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Der Orient · 1850-11-16 · 46 (16.11.1850) · p. Spalte 733-734

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
46 (16.11.1850)
Date
1850-11-16
Page
Spalte 733-734 (sequence 7)
Language
German
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733 Studien. Bruchstück aus dem apokr. Buche Adam's du uns gethan! du hast mir die Herrlichkeit Gottes entrissen. Und zu derselben Stunde hörten wir den Erzengel Michael auf seiner Püsaune blasen, und er rief die Engel zusammen und sprachAlso spricht der Herr: Kommt mit mir im das Paradies und höret an das Gericht, daß ich über Adam halten will. Und als wir den Erzengel posaunen hörten., sprachen wir: Siehe, Gott kommt in das Paradies, uns zu richten. Und wir fürchteten uns und versteckten, uns. Und Gott bestieg den Wagen der Cherubim und begab sich nach dem Paradiese. Die Engel aber sangen ihm Lobgesänge. Als Gott in das Paradies kam, schlugen die BLume wieder aus, sowohl die im Bezirk Adams als die in meinem Bezirk, und wurden kräftig. Und der Thron Gottes wurde bei dem Baume des Lebens ausgestellt. Darauf ries Gott den Adam und sprach: Adam, wo verbargst du dich? Meinest du, daß ich dich nicht finden werde? Kann, sich auch ein Haus vor dem verbergen, der es erbaut hat? Darauf antwortete euer Vater und sprach: Nicht verbergen wir uns vor dir, o Herr, in der Meinung, daß du uns nicht finden könntest; sondern ich scheue mich, weil ich nackend bin, und ich fürchte deine Macht, o Herr. Gott spricht zu ihm : Wer hat dir gesagt, daß du nackend bist? Du hast es nur erfahren durch die Uebertretung des Gebotes, das ich dir zu halten befohlen harte. Da erinnerte sich Adam des Wortes , das ich zu ihm gesprochen, als ich ihn verfahren wollte, daß ich ihn vor Gott sicher stellen würde. Und er wandte sich zu mir und spracht Warum hast du das gethan! Aber auch ich gedachte der Worte der Schlange und sprach: die Schlange hat mich verführt. Und Gott sprach zu Adam: Weil, da ungehorsam gewesen bist meinem Gebot und auf dein Weib gehört hast, so sei die Erde bei deiner Arbeit verflucht. Denn wenn du sie bearbeitest,, so soll sie dir ihre. Kraft nicht geben. Dornen und Disteln soll sie dir tragen und im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen. Viele Mühsal wird dein Loos sein. Du sollst arbeiten und keine Ruhe haben. Won Bitterkeit wirst du niedergedrückt werden, und keine Süßigkeit schmecken. Unter der Last der Arbeit wirst du niedersinken und wirst vor Kälte und Müdigkeit seufzen. Du wirst weder reich noch fett werden, und wirst nicht ewig leben, und die Thiere, über die du herrschen solltest, werden gegen dich auftreten in Aufruhr, weil du mein Gebet nicht gehalten hast. Und zu mir gewandt sprach der Herr also: Weil du der Schlange gehorcht und mein Gebot übertreten hast, so sollst du in Eitelkeit und unerträgliche Schmerzen verfallen. Du wirst Kinder gebären unter vielen Schmerzen und in eine Stunde kommen und dein Leben verlieren. In deiner großen Noth und bei deinen Schmerzen wirst du bekennen und sprechen: Herr, Herr, rette mich, und ich will mich nicht wieder zu der Sünde des Fleisches wenden-. Aber du wirst dich wieder dazu wenden, und deshalb werde ich dich auf dein Wort richten, wegen der Feindschaft, die der Feind in dich gelegt hat. Wieder zu meinem Manne, gewendet sprach er: Und er soll dein Herr sein l Nachdem nun Gott also zu mir geredet hatte, sprach er zur Schlange in großem Zorn: weil du dieses gethan hast und ein böses Werkzeug gewesen bist zu verführen , die da leichtfertigen Herzens waren, so sei du verflucht Dor allem Vieh. Der Nahrung beraubt, welche du issest, sollst du Erde essen alle Tage deines Lebens. Auf Brust und Bauch sollst du gehen, und weder Hände noch Füße.haben. Weder Ohr, noch Flügel noch irgend eins soll dir bleiben von allen den Gliedern, mit denen -du in deiner Bosheit Adam und Eva verlockt und ihre Vertreibung aus dem Paradiese bewirkt hast. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir. und ihrem Samen. Derselbe wird dein Haupt bewachen und du seine Ferse- bis zum Tage des Gerichts. — Nachdem er dieses gesprochen hatte, befahl er seinen Engeln , uns aus dem Paradiese zu stoßen. Als wir aber in großer Betrübniß vertrieben wurden, da bat euer Vater Adam die Engel und sprach: Gestattet mir nur eine kurze Zeit, daß ich Gott bitte und er sich erbarme, denn ich alleinhabe gesündigt. Und jene hielten inne ihn auszutreiben. Weinend rief nun Adam: Vergieb mir, Herr, was ich gethan habe. Da sprach der Herr zu seinen Engeln: Was zögert ihr, den Adam aus dem Paradiese zu treiben? Soll Ich etwa gesündigt oder falsch gerichtet haben? Und die Engel sielen nieder auf die Erde, beteten den Herrn an und sprachen: .du bist gerecht, o Herr, und hast recht gerichtet. Und Gott wandte sich zu Adam und sprach: Von jetzt an darfst du nicht mehr im Paradiese sein. Adam antwortete und sprach: Herr, gleb mir von dem Baume des Lebens, daß ich esse, ehe ich vertrieben werde. Darauf sprach der Herr zu Adam: du kannst nicht von ihm empfangen, denn er wird von den Cherubim mit flammendem Schwerte bewacht, damit du nicht von ihm genießest, und unsterblich werdest in Ewigkeit. Behalte den Kampf, welchen der Feind in dich gelegt hat. Wenn du nun, nachdem du das Paradies verlassen, dich von allem Bösen bewahrst, als ein dem Tode Unterworfener, so werde ich am Tage der Auferstehung dich Auferwecken, und es wird dir von dem Baume des Lebens gegeben werden und du wirst unsterblich sein in Ewigkeit. Nachdem der Herr also gesprochen, befahl er seinen Engeln, uns aus dem Paradiese zu stoßen. Und euer Vater weinte vor den Engeln dem Paradiese gegenüber und die Engel sprachen zu ihm: Was willst du von uns, Adam? Und euer Vater antwortete und sprach zu den Engeln: Siehe, ihr stoßet mich heraus. Ich bitte euch, lasset mich süßes Naucherwerk aus dem Paradiese mitnehmen, damit ich, nachdem ich es verlassen, Gott ein Opfer bringen kann, auf daß mich Gott erhöre. Und die Engel gingen zu Gott und sprachen: Joel, ewiger König, besieh!, daß dem Adam süßduftendes Aiäucherwerk aus dem Paradiese gegeben werde. Und Gott befahl den Adam hineinzuführen, daß er wohlriechende Kräuter.aus dem Paradiese nehme, zu seinem Gebrauche. Und nachdem es ihm die Engel gestattet hatten, sammelte er Safran und Narden, Kalmus und Kinnamomen und andere Samen zu seinem Gebrauche. Und er nahm dieses und verließ das Pa-

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