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Der Orient · 1850-12-07 · Heft 49 (7.12.1850) · p. Seite 195

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 49 (7.12.1850)
Date
1850-12-07
Page
Seite 195 (sequence 22)
Language
German
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- 195 - sind die 1848 geplünderten Gewölbe, die sich damals außerhalbdes Ghetto's befanden und in Folge Magistratsbeschluß verschlossen blieben, -nun endlich wieder geöffnet; aber man erwartet noch zwei Dinge zur Sühne jener Schandthat, die Bestrafung der Schuldigen, wozu ich auch die Stadtbehördm rechne, und die Entschädigung der Ausgeplünderten. Das Todesco'sche Stiftungsgebäude steht noch Verwüster. — In Prag sind die Herren Thorsch und v. Port he im in die Gewerbckammcr eingetreten. Die isract. Notabeln des Kronlandes Böhmen sollen, wie man sagt, uv nächster Woche zu einer Berathung zusammentreten. Pr<rg, 14. Oktbr. Bei der am 10. d. M. stattgefundenen Installation des Bürgermeisters war Herr Landau eines der 2 ältesten Mitglieder des Stadtrathcs, welcher bei allen Zeremonien dieser Feierlichkeit das Stadtverordnetencollegium zu repräsentiren hatte; und wahrlich Herr Landau macht seiner Gemeinde wie seiner Nation in jeder Beziehung nur Ehre. Gestern bekam er vom Bürgermeister folgendes Schreiben, welches ich glaube Ihnen nicht vorenthalten ju dürfen, weil es gewiß den Lesern der „Wiener Blätter" viel Interesse gewähren wird. An Herrn M. I. Landau, Gemeinde- Vorstand der Josefstadt. Wohlgeboren. Ich glaube die feierliche Einführung in mein Amt nicht bester feiern zu können, als wenn ich meiner armen Mitbürger gedenke. Indem ich einen, meinen Verhälthältnissen angemessenen Beitrag der Prager Oberdircktion der Armcnanstalten übersendet habe — übersende ich auch für. die Armem der Josefstadt den beiliegenden Betrag von. Ein Hundert Gulden Conv.-Mze. mit dem Ersuchen ihn zweckmäßig zu verwenden, und die Versicherung zu nehmen, daß ich jederzeit bemüht sein werde, nach meinen Kräften, behilflich zu sein. Mit der Versicherung der ausgezeichnetsten. Hochachtung zeichnet sich Dr. Wanka. Prag, den 13. Novbr. 1850. Herr Landau hat diesen Betrag als Protektor des Nächstenliebevereins auch sogleich dem Vorstande desselben zur Verchcilung zugewiesen. (W. Bl.) B e l g i e n. Brüssel, im Nvbr. (Aus einem Briefe.) Schluß. Ucber Belgien und Brüssel ist nichts Besonderes zu melden: das wnp oy ift unter den übrigen DWa; fast heißt es wjn “)&y7T bw b biOBna pN T\wy' mit Kraft Artikel der Konstitution b "IDN* 'Q ntpyn HD. Bei außerordentlichen Gelegenheiten stellt es sich doch heraus, daß man zusammen hält, um hinter andern nicht zurück zu stehen. Zeuge hiervon war ganz neulich am 20. Oktober die Todtenfeier, welche in unserer Synagoge über das Absterben der würdigen und unvergleichlichen LandeSmulter Luise Marie, Königin der Belgier, gehalten worden; der im hohen Styl der tiefsten Trauer ausgeschmi'cckte Tempel war gedrängt voll wie es außer den g-JOU msv sonst fast nie ist; Herr Stadtrath und Bankdirektor Bischofs heim (der brüsselsche Rothschild), Hr. Vice-Präsident des Handelstribunals Schuster nebst allen übrigen Mitgliedern der Konsistorien, mehre Beamten und Honorativnen, die zur Gemeinde gehören, waren gegenwärtig. Nach dem gewöhnlichen Gebet hob die Feierlichkeit an; das ziemlich starkbesctzte Chor stand dem vortrefflichen Vorbeter Hrn. A. K o hn mit vielem Talent zur Seite und die Trauerrede des Hrn. Dr. Löb, Groß-Rabbin Belgiens, schloß sich gemessen dem Ganzen au; diese Rede war um so nachdrücklicher und eingreifender, als sie kurz war; viele Trostgrnnde wären ohnehin nicht an ihrer Stelle gewesen, da wir gewissermaßen waren mDtP 'DG — Es hat sich übrigens bei dieser schmerzhaften Gelegenheit herausgestcllt, wie .sehr es der Hauptgemeinde in Belgien Roth thut, einen neuen, größer»^ und würDevollern Tempel zu besitzen, und da es uns nicht an reichen und mildthätigen Mitgliedern fehlt und nebenbei auch auf dieTheilnahme der aufgeklärtesten aller Regierungen Europa's gezählt werden darf, so crdreiste ich mich schon jetzt im Voraus einen Platz in Ihrer Zeitung zu besprechen für die Anzeige der Ginweihungsfeierlichkeiten. Fehlt uns ja doch nur die Kleinigkeit — das Lokal. Uebcr Frankreich will ich Ihnen nicht viel sagen, obschon, wie ich glaube der 0inver5 israelites daselbst unter dm Geiselhieben dcs neuesten Preßgesetzes seit September den Geist aufgegeben hat (—.bestätigt sich nicht —) und Sie die aus monatlichen in halbmonatlichen Heften umgeschaffenen Archives nicht erhalten. Was wäre auch viel von dem NnpDy NTab NDn N“0\vd herabgesnnkenen Mutterland der Freiheit, Gleichheit und Toleranz zu sagen. ruTH HG'N! Trotz ihrer drei oder vier jüdischen Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung äst-die allerchristlichste Republik so intolerant gegen die Israeliten, wie man es nur sein kann, ohne sich vor derJahreszabl 1850 zu schämen. Wie unglimpflich war nicht z. B. das Verfahren gegen dm jungen und talentvollen Prof. Js. Ca hen auf Veranlassung des Bischofs von Lueon! und wie ich höre ist überdies dem mit einer kargen Pfründe abgewicscnen Er-Professor untersagt in seiner Vaterstadt Paris, dem Focus des Lichts, einen öffentlichen Kursus der Philosophie auf Subskription zu geben. Indessen was thut es, werden doch die circa 70 bis 80,000 französischen Israeliten oder wie sie sich^ lieber nennen israelitische Franzosen nächstens die Freude erleben, daß die HH. Foüld, Cremienx, Ermens re. bevor sie sich in die wiedereöffnete, gesetzgebende Versammlung begeben, einer eigends dafür eelebrirten heit. Messe, Za

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