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Der Orient · 1850-11-30 · 48 (30.11.1850) · p. Spalte 763-764

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
48 (30.11.1850)
Date
1850-11-30
Page
Spalte 763-764 (sequence 6)
Language
German
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764 763 Studien. Ueber den Bibelkanon des Josefus. das wenigstens nahe zu liegen, daß Josefus, der von der ersten Verschwägerung nichts erzählt, sie für iden- Den Hhpr., Bruder jenes Manasse, Zeitgenossen Alexanders d. Gr. mit dem dieser das bekannte Rencontre' gehabt haben soll, nennt I o se fus: Jaddus. (Bei rabbinischen Autoren iss cs bekanntlich Simon der Gerechte, der nach Josefus ein Enkel Jaddus ist.) Namen und Genealogie (s. Anm. 268) stimmen ganz mit dem Jaddua, der Neh. 12, 11 und 22 verkommt und Zeitgenosse des genannt wird. Auch hier ist min derselbe Streit. Hat Josefus Recht, so ist fl Darius Codomannus und jene Verse können nicht von Nehemias, der damals 150 Jahre alt gewesen sein müßte, herrühren; (so schon Spinoza im tract. theol. pol. Kap. 10), ober die Verse sind echt, dann ist n"l Darius Nothus, Jaddus ist unter diesem Hhpr. und kann nicht mehr Zeitgenosse Alexanders gewesen sein. Oder gab es auch zwei Jadduas? Das läßt aber die Lifte der Hhpr., die bei G. S y n c e ll u s und im sog. C h r o n i c i> n p a s ch a- )e, (auch ohne Zahlen bei Nicephorus Constantin o|> o li t.) nicht nur mit Josefus und in den sechs ersten nachexilischen Generacioneu mit Nchem. übereinftimmt, sondern auch bestimmte, zum Synchronismus stimmende, wenn auch unter einander zuweilen leicht abweichende Zahlen für die Amtsdauer eines jeden hat, nicht zu. Die Neueren haben freilich diese Zahlen ganz ignorirt, vielleicht auch zum Theil gar nicht gekannt, da die Quellen eben nicht zu den vielgeleseneu gehören; aber auch ohne dieselben steht wenigstens die Reihenfolge fest. Das Verzeichniß des Isaak de Lattes (s. Anm. (70) weicht freilich bedeutend ab; ich weiß aber damit nichts anzufangen, und daß es nicht, wie Berthe au angiebt, aus talmudischen Quellen genommen ist, also auch gar keine Autorität hat, gesteht schon der gewiß kompetente Jech. Heilpern im Seb. ha-Dor. zu, der S. 42 ä nach Schalsch. hakk. darüber sagt: |V}£ VI3TP □nbty yjnpD tpn"i nmn rfcto■ uyni) ' h. (Es hat in der Thar .einige Aehnlichkeit mit den genannten griechischen Verzeichnissen, nur einige Namen, wie ryifjöp 133 'n u. a. sind aus dem Talmud hinzugefügt) Nun nehmen die Neuern zum Theil den 'l für Dar. Codom. und erklären die betreffenden Verse in Nehemias für unecht (io Berthold, Eichhorn, de Wette rc. auch Dereser und andere sonst konservative Kritiker); Andere für Dar. Nothus (so auch Gesen. HW. 4. Aufl. ferner Jahn, Häver nick, auch de Wette giebr in der 5. Aufl. S. 272 Anm. b, zu, daß es Nothus sein könne; Win er s. y. Darms widerspricht sich mit dem oben Amn. 270 aus Art. Nehemias ausgezogme Stelle). Diejenigen, welche für Darius Codomannus stimmen, verfallen nun zum Theil in die früher in Hinsicht auf Neh. 13, 28 gerügte Inkonsequenz. Daß Dar. Codom. gemeint sei, entnehmen, sie nämlich aus Josefus, weil bei diesem Jaddua so spät lebt, den Manasse aber machen sie gleichwohl zum Zeitgenossen Nehemias, indem sie ihn mit dem 13, 28 Gemeinten für identisch nehmen, sie lassen daher diese Stelle echt sein, nehmen die Angaben des Jos., ohne alle Begründung, theilweise an und verwerfen sie theilweise. (Dies trifft besonders Dereser, der zu 13, 28 den Josefus in der Zeitfolge geirrt haben und doch diese Zeitfolge für Jaddua gelten läßt; ebenso auch Eichhorn und Zunz in seiner Zeittafel, wo ad ann. 414 steht „Sarnantanischer Tempel durch Menasche snach J.oseg SohnJojadas snach Neh.s und dann, ad aun. 5 32 „Jaddua. Hhpe.^). tifch mit der zweiten gehalten, daß er bei seiner Erzählung auch die Stelle im Neh. vor Augen gehabt und daher den Namen Sanballat genommen habe. Wir kommen damit wieder auf den Punkt, der uns hier die Hauptsache ist, das Verhältnis) des Josefus zum B. Neh. Josefus läßt, wie wir (§. 12 am E. unter g) gesehen haben, nicht nur die Stelle Neh. 13, 28, son- Bei Denjenigen aber, welche den Jaddua des B. Neh. zu Dar. Noth. Zeitgenossen machen, ist weder angegeben, noch abzusehen, wie sie dann die Lücke zwischen diesem und Alexander in der Liste der Hhpr/ ausfüllen wollen. Nach Alex, kann man letztere gar nicht interroliren, da sich da überall bei Josef, feste synchronistische Punkte finden (Elasar und Ptol. Philad; Onias und Evergetes rc.); will man nicht dies ganze Verzeichniß derselben bei Josef, und den andern voxhin Genannten umwerfen, so kann man Jaddua nicht von seinem Platze bei Alex. M. rücken um etwa p-rj^n dahin zu setzen. Eine Möglichkeit gäbe es freilich die Angabe Neh. 12 und Jof. zu vereinigen. Dann müßte Jaddua über 70 I., von vor 404—333, sein Vater und Großvater aber zusammen nur etwa 25 I. Hhpr. gewesen sein; Letzteres, weil Eljaschib erst einige Zeit nach Nehemias Rückkehr nach Persien d. h. 432 v. Ehr. gestorben ist (Neh. 5, 14; rergl. mit!3, 4 ff). Sowie man Jadduas Antritt um. das Mindeste hinunterr lickt, so ist er nicht mehr Zeitgenosse des Nothus, rV“] ist dann Codomannus und die Stelle gewiß unecht. — Diese Möglichkeit ist aber so gut wie keine und es scheint die Stelle in Neh. — d. h. die 12, 11. 22; denn 13, 28 hat nach unserer Ansicht damit gar nichts mehr zu thun — nicht zu retten, d. h. sie ist interpolirt. Man bedenke dazu noch d) daß die Genealogie Serubabels in 1 Chr. 3 a. E. um 7 Generationen hinuntergeführt ist, welche wie die 6 Generationen vom Hhpr. Josua nach ungezwungener Rechnung bis in die Zeit Alex. M. reichen (6—7 Geschlechter auf auf 200 Jahre); ohne Zweifel rühren beide Fortsetzungen von einer Hand her. b) Auch der Kontext zeigt ganz deutlich die Interpolation. Die ganze Stelle soll eine Liste der Priester und Leviten zu Serubabel-Josuas und zuJojakims Zeit sein; erstere reicht von V. 1—9, dann fuhr der Verfasser fort Qiprp -p^rj und es folgt V. 12— 20 die Liste der Priester in der zweiten Generation, dann ebenso die der Leviten V. 22—25; V. 26 schließt rekapitulirend ab; das Dazwischenliegende, V. 10 von B'pm bis V. 11 yrp und SB. 22—23 ist fast handgreifliche Interpolation. Schließlich sei zu dieser Digression und vielen andern Stellen dieser Abhandlung bemerkt, daß wir die üblicheChronologie refp. Synchronismus überall zu Grunde gelegt; die Ansichten des George riuke of Manchester in the tim es of Daniel, welche dieselben ganz umwerfen, sind uns bekannt, konnten aber ohne unleidliche Verwirrung nicht berücksichtigt werden. Auch-scheinen uns dieselben durch die Hohenpriester, welche in Esra-Neh. Vorkommen, ganz und gar umgestoßen zu werden. Der Herzog setzt nämlich Nehemia.. als Zeitgenossen Serubabels vor Esra, Alles fallt bei ihm in die Zeit des Artax. Longim. innerhalb 20 Jahre. Nun tritt aber als Zeitgenosse Serubabels konstant der Hhpr. Josua und' als Zeitgenosse Nehemias Eljaschib des vorigen Enkel auf; sogar noch mit Eljaschids Söhnen hat Nehem. zu thun!

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