bl. 69b) sagt, daß nach Isaak Jsraili in seinem Kommentar zum Buch Jezira sind die Morgenträume größ- 50'