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Der Orient · 1850-11-16 · Heft 46 (16.11.1850) · p. Seite 182

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 46 (16.11.1850)
Date
1850-11-16
Page
Seite 182 (sequence 3)
Language
German
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- 182 - den Komitemitgliedern zur regelmäßigen Unterstützung der Schleswig - Holsteiner, an deren Spitze der hiesige Eymnasialdirektor steht, gehört auch der in diesen Blättern schon zu öftern Malen rühmlich erwähnte Vr. inecl. Lewenstein. — In einem Anschlag an der Synagoge, so wie in seiner jüngsten Predigt machte Dr.Lewysohn bekannt, daß er hierorts ein Pensionat für Knaben errichten werde, in welchem die Zöglinge neben einem gründlichen Religionsunterricht — in geeigneten Fällen auch Talmudunterricht —> noch die Vorbereitung für den Eintritt in die hiesigen höhem Unterrichtsanstalten erhalten sollen. Bei dem gewissenhaften und gründlich wissenschaftlichen Streben des Dc. L. läßt sich nur. Ersprießliches erwarten. Für auswärtige Eltern, die drei Mal jährlich hierher zur Messe kommen, dürste, besonders diese Gelegenheit zur Ausbildung ihrer Kinder empfohlen werden. Die Anstalt wird zum 1. Mai k. I. eröffnet. — Ich wurde ersucht die Emendation hier bemerken zu wollen, daß in der Korresp. aus Drossen in Nr. 43 d. Bt. in der Textangabe nicht 2 Sam. 22, 7, sondern 2 Sam. 25, 6 zu lesen ist. Oesterreich. Brrinn, 15. Okt. Die gestrige öffentliche Gerichtssitzung bot das Bemerkenswertheste dar, daß der Verteidiger des Angeklagten, Herr Richteramtskandidat Lemberger, wahrscheinlich der erste Israelit war, der vor einem kaiserl. österreichischen Gerichte, und zwar mit dem entschiedensten Beifalle, plädirte. Aus Ungarn, im Oktbr. Das pesther Lokalblatt meldet aus'sicherer Quelle, daß bei ferneren Häuserankäufen durch Israeliten nicht mehr die bisher üblich gewesene Unterbreitung hohem Orts nöthig sein wird. Wien, im Oktober. Die Kupferschmiedgesellen fanden sich bewogen, eine vo'rmärzliche Posse zur Darstellung zu bringen. Sie begaben sich zum Jnnungseommissär Hm. Magistratsrath Blümel, und'stellten den Antrag, man möge jüdische Lehrlinge von der Erlernung dieses Handwerks ansschließen, da diese, als Meister, störend für das Gewerbe wirken würden. Welche Motive diese Herren sonst vorbrachten, erfuhren wir nicht, allein der Hr. Magistratsrath fand sich veranlaßt, ihnen eine Lection über Gleichberechtigung zu ertheilen, und seine entschiedene Mißbilligung dieses Ansinnens unumwunden auszusprechen. In Saphirs Kalender für 1851 befindet sich auch ein: ,,jüdisches Emancipationskalenderchm." Im Zeit- Chesbon heißt es unter Anderem: Seitdem sich am ersten Aepfelfledel die ganze Menschheit den Magen verdorben eppes 6601 Jahr — Seit dem ersten Sprachenkampfe zu Babel eppes 5583 Jahr. — Seit Grablegung des Wiener Judenamtes eppes 3 Jahr. — Seit Rabb. Tausenau die pragmatische Sanctivn zerrissen eppes 2\ Jahr. — Seit Prerau Fenster Einschlagung eppes l-i Jahr. — Seit Preßburger-Tirnauer GesereS eppes 2 Jahr. — Seitdem den Bankdirectoren das Mohel Mefferl für und vor geht eppes 2\ Jahr. — Dann befindet sich eine Parodie auf Arndts. Lied/unter'dem Titel: des Juden Tateland darin; ferner die Abbildungen der vier jüdischen Haimonskinder (Arbo bonin,) und ein Potpourri Charosseö oder Pfefferkrenzlech und Knobelpeuetzlech. —- Das witzige Büchel wird gewiß wieder wie voriges Jahr mehre Auflagen erleben. (W. Bl.) Sornogy, 15. Oktbr. Der Preßb. Ztg. schreibt man von hier unter Andern:: Der Gang der Volkszählung wurde hier auch dadurch gehemmt, daß , als der Verordnung zufolge, jeder seine Nationalität<m* geben mußte, und sämmtliche Israeliten sich als Magyaren einschreiben ließen, später die Ansicht geltend gemacht wurde, die Israeliten bilden einen eigenen Volksstamm, und müssen deshalb auch als die Glieder desselben eingeschrieben werden (!); auf diese Weife begann die Konskription aufs Neue. Hohenems, 16. Oktbr. Die hiesige Jsraelüengemeinde, die einzige in Tyrol und Voralberg, benützte die Anwesenheit Sr. Maj. des Kaisers ' im nahen Bregenz, um ihm einen schwachen Ausdruck ihrer unbegrenzten Dankbarkeit für die durch dessen Geheiß in's Leben getretene bürgerliche Gleichberechtigungen aller Konfessionen darzubringen» Zu diesem Behufe verfügten sich vorgesteru, den 14. dieses, drei ans deren Mitte gewählte Deputirte mit ihrem Rabbiner in das kaiserl. Hoflager, um in einer nachzusuchenden Audienz Sr. Majestät dem Kaiser eine Dankadresse zu überreichen. Prag, im Octbr. Mit Sehr,sucht erwarteten wir das erste Progamm der Sitzungen unseres Stadtverordneten-Collegiums, es erschien, aber wir fanden uns in unfern Erwartungen sehr getäuscht, wir glaubten an der Spitze die Debatte über den Anschluß zu finden, anstatt derselben fanden wir außer Verwaltungsgegenständen, bei welchen unsere Vertreter nicht votiren dürfen, auch ein neues Anlehen, zu dem wir vielleicht werden beitragen müssen, ohne daß wir zu der Nothwendigkeit eines Anlehens beigetragen. Wir wollen uns über diesen finanziellen Punkt hinwegsetzen, weil erber den fortzusetzenden Verhandlungen ohnedies berücksichtigt werden wird. Aber wir können es bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen unsere Gemeindebrüder dringend aufzufordern, an das Stadtverordneten - Collegium das Ersuchen zic stellen, die Anschlüßsache sehr baldigst auszutragen. Ju einem Berichte von hier wurde jüngst der Uebetstaud dieser Zwitterverhältnisse in der Gemeinde erwähnt, wo man bald sich angeschlossen wähnt, und bald nach einer fast unkontrolirten Reparation aufs Neue den Gemeindebeitrag zu bezahlen hat; ein Bittgesuch mit zahlreiche«: Unterschriften an das Stadtverordneten-Collegium gerichtet, dürfte zur Beschleunigung des völligen, nicht blos for-

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