Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 48 (30.11.1850)
- Date
- 1850-11-30
- Page
- Seite 191 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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191 durch unverschuldetes Unglück Herabgckommenen der äußersten Noth zu entreißen, und vor Kmnmer und Sorge zu bewahren. Es haben sich die Herren A. Landesmann, M. Winternitz und I. Jeitcles bereit erklärt, den sich dafür Jnteressireudcn jede nöthige Auskunft über den Verein zu ertheilen, und Hessen wir, daß dieser unser Aufruf nicht unbeachtet bleiben werde. (W. Bt.) Bon der Hanna, im Nvbr. Die Hanna gilt in Mähren, was Sieilien früher der ewigen Stadt, als eine Kornkammer. Sie hat einen fetten und fruchtbaren Boden, der seinen Gläubigern, die ihm den Samenkorn anvertrauen, hohe Zinsen verspricht und auch treu zuhalt — nur die Gleichberechtigung, dieser edle Same einer bessern Frucht, will hier nicht gedeihen. Glauben Sie aber nicht, daß der Boden für diesen Samen nicht empfänglich wäre, bewahre der Himmel! sondern die, die ihn ausstreuen fetten, wetten es reicht. Kremfier bildet, wie Sie wissen, den Centralpnnkt dieser Gegend, von dem die Radien nach der übrigen Umgegend au§- gchen. Hören Sie aber, wie es hier zngehi. In der Schule, deren Leitung den Pi misten anvertraut ist, sind in der 2. und 3. Klasse für Schüler jüdischer Konfession besondere Bänke angewiesen, und nur Schüler, rede christliche Schüler, die sich durch schlechte Sitten eine Strafe zugezogen haben, erhalten einen Sitz unter ihnen!!! Heißt das anders, als den Juden anstatt eines gelben Fleckes einen schwarzen anhefteu! In Kremsier konkurrirte ein Hr. mit einem Christen wegen des Pachtes eines städtischen Regals, da erhielt crsterer den Bescheid, daß, wenn er den Pacht erstehen null, er auch um 500 ft. mehr geben müsse, als letzterer, weit er — ein Jude ist! Diesen beiden Fakten reiht sich noch ein drittes Faktum an. Vor einiger Zeit wollte in Kremsier ein Herr W. einen Bauerngrund käuflich an sich bringen, da hätten Sie sehen sollen, wie sich alles wie ein Maun aufmachte, als wenn es gegolten hätte, den Feind von den Mauern zu verjagen. Daß es da an Drohungen nicht fehlte, läßt sich denken; das Resultat ist uns aber noch nicht bekannt worden. So stehen die Sachen in Kremsier; daß sie in der Umgegend nicht besser stehen, können wir alö eine natürliche Folge bezeichnen, da, wie gesagt, Kremsier-in der hiesigen Gegend den Ton angibt. Möge es besser werden! (W. Bl.) Proßnitz, im Nvbr. Die hiesige Gemeinde wird vielleicht doch wieder ihre frühere Stellung einnehmen und behaupten. Ein thätiger Geist für Gemeinde-Angelegenheiten und gottesdienstliche Sachen sängt wieder an rege zu werden. Die jungen Männer haben so eben ein Konnte gewählt für die Wiederbelebung des Chor- Gottesdienstes. Namhafte Beiträge ftitb bereits snbskribirt, und unter Gottes Segen wird das Werk gewiß gedeihen. Blondere Anerkennung für dieses gottgefällige Werk verdienen die Herren Jonas Kohn, Louis Hckmchnrger und Bernard Schreiber. Wie wir so eben ans sicherer Quelle erfahren, ist der neugewählte Bürgermeister für Proßnitz Herr Jg. Löwin von dem hoh. Ministerium als solcher bestätigt, und so sehen wir einer bessern Zukunft hierorts entgegen. (W. Bl.) Belgien. Brüssel, im Nvbr. (Au§ einem Briefe.) Ich habe so eben eines Kalenders Erwähnung gethan, und dies bringt mich auf eilten Gegenstand, worüber ich mir erlaube werde, Ihnen Einiges mitzutheilen, wovon Sie, wenn Sie es geeignet erachten, das Beste in Ihrem Blatte aufnehmen wollen. Die Veranlassung dazu fand ich in dem Aufsatz des Dr. Zipfer, Nr. 30—34 über Lnzzatto's Werkchen Calcndario ebraico etc. Dieser Aufsatz enthält manches Wissenswürdige, obschon das Hauptsächliche sich bereits in einem der ersten Jahrgänge des Archiyes israelites Juli 1842 S. 388 findet, und ist es überdies zu bedauern, daß in der Tabelle, welche Hr. Z. ans S. 519—20 in Nr. 33 aus Luzzatto hcrüberuimmt, sich mehrere störende Druckfehler befinden, indem fast überall .1120 fehlerhaft ist untrer heißen muß, was auch beim Jahre 4123 Jim in ant abzuändcru ist. Trotz aller Mühe, die ich mir gegeben, Lnzzatto's Werkchen zu verfchassen, konnte ich nicht dazu kommen und Sie werden mich außerordentlich verbinden wenn Sie es mir besorgten. . Denn obschon ich die Anwendung des Textes DDnrai conDDH 'O auf diesen Gegenstand nicht buchstäblich nehme, habe ich mich dennoch von jeher fleißig auf die Kalmderberechnung gelegt und besonders sehr viele Tafeln angefertigt, die in Hinsicht auf nvjJ'Sp allen Forderungen genüge leisten» Ich setzte zwar nicht viel Werth darauf, daß man genau wisse, welches der n^n des Jahres gewesen, in welchem "irm die Stadt rwo gebaut oder die ny^p das Dr\ an welchem zum ersten Male Dny gemacht, aber doch hat die Sache ihren Nutzen und verdient meines Erachtens nicht ganz mit der absoluten Geringschätzung betrachtet zu werden, wie manche sich erlauben , wenn auch Männer wie B en d a v i d, T erqttcttt dazu gehören. Doch zur Sache. Die Tafeln die ich angefertigt und vollendet habe, sind von dreierlei Art, nämlich: I. von der Schöpfung (nach gewöhnlicher jüdischer Berechnung) bis AM. 4104 d. h. bis zum Anfang des pp nrno. tu welchem man behauptet, daß 'jtyfl h»p,"i den jetzt noch gebräuchlichen Kalender eingeführt haben soll; rn diesen Tafeln ist bei jedem Jahr blos NV71 und die rriy^p angegeben und die Jahre sind nach Veit p'o abgetheilt mit Altgabe der ürmyo, überdies sind selbige auf den nämlichen Fuß -fortgesetzt bis AM. 5928. IL Vom -erwähnten Jahr 4105 oder