Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 48 (30.11.1850)
- Date
- 1850-11-30
- Page
- Seite 189 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2360092-2360634-2360683--7216-3536143- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Głogów 1× ep/1047915
OCR text
für Elfter * w Das Abonnment auf eia Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lodl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Herausgegeben von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das LiteraturblatL mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 30. November Inhalt. Deutschland Drossen. Einweihung einer Synagoge. Frankfurt a. d. O. Lüp schütz als Rabbiner in Fordon. Glogau. Prozesse. Schwetz. Anstellung d?s Dr. Caro. Leipzig. Mitteilung über den Talmud. Leipzig. Literarisches. -— Oesterreich. Wien. Verein. Von der Hanna. Zuge der höchsten Intoleranz. Proßnitz. Gemeinde. — Belgi en. Brüssel. Mittheilungen von Dr. Somer Hausen. LB. d. Or. Deutschland. Drosselt, 18. Oktbr. (Versp.) Am 25. Sptbr. fand hier die Einweihung des neuerbanten, geschmackvoll eingerichteten Tempels statt. Dr.Lewysohn auS Frankfurt a. d. O. hielt die Weiherede und predigte auch am darauffolgenden Schcmini-Azereth-Fest. — Wie es scheint, ist Ihnen der schon früher vom hiestgen Vorstand abgesandte vollständige Bericht der Feierlichkeit nicht zu Händen gekommen, weshalb im Kurzen noch ein vollständiges Referat folgen wird. B. Frankfurt n. d. <©♦, im Oktbr. Der hier zur Zeit privatim lebende Rabb. Lüpschütz, früher Rabbiner zu Lcmdöberg a. d. W., soll das Rabbinat von Fordon in der Prov. Posen bekommen haben, welches er von Ostern ab übernehmen soll. — Der Umbau des hiesigen Frauenbades soll aus Sanitätsrücksichten vorgenommen werden. Der Kostenaufwand wird nicht unerheblich sein; doch bürgt die rege Theilnahme der hiesigen Gemeinde an religiösen Instituten für die Ausführung des allerdings nöthig gewordenen Projekts. — Glogau , im Oktbr. Hr. A r n h e i m ist zwar vom Ministerium auf eingelegten Rekurs von seiner Seite als Rabbiner bestätigt worden, doch wuchert auch die leidige Opposition in üppiger Weise und die sogenannte Lomdim wissen in freilich nicht delikater Art ihr Müthchen zu stillen. Sie verlangen eine mündliche Approbation des Hrn. A. durch rechtgläubige Rabbinen, wozu Herr A. sich nicht verstehen will. Die Worte obijn dbw DOT rfn scheinen ein völliges Anachronism zu sein. Schwetz, im Oktbr. Hier ist als Religionslehrcr und Prediger der junge talentvolle Mann, Dr. Caro aus Zirke angestellt worden. Derselbe übergab auf Verlangen seine am ersten Tag Sukkot gehaltene Predigt dem Drucke. Leipzig, Nvbr. Die W. Bt. bringen folgenden höchst interessanten Aufsatz r D er Talmud inOesterreich. Jedermann spricht vorn Talmud, wenn israelitische Zustände zur Sprache kommen: der Judenhaß, der Krämerneid, unwissende Journalisten und pedantische Bureankraten. Wie dieses Schreckbild Aller eigentlich aussteht, wissen die Wenigsten. Wie seltsam muß schon die Aufschrift dieser Notiz manchem harmlosen Bürger in Oesterreich Vorkommen! Selbst der gute Reuchlin, dem es im sechzehnten Jahrhmldert gelang, den Talmud vom Scheiterhaufen unwissender Pfaffen zu retten, möchte nicht wenig darüber erstaunen, Oesterreich und den Talmud in Verbindung gebracht zu sehen. Nichts desto weniger ist es wahr, daß Oesterreich unter allen Ländern der Erde das bedeutendste rabbinische Kontingent, mit dem schweren Geschütze des Talmud versehen, in den letzten sechzig Jahren stellte. — Die erste Talmud-AuSgabe in Oesterreich, die uns zu Gesicht gekommen, ist bei Kurzbeck im Jahre 1790 in Wicu erschienen. Da dieser ausgezeichnete Typograph die wunderschönen hebräischen und rabbinischen Typen und Matritzen der weltberühmten Pr oops'scheu Brrch-r 48