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Der Orient · 1850-11-30 · Heft 48 (30.11.1850) · p. Seite 190

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 48 (30.11.1850)
Date
1850-11-30
Page
Seite 190 (sequence 20)
Language
German
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190 beliefern in Amsterdam käuflich an sich brachte, so ist es natürlich, daß dev Kurzbeckische Talmud derProöps'- schen in Hinsicht der schönen Ausstattung am nächsten kam. Nachdem die Kurzbeck'sche Buchdruckerei, nach dem Tode des Eigenthümers, an Hm. Anton Schmid überging, veranstaltete dieser von 1794—1834 nicht weniger als vier komplette Ausgaben, mit vielen Kommentaren und Erklärungen, anerkannter Notabilitätm versehen« Dieselbe Officin, unter der gewechselten Firma: Franz Edl. v. Schmid und Busch, veranstaltete hievon vor Mehreren Jahren noch eine sogenannte vermehrte und verbesserte Ausgabe, von der bis fetzt 9 starke Bände in Folio die Presse verlassen haben« Gleichzeitig mit A. Schmids erster Ausgabe erschien noch eine in Wien in der Typographie des Joseph Hrschanzki, 1794, und eine andere von dessen Sohne Georg Hrschanzki, 1812, herausgegeben. Die Landan'sche Buchdruckerei in Prag brachte seit ihrem Bestehen — nämlich seit 1830 — zwei Editionen an's Licht, eine in Folio und eine in Oktav. Letztere ist die einzige in diesem Format, die vollständig erschienen. In Czernowitz erschien ebenfalls vor einigen Jahren eine schöne, sorgfältig ausgcstattete Ausgabe des Talmud. Außer diesen Ausgaben erschienen noch in Wien, Prag, Krakau, Czernowitz, Tarnopol, Lemberg und Zolkiew eine Unzahl einzelner Traktate (MasecMhol).— Hier ist nur vom Talmud Bab’li die Rede. Der Hiervsolomitische Talmud gehört nicht hierher. Alle erwähnten Herausgeber des Talmud in den österreichischen Kronläudern blieben nah und fern nicht ohne Konkurrenz. Denn zu gleicher Zeit erschienen auch in Dyrhenfurt, Sulzbach, Fürth, Frankfurt«. M., Amsterdam- Slobuta, Korez und Lublin sehr werthvolle Talmudausgaben. — Nach muthmaßlicher Berechnung dürften seit 60 Jahren ungefähr 40,000 v ollftändige Exemplare des Talmud in den österreichischen Kronläudern verbreitet worden sein. Was hiervon nach anderen Ländern ansgeführt wurde, ersetzten wiederum die eingeführten Exemplare auswärtiger Editionen. L. Leipzig, im Novbr. Von Leopold Kompert ist erschienen: „Böhmische Juden-Geschichten von re. Wien 1850, 8. bei Jasper, Hügel und Mauz; 27 Bogen stark," die wie seine „Geschichten aus dem Ghetto" (Leipzig 1848, 8.) mit großem Beisalle ausgenommen werden. Herr Lettens giebt in Nr. 19 der Wiener Blätter eine zwar kurze aber schöne Kritik darüber und wir werden auch in diesen Blättern diese interessanten Novellen besprechen, sd wir sie auch erhalten haben werden. Die pädagogische Zeitschrift: Der Schuldote ans Böhmen, redigirt von Gustav Lewit, wird nächstens ihren drit ten Jahrgang antreten. Da wir sie noch nicht zu sehen bekommen haben, so können wir über Tendenz und Inhalt wenig sagen und geben blos die einfache nackte Notiz. — In Wien in der neuen hebräischen Druckerei ist eine neue Auflage von der Hagada-Travestie Hagade le-Lel Schikorim mit den dazugehörigen Sachen erschienen. Wir haben diese Ausgabe zwar noch nicht gesehen — die Verleger scheinen es für überflüssig zu halten, den Redaktionell jüdischer Blätter je ein Exemplar zuzusenden, — aber wenn es blos ein Nachdruck der Somerhauseu'schen Arbeit ist, so kann er mit Bestimmtheit darauf rechnen, daß er wegen Nachdruck verklagt wird. Oesterreich. TVien > im Nvbr. Unter den mancherlei Wohlthätigkeits-Vereinen, die sich bei der hiesigen Gemeinde gebildet, verdient der Verein für Krankenpflege und Versorgung Handlungangehöriger Israeliten besonders hervorgehoben zu werden, der sich nach dem Vorbilde ähnlicher Anstalten in andern großen Städten vor einigen Jahren mit geringen' Mitteln konstituirte und jetzt schon über cm verhättnißmäßig ansehnliches Vermögen zu verfügen im Stande ist. Wir haben bei der vor drei Monaten abgehaltenen General-Versammlung Gelegenheit genommen, uns über dieses Institut und den anerkenneuswerthen Eifer der dabei Vetheiligten lobend auszusprechen, glauben aber unsere Leser wiederholt darauf aufmerksam machen zu dürfen, daß sie durch zahlreichen Beitritt und.Förderungen dieser Gesellschaft das Interesse des Gemeinwohles bedeutend erhöhen, Und ihren bekannten Wohlthätigkeitssinn auch bei dieser Veranlassung bethätigen sollten. Die Wirksamkeit des Vereines beschränkt sich für jetzt nur auf die den erkrankenden Mitgliedern zu Theil werdende Pflege, thcils durchGeld- Subsidim, theils durch andere nöthige Unterstützung, und bietet für den geringen Beitrag von sechs Gulden jährlich reichliche Vortheile für die Theilhaber, die, oft hier am Orte fremd, bei eintretenden Krankheitsfällen oder sonstiger Unfähigkeit zur Besorgung ihrer Dienste, sich aller Hilfsmittel entblößt sehen, und nirgends die wahrhaft brüderliche Theilnahme und Pflege finden, die dem Leidenden so sehr Bedürfniß ist. Den Statuten des Vereines gemäßhaben die jeweiligen Kraukeiiväler die Verpflichtung übernommen, sich angelegentlich der erkrankten Mitglieder anzunehmen, so wie auch zwei anerkannt tüchtige Aerzte schon seit Entstehung des Instituts bereitwilligst die nöthige medizinisch c Behandlung besorgen. Außer der Krankenpflege ist noch der Hauptzweck des Vereines, die in einigen Jahren ins Leben tretende Versorgung von dienstunfähig gewordenen Mitgliedern, und dieser kann nitt dann sicher erreicht werden, wenn durch Vermehrung der Interessenten auch eine Kapitalsvermehrung emtritt, und hierdurch die Mittel geboten mcrden, so manchen

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