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Der Orient · 1850-11-30 · 48 (30.11.1850) · p. Spalte 757-758

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
48 (30.11.1850)
Date
1850-11-30
Page
Spalte 757-758 (sequence 3)
Language
German
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81 '1 757 Studien. Nachricht über Abu'l-Walid Merwan Zbn Ganach rc. 788 9,17), -pn ID'-flD (HL. 4, 10) und negativ in!LSN->1D '2 ^Job. 21, 21). Man wendet es auch an im interrogativen Sinne, wie in “iDNrrnD (1 S. 20, 4), und im Sinne der Misbilligung, als im fTVjD (Jes. 22, 16) und 1DV 1tonnCD^"nD (ib-3/ 15)* In unserer ©teile jnnniD ist HD im negativen Sinne, denn es steht anstart jnrv» VN es ist kein Vorzug daraus für den Menschen."12 Diese Beispiele, welche ich zahlreich geben zu müssen geglaubt, weil die grammatischen Denkmale dieser Zeit so außerordentlich fetten sind, werden hoffentlich nicht ohne Interesse für die Geschichte der hebräischen Grammatik sein. Man findet da manche richtige Beobachtung und man wird -einsehen, daß die hebräischen Grammatiker des zehnten Jahrhunderts darin nicht mehr bei den ersten Versuchen waren und daß mehr oder weniger gründliche Studien über verschiedene ansehnliche Theile der hebräischen Grammatik gemacht worden find. Aber, wie wir es schon gesagt haben, das was noch ganz und gar fehlte, das war eine gesunde Theorie über die hebräischen Wurzeln und über die Konjugation. Man erkannte noch nicht die Regeln von der Verwandlung oder Dämpfung der schwachen Buchstaben ('irjtt), auch nicht das was die arabischen Grammatiker die Einsaugung oder die Einfügung (dnjtin , ny^H) nennen, was aber veranlaßt, daß man die gänzlich verschiedenen Wurzeln ineinander mischte und daß man zweibuchstäbige, ja sogar einbuchstabige Wurzeln zugelaffen, wie Jbn (danach än seiner Einleitung merken läßt. Die Kmntniß der arabischen Sprache, damals sehr unter Len Juden ausgebreitet, ist nicht ohne bedeutenden Einfluß auf die Fortschritte der hebräischen Grammatik geblieben; aber das Stadium der arabischen Grammatik, das allein die hebräischen Grammatiker auf die richtige Bahn leiten konnte, war noch sehr vernachläßigt von den jüdischen Lehrern, welche, anstatt darin eine mächtige Stütze zum Verstänidniß der heiligen Schrift zu erkennen, darin nichts weiter als ein müßiges Studium sahen, eine kostbare Zeit in Anspruch nehmend, die besser mit religiösen Studien ausgefüllt werden, kann.13 12) Jefet sagt fast das Nämliche in feinem Kommentar über das hohe Lied (Kap. 5, 8). 13) Jefet, welcher schon im Allgemeinen sich wenig günstig den profanen Studien zeigt, steht gar nicht an, das Studium der arabischen Grammatik unter den Sünden zu rechnen, deren feine Zeitgenossen sich schuldig machten; ich gebe hier wörtlich, me er sich darüber in seinem Kommentar zu den Klageliedern (!, 8, Bl. 272 der HS. der Nationalbibliothek) ausdrückt: «3$ pun PD1 DDmJ nuiy DD Dl' 1>D xnapi onl'NjiDKD i^hcnm d'u-I’nd im^nro;mi Nnabjjru ’nn dhnti'w pDJJi irubfro onnp1? D^ym nihd ]j) hr6tti Enp'1 ih^ obj? prur d. h. „wie viel Sünden begehen wir an jedem Tage! Wie vielmal beg-egnet es uns, das Gesetz zu Überschreitens Denn wir mischm uns unter die Völker, wir ahmen ihre Handlungen nach, wir suchen ihre Sprache mit der Grammatik zu erlernen, wie geben das Geld aus um sie zu erlernen und Man suchte die Schrift durch sie selbst zu erklären, als Grundlage aller Auslegung das Ansehen der maforetischen Punktation nehmend." Die grammatischen Bemerkungen, welche wir aus Jefet's Kommentaren gezogen haben, dürfen uns wohl eine Idee über das grammatische Wissen des Saadja Gaon, Jefets Zeitgenossen, geben, der als einer der großen Grammatiker jenes Zeitalters gilt" und den die rabbinischen Schriftsteller, die wir vernachlässigen die Erkenntniß der heiligen Sprache und das Studium der Gebote Gottes." Wir rverdm weiter unten sehen, daß Jbn G a n ü. ch in Spanien mit einem Vorurtheil dieser Art zu kämpfen hatte. 14) Die wenig regelmäßige Punktation, die man im größten Theile der karaitischen Handschriften, die ich aus Kahira hergebracht, an trifft und von welcher der Hr. Abbe Barges in seinem Specimen (S. 15 und 16) gesprochen hat, schien uns nicht von der Natur zu sein, unsere Aufmerksamkeit zu feffeln., Sie giebt weiter nichts als eine Art der Volksaussprache der morgenländischen Juden wieder, und zum großen Theile muß man sie der Unwissenheit der Abschreiber zumessen. Sie vergegenwärtigen keine Gleichmäßigkeit und dieselben Wörter sind, je nach der Laune des Abschreibers in verschiedenen Weisen punktirt. Hier ist keineswegs, wie Hr. B arges zu glauben scheint, eine eigene Punktation der Karäer; denn man trifft dieselbe zuweilen auch in den Handschriften der morgenlandrschen Rabbaniten, zum Beispiel in den Kommentaren des R. Tanchum aus Jerusalem, und es ist gewiß unrichtig, wenn Hr. Haarbrücker hier ein eigenes Vokalisations-System des Tanchum gesehen, einfacher als das der Masoreten (Siehe R. Tanchumi Hieros. comnientarii in Prophetas arabici specimen, Halle, 1842, 8. p. 20 not. 1). In denjenigen unserer karäischen Handschriften, welche mit größerer Sorgfalt geschrieben sind und die zu gleicher Zeit die ältesten sind, z. B. die Stücke von Jefets Kommentar über das dritte und vierte Buch Mosis, ist die masoretische Jnterpunktation mit der ängstlichsten Genauigkeit wiedergegeben. Es ist übrigens leicht einzusehen, daß Jefet seine Auslegung nur auf diese (maforetischen) Punktation gründet. 15) Wir sehen aus einigen Stellen des Jefet, wo er offenbar eine Anspielung auf Saadja macht, daß sich dieser eifersüchtig zeigte, das Ansehen eines gründlichen Grammatikers zu verdienen; in Betracht dessen schleudert Jefet ihm einige Mal bittere Sarkasmen zu. In seinem Kommentar zur Genesis (1, 2) lesen wir: „Ich habe mn durch rrn übersetzt, was leer bedeutet. Derjenige, welcher lllN von NbiN ableitet, hat einen Jrrthurn begangen; denn das Mem in OINN ist wurzelhaft, weswegen man es auch immer findet, ohne daß es jemals in der Deklination oder im Plural abgetrennt ist, wie z. B. in iQ'ON' NQNN (Ex. 16, 5). Man muß wahrlich über den erstaunen, welcher sich anmaßt, das unter den Regeln der Sprache am dunkelsten zü verstehen, und der nicht das weiß was da einleuchtender ist, derart, daß er bin von. Dinn ableitet." Siehe den Kommentar von Jbn *Esra. Die Worte n^n miyrD (Ex. 21, 4) sind in der Ueberfetzung des Jefet durch Uy (während die Nacht sich theilen wird) und m dem Kommentar heißt es: „Wisse daß niyrD ist ein Infinitiv, wie niN“D L und der Imperativ ist von derselben Wurzel als nitflD 48*

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