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Der Orient · 1850-12-07 · 49 (7.12.1850) · p. Spalte 777-778

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
49 (7.12.1850)
Date
1850-12-07
Page
Spalte 777-778 (sequence 5)
Language
German
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777 778 Studien. Die Familie Farchi in Damaskus. ä) Von den übrigen Kapiteln müssen, als von Joscfus benutzt, nur folgende Stellen im E.-A. gestanden haben: [10, 33 — 40.] (zweifelhaft, da der Inhalt dieser Verse, soweit Jos. ihn hat, auch 12, 44—47 steht.) 11, l—2. Der Rest des Kapitels, eine Liste, die auch 1 Ehren. 9 freilich säst bis zur Unkenntlichkeit verändert steht, bleibt zweifelhaft. Ebenso 12, 1—26. 12, 27—47 ohne die Worte 'Dion 'ryi iii V. 36. Kapitel 13 fehlte zanz.°^ Fortsetzung folgt). Syrier». Die Familie Farchi in Damaskus« (Fortsetzung.) Ehajim Farchi war das hervorragendste Mitglied seiner Familie, die Familie Farchi ist die hervorragendste unter den Juden Syriens und vielleicht ganz Asiens.1 Alle Reisende würzen ihre Beschreibungen von Damaskus mit einem Besuche bei den Farchi, oft ohne deren Namen zu nennen, wie z. B. dies Browne im vorigen Jahrhundert und Pückler-Muskau vor einigen Jahren auch that. Wilson fällt zum Theil in denselben Fehler der Ungenaukgkeit, aber feine und seines Mitreisenden Graham Beschreibung giebt ein ziemlich klares Bild von der Stellung jener edlen Familie, und ich darf hoffen, aufmerksame Leser für die auszugsweise ins Deutsche verpflanzte Beschreibung zu finden: 285) Natürlich nicht bloß wegen des darin vorkommenden Sanballat. Der Grund der Weglassung wird sich später finden. 1) Seit der Veröffentlichung meines Aufsatzes über Chajim Farchi war ich so glücklich, von dem königl. Generalkonsul Herrn Major v. Wildenbruch schriftlich und mündlich verschiedene Belehrungen über den Gegenstand, wie über die Zustände der Juden in Syrien überhaupt, zu empfangen. Durch den mehrjährigen Aufenthalt dieses aufmerksamen Beobachters und thatigen Diplomaten in Syrien könnte die Kunde dieses Landes um Vieles für uns weiter gebracht worden sein, wären schon alle seine Berichte und die durch ihn erworbenen handschriftlichen Hilfsmittel (wie z. B. die Chronik der Sch eh ab, der Familie des Drusen-Emir Beschir) gehörig benutzt. Die Farchi kennt er persönlich. — Ich habe ferner erfahren, daß ich bei der Behandlung meines Themas schon einen Vorgänger an Hrn. E. Carmoly in Brüssel habe, der in seiner Kerne orientale, 1841, die Verstümmelung und den Tod Farchi's wörtlich aus Damoiseau reproducirt. Eine von Herrn Carmoly angeführte deutsche Schrift: „der Orient in seinem gegenwärtigen Zustande mit Rückblicken auf die Vergangenheit" (Wien, 1840.), konnte ich. bisher nicht erlangen. Auf der königl. Bibliothek fehlt sie, wie sehr vieles Andere über Syrien. Fehlt doch z. B. die deutsche, mit vielen Abhandlungen vermehrte Uebersetzung der Burckhardtschen Reise von Gesenius! „Am zweiten Tage unserer Besuche bei den Juden", sagt Wilson, „kamen wir in eines der fürstlichen Gebäude der Farchi's, der reichsten Banquiers und Kaufherren in Damaskus. Wir nahmen Platz in der Bibliothek, die wir kennen zu lernen begierig waren. Sie ist, obgleich Privateigenthum, vom Besitzer allen seinen Glaubensgenossen geöffnet zum Behufe des Studiums. Sie enthält, sollte ich glauben, die ganze Masse der jüdischen Literatur, mit Ausnahme solcher Werke, die in den letzten fünfundzwanzig Jahren in Europa gedruckt worden sind. Die Bücher sind, wie es bei den jüdischen Büchern gewöhnlich der Fall ist, roh und zierlos gebunden. Die vier Hauptrabbinen der Gemeinde und einige andere achtbare Personen warteten unserer hier und sie hießen uns herzlich willkommen in Damaskus." . . . Wilson tauscht nun mit den Rabbinen Gelehrsamkeit in Erklärung der Bibel und über das Vorhandensein des fabelhaft berühmten Stroms Sambation aus, wobei er versichert, daß weder er, noch ein anderer europäischer Reisender den Strom aufsinden konnte. * Außer der gelehrten Unterhaltung erhielt Wilson aber auch Mittheilungen über die Gemeinde von Damaskus. Sie zählt an 5000 Seelen, unter denen viele Amtsschreiber, Färber, Bäcker, Schlächter, Banquiers, Wechsler, Kaufherren, Kleinkrämer und Hausi'rersi'nd. Sie bedienen sich allgemein der arabischen Sprache und schreiben dieselbe auch mit arabischer Schrift, wenn, sie mit Muhammedanern verkehren, dagegen mit hebräischer Kursivschrift, wenn sie unter sich verkehren. Die Zahl der Rabbinen erster Klaffe ist zehn, doch werden einige andere, die keine Autorität in der Gemeinde haben, ebenfalls Rabbinen genannt. Es giebt vier oder fünf Privatbibliotheken von ähnlicher Größe, wie die, in welcher Wilson saß. Wilson fährt dann fort: „Als wir unsere Unterhaltung mit den gelehrten Männern erschöpft hatten, wurden wir bei den liebenswürdigen Frauen der Familie eingeführt Sie schienen ganz ohne Zwang zw sein, als wir vorgestellt wurden, und sie benahmen sich mit einer Würde und einer Anmuth, wie sie den Edelfrauen Europa's zur Ehre gereichen würde. Die jüngeren Damen halten zwar nicht die rosigen Wangen der Töchter Englands, aber sie standen ihnen sicherlich nicht nach an Zartheit der Züge, an Schönhe'■ der Gesichtsbildung und über- 2) Der Strom Sambation ist nach der Sage in den sechs Wochentagen der wildeste Strom, der nicht nur durch seinen WeUenfturm jeden Uebergang wehrt, sondern auch so mir großen Steinen um sich wirft, daß die Annäherung an sein Bett gefährlich wird; dagegen ist dieser Wilde am Sabbat ruhig und spiegelglatt, wie der Goldfischteich in einem Garten. Nach Josefus und Plinius war dieser oder ein ähnlicher Strom, dessen natürlicher Lauf eine solche Sage begünstigte, irr der Nähe oder gar innerhalb Syriens. Die späterenJuden versetzten ihn nach Indien. Wilson versichert, daß vor etwa fünf Jahren die Juden von Jerusalem eine Kommission ausgesandt hatten, den Sambation aufzusuchen.

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