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Der Orient · 1850-12-07 · 49 (7.12.1850) · p. Spalte 775-776

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
49 (7.12.1850)
Date
1850-12-07
Page
Spalte 775-776 (sequence 4)
Language
German
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776 775 Studien. Ueber den Bibelkanon des Josefus. 4) daß sich von einer'Benutzung der letzteren bei Josefus gar keine Spur findet, auch da nicht, wo er den stärksten Anlaß gehabt hätte, sie vergleichend zur Hand zu nehmen (s. §.-11 a. E.); 5) daß E. A. zwar jetzt die Geschichte Nehemias nicht enthält, aber offenbar verstümmelt auf uns gekommen ist. •— So kann es endlich wohl für ganz erwiesen gelten, daß Josefus auch die Geschichte Nehemias aus jenem verlorenen Schluffe des E. A. genommen habe. 280 Wie es sich mm (um die Untersuchung des vor. h. abzuschlreßen) mit dem Fehler des Namens Scmballat und seiner Genossen verhält, ist jetzt leicht zu erklären. Der Verfasser des E. A. verfuhr so, wie wir es vorhin von Josefus nicht anuehmen konnten. Er lebte nach Erbauung des samaritanischm Tempels, hielt den in Nehemias vorkommenden Sanballat für identisch mit dem Erbauer desselbA der nach schriftlicher oder mündlicher Ueberlieferung gleichfalls Sanballat hieß,2" und lies nun, weil er darin einen chronologischen Verstoß zu scheu glaubte, jenen Namen s a m m t a L l e n d a m L L untrennbar Verknüpften2S2 durchgehends aus. zu sein, denn auch Ehr. V. 20 und 2 Reg. 23, 29 kommt vor. Eher würde der Ausdrucksys Zq cu itQccziav bei Jos. das. wie E. A. l, 25 syugcu, noXspov für on^n1? Ehr. V. 20 hat, für eine Benutzung sprechen. Nebrigens hat Trendel, dagegen auch Stellen, welche beweisen/ daß Jos. hier dem E. 2C. wenigstens nicht a usschließlich. gefolgt ist, sondern auch die Parallelstellen in Chr. und Reg. benutzt hat; und das ist ganz natürlich, denn diese Bücher hat er ja sonst, im Früheren, vor sich gehabt. Die ganze Frage wegen Benutzung jenes ersten Kapitels ist daher nicht von Belang. 260) Gewichtige Stützen für diese Ansicht wie für die gleich vorzunehmende Rekonstruktion des Verlornen werden wir unten bei Betrachtung der Konstruktion der kanonischen Bücher noch finden. 281) Ob mit Recht oder Unrecht bleibt dahingestellt; denn daß der fragliche Mann, Manasses Schwäher, nicht wirklich wiederum Sanballat geheißen habe, haben wir ja nur zugegeben um Denjenigen welche, wie Berthold, „den wunderbaren Spielen des Aufalls in auffallenden Wiederholungen der Dinge^ nicht recht trauen, eine Koncesston^zu machen. 282) Besonders dieser Umstand ist instruktiv und für unsere Ansicht viel beweisend. Wo es anging lies E. A. (wie man nämlich aus Jos. fleht) nur den Name n weg, so Neh. 4, 1, während das ganze Kapitel stehen blieb und von Josefus benutzt ist, anderswo fehlen einzelne Verse, so 2, 10 und 19—20. Wo aber Sanballat die Hauptperson der Erzählung ist, da fiel das ganze Stück weg, so 3, 33—38 und 6, 1—14; denn wenn wir auch im §« 12 (bei Anm. 263) letztere Stelle einigen Worten aus Jos. als Parallele gegenüber gestellt, so wird man doch kaum annebmen können, daß dieser sie vor sich gehabt habe; sie enthält ganz etwas Anderes als „wollten den Nehem. selbst aus dem Wege räumen und mietheten Heiden um ihn zu tödten," was bei Jos. steht; selbst als Auszug aus jener Stelle waren also diese Worte höchst ungeschickt. Ihm, der, wie wir gleich sehen werden, als selbstständiger Redaktor28^ seines Werkes dastand, mußte dies so zu sagen zustehen; und daß er überhaupt mit seiner Urkunde frei verfuhr, haben wir im §. 5 und 6 schon hinlänglich dargethan. Wir werden nun versuchen den verlorenen Rest des E. A. wiederherzustcllen. d. h. die Theile des B. Neh. anzugeben, welche Fortsetzung desselben gebildet; daß und wie wir dies nach Anleitung des Josefus können, ist im Früheren dargelegt. Der Vollständigkeit wegen und zur besseren Uebern sicht des Ganzen setzen wir auch die Bestandteile des stoch vorhandenen E. A. nochmals her. E. A. I, — 2 Ehr. 36-36 - - II, 1—15 ==zMxa'L Hierauf ist vielleicht in unfern Exemplaren etwas ausgcfaHcn (s. §. 10). E. A. II, 16-30 " Esra 4, 6—24 - III — V, 6 apokryphisch - - V, 7 - 73 — Esr. 2—4, 5. - - VI und VII — Esr. 5 und 6. Hierauf höchst wahrscheinlich eine Lücke in unserm E. A. (s. §. 10). E. A. YIII—IX, 36 Esr. 7 — Ende. - - IX, 37—55 — Neh. 7, 73 — 8, 12 und ein Wort aus V. 13. Hierauf wird nun gefolgt fern:284 a) Schluß des abgebrochenen Kap. in Neh. — 8, 13—18. b) Neh. 1—2, 9 j5n 2, 5 war ein Zusatz; - 2, 11—18 >2, 10. 19—20 und 3, 33 - 3, 1 — 32 ) —38 hat gefehlt. Ob die Zahlen in 1, 1; 2, 1 sowie 5, 14 und 6, 15 schon int E. A» geändert oder nur in Jos. Exemplar korrumpirt waren, ist nicht zu entscheiden. e) Neh. 4, 1—17 (ganz) lJn 4, 1 fehlten die - 5, 1—19 ( - ) l Kamen Sanb. und To- - 6, 15—16 /bia; auch mehrere Völ- - 7, 1—4 oder 5 a s kernamen hat wenigstens Jos. das. anders. Von Kap. 5,1—13 hat Jos nichts, doch ist dies leicht zu erklären und kein Grund anzunehmm, daß die Stelle im E. A. gefehlt haben sollte. 6, 1—14 und 17—19 hat gefehlt. Die Liste 7, 26 —72 die schon früher E. A. V, 7—45 nach Esr. 2 da war, wird wohl nicht noch einmal ausgenommen worden sein. 7, 73 und Kap. 8 stand früher, Kap. 9 fehlte. 283) Nicht Co m pi la t or wie ihn Berthold nennt. 284) Die Nachweise für das Einzelne sind sämmtlich in §.12 enthalten.

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