Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 49 (7.12.1850)
- Date
- 1850-12-07
- Page
- Spalte 773-774 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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773 sondere eine methodische Einfachheit zu empfehlen. Das Lesen des Hebräischen kann nur dann ein richtiges sein, wenn es die Hauptregeln über Schwa, Dagesch, Ton, Meteg einschließt. Diese sollen deshalb dem Kerben gleich allmälig mit zum Bewußtsein gebracht werden, damit endlich die Geläufigkeit aufb.öre, das alleinige Maß für das Lesen zu sein. Wird überdies, wie iw der meiner Leitung anvertrauten Schule auch zugleich der-Anfang mit dem Schreiben gemacht, so können die grammatischen Uebungen unbedenklich daneben sortgehen. Ich lasse theils S. M. Ehrenbergs Elementarbuch (Berl. 1838) durcharbeiteu, theils Ioh lson's fiDN nnbirv übersetzen. Dieses Buch verdient aus mehrfachen Gründen bei dem ersten Unterrichte den Vorzug vor dem Lesem der vollständigen Bibel; denn es enthält in trefflich durchgearbeiteter Auswahl und rein biblischem Texte den historischen, also leichtern TheiL der Bibel und — darauf lege ich noch besondern Werth — hat ein Wörterbuch zum Nachschlagen. Das Wörterbuch im eigentlichen Sinne ist aber gerade der Gegensatz zu dem Vokabularium, weil in ihm Form und Begriff in ursprünglicher Einfachheit und gegenseitiger Wechselbeziehung hecvortreten, neue Wortbildungen sich auf,dne natürliche Weife anreihen und die Mühe des Nachsuchens das Gedächtnjß kräftigt. Die Schüler finden sich auch rasch in dieses ihnen Anfangs schwierige Geschäft; sie müssen die aufgefundenen Vokabeln aufschreiben und sowohl im Zusammenhänge der Sätze als in den Wurzelformen auswendig lernen. Durch die tiefere Ausbeute wird ihnen das zuerst langsame Fortschreiten reichlich ersetzt. In den obern Klaffen gelangt natürlich die Bebel in ihrer Vollständigkeit zur Geltung, mir ist beim Lesen der poetischen Bücher neben dem Wörterbuches eine gute Übersetzung mit Vorsicht zu gestatten, und die grammatischen Uebungen, namentlich die Uebersetzungen aus dem Deutschem ins Hebräische werden fortgeführt. Nach meiner Erfahrung kann man die Schüler binnen 5 Jahren (vom 9. bis zum 14. Jahre) in 3 Abtbeilungen so weit bringen, daß sie ohne Anstoß den größten Theil des Pentateuch und der historischen Bücher, sowie sämmtliche Gebete verstehen und fast jedes Wort auf seine Wurzel mit Bewußtsein zurücksiihrcn können, wenn die wöchentlichen Unterrichtsstunden folgendermaßen vertheilt sind; , Bibel Grammatik Gebete Abth. 1Ü. 2 St. 1 St. 1 Sr. - n. 3 - i - i - - jl. 4 - 2 - 1 - . Nicht minder hoch schlage ich hierbei den Vortheil an, daß bei der angegebenen Methode der Unterricht im Hebräischen mit dem in andern Sprachen auf gleicher Höhe steht und so zur allgemeinen Ausbildung in voller Berechtigung mitwirkt. (Beschluß folgt.) . 6) Auf F isirst 's hebr. und chald. Schulwörterbuch (Leipz. Tauchnitz) mache ich hier besonders aufmerksam. 774 Ueber den Bibelkanon des Fl. Josefas. Anhang zum ersten Artikel. Ueber dns apokryph ische Buch Esra. (Fortsetzung.) 3) Hätte Joftfus in specie unsere Stelle Neh. 12, 28 vorgefundm, so hätte er zwar das Recht gehabt, sie zu übergehen, aber er hätte nicht, wie tz. 12 a. E» angeführt ist, sagen können, daß Esra die Sitte befestigt, keine heidnischen Francn zu nehmen, wenn er bald nach seinem Tode schon wieder von der Verheirathung . eines H o h e n p r i e st er so h n e s mit einer Samaritanerin gelesen hätte? — Es kann also nicht bezweifelt werden, daß er so wenig von diesem Ereigniß als von den wiederholten Maaßregcln des Nchemia gegen die Ausländerinnen (§. 12 D in seinen Quellen etwaö vorgeftmden, daß'er von Sanballat und Konsorten und allem darauf bezüglichen dort nichts gelesen habe» §. 14. Resultat e. Versuch der Rekonstruktion des E. A. Fassen wir nun das in den beiden vorigen §§. Erörterte zusammen, so finden wirr 1) daß bei Jvsefus ein großer Theil der Geschichte des B. Nehenr. fehlt; daß cs bei einigen der ausgelassenen Stücke (die zweite Reise Reh., das Fasten) höchst unwahrscheinlich, bei andern (die Maßregeln wegen der Heidinnen, Sanballat, das gleichzeitige Auftreten Eöras und Nehcmias) wohl unmöglich ist, daß er etwas davon in seiner Quelle gefunden; 2) daß er bei anderen, was er aus Nehcmias Leben erzählt, dom Buche Reh. abweicht; 3) daß er den ganzen Inhalt der Wucher Esra- Nehenüa, so weit er im E. A. jetzt noch enthalten ist, an§ diesem und nicht aus den kanonischen Büchern geschöpft hat;^ 279) Nachträglich hier noch einige Worte über das erste Kapitel des E. A., welches den beiden letzten Kapiteln der Chronik entspricht. T r e n d e l en bu rg (a. a. Q. S. 349f.) und nach ihm de Wette (§. 298 Anm. ch geben an, daß Jos., auch dieses Kapitel benutzt habe. Die von Trend, dafür angeführten Stellen enthalten indessen keinen genügenden Beweis. Der Ausdruck uysiv (hog-rriv) den Jos. X, 4, 5 wie E. A. 1, l für NOO 2 Ehr. 35, 1 hat, ist bei den Klassikern und bei Jos. (z. B. Ant. 111, 10, 4) ganz gewöhnlich. Ebenso das das. bei Jos. und E. A. 1, 7 [35, 7]. Wenn es ferner bei Jos? Kap. V, §. 1 heißt: QV% S7Ü OCVTQV GTQ&TSVSIV UleyBV, CdyU’ £7U TOV EvCpQCCZ7]V coQfiTjKBvcu, so lauter dies ähnlich wie E. A. 1, 27 wo Inl yaq xov EvtpQccTOv 6 7i6le£LOQ {iov ioxi für fpu DN* 1 *0 inon^D (ms sür N'H, erleichternde, schwerlich echte L. A.) steht; aber es braucht doch nicht aus dem E. A. gewonnen 49* Studien. Ueber den Bibelkanon des Josefus.