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Der Orient · 1850-11-09 · 45 (9.11.1850) · p. Spalte 717-718

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
45 (9.11.1850)
Date
1850-11-09
Page
Spalte 717-718 (sequence 7)
Language
German
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Studien. Kulturhistorische Miscellen. 717 718 wird also durch das B. Neh. jetzt gerade unterstützt, und zu längnen, daß an diesem Tempeibau wiederum eine Verschwägerung Schuld gewesen, daß an der ganzen höchst einfachen und klaren Relation des Josefus irgend etwas Wahres sei, dazu ist (außer dem gleich zu erwähnenden) doch gar kein denkbarer Grund vorhanden. So werden wir denn zwei Verschwägerungen anzunehmen haben: Ein Sohn Jojadaö^ heirathet eine Tochter S a n b a l l a t s und wird vertrieben, weitere Folgen hat dies C'reigniß nicht; später heirathet M a n a ss e, ein E nkel Jojades, wieder eine Samaritanerin und dies führt zur Erbauung des Gegentempels. ,.Aber es ist unglaublich, daß sich dasselbe Faktrrm zweimal ereignet haben sollte?^ — das ist in der That Alles, was gegen diese Ansicht eingewendet werden kann, was die Fusion der beiden Geschichten und die dann unvermeidliche Konfusion herbeigeführt hat. Dasselbe Erbauung des Tempels auf Gacisim bars anderer entscheidender historischer Gründe wegen nicht über das Ende des persischen Zeitalters hinaufgesetzt: werden." Gründe oder Quellen giebt er leider wiederum nicht an. — 2 ch gebe noch folgende Stützen dieser Ansicht 1) Manche Frühere haben angenommen, Jos. habe die Namen zweier persischer Könige verwechselt if. 2£nm. '270) unö das wäre sehr möglich, wenn es sich nur um den Namen Darius handelte: aber sie haben übersehen, daß Jos. den Tempelbau selbst unter Alexander setzt, diese markirte historische Persönlichkeit unterliegt keiner Verwechselung. Warum sollten wir zweifeln, daß Jos. ihn schon in seiner Quelle benannt gefunden? Auch die darauf bezügliche Erzählung, wie die Samaritaner sich die Gunst Alexanders erworben haben, hat nicht die leiseste Spur von Unwahrscheinl.chkeit. 2) Es ist im B. Neh. nicht nur nicht vom sam. Tempel die Rede, sondern die Samaritaner Namen D’JDS&y — 2 Reg. 17, 29 — kommt sowenig wie der spätere OMD in Esra-Nch. vor) treten da gar nicht als geschloffene, den Süd-judäern mehr oder weniger nahe stehende R e l i g i o n 6 g e s e l l sch a f t auf; es ist nur von p^n oy, von einem Konglomerat verschiedener Stämme die Rede. Erst durch den Gerisimtempel bildete sich das Samaritanerthum zu einer bestimmten Rrligionsgesrllschaft, Srkte, aus und stand als solche dem Judenlhurn gegenüber. Diese Phase und der Gegentempel, auf dem sie beruhete, kann also erst nach Nehem. gesetzt werden. 275) Ich möchte die freilich sonst gleichgiltige Hypothese aufstellen, daß dies der Jesus des Josefus (Ant. XI, 7), der Freund des Persers Bagoses ^Bagoes) sei, der von seinem Bruder Johannes (Jonathan) im Tempel getödtet wurde. Er war vielleicht sogar älter als Johannes und durch seine Heirath seiner Ansprüche verlustig geworden, die er durch Bagosts wieder zu erlangen hoffte. Was Jost (a. a. O. S. 453) gegen diese Erzählung einwendet, leuchtet nicht ein; feine Vermuthungen über dieselbe sind dagegen ganz einfach und wahrscheinlich. Artaxerxes wird nach Haverc. L. A. o ullos* der zweite d. h. Mnemon, genannt; also fiel diese Mordthat nach Neh. Tode, daher steht in seinem B. nichts davon. Nach unserer Hypothese wäre Jesus von Neh. vertrieben worden, dann mit Bagoses zurückgekommen und getödtet worden. Faktum ist es nach unserer Ansicht nun schon deshalb nicht, weil es ganz verschiedene Folgen gehabt und dann hat man dabei übersehen, daß nach Esra 10, 18 auch schon mehrere Söhne des Hohenpriesters Josua ausländische Weiber genommen hatten , daß ebenso Eljaschib nach Neh. 18, 4 dem Ammoniter Tobia, ohne Zweifel doch durch Verschwägerung eines Sohnes, Bruders oder dergl. verwandt war (denn von Consanguinität kann doch keine Rede sein); es ist also jedenfalls oster in verschiedenen Generationen der Hohenpriesterfamilie Aehntiches vvrgekommen, und daran ist durchaus nichts Nnwahrscheintiches, im Gegentheil es erklärt sich diese Wiederholung sehr natürlich. DieSitte heidnische Frauen zu nehmen, stammte aus den frühesten Zeiten, Esra und Nehemia suchten sie auSzurotten; daß es nicht leicht war, sicht mau deutlich genug. Glieder der hohenpriesterlichen Familie, die überhaupt in dieser Zeit keine religiös wichtige Rolle spielte, verfielen von Generation zu Generation in denselben Fehler. Nur die Hohenpriester selbst scheinen keine heidnischen Weiber gehabt zu haben; man wird aber wohl besser sagen: diejenigen Priester, welche solche genommen hatten, wurden durch den Einfluß Esra's und Neh. nicht zur höchsten Würde zngelassen, wenn sie auch vielleicht älteste Sohne waren. Dennoch blieben sie unangefochten in Jerusalem, bis es endlich dahin kam, daß man sNehennasj den Sohn Jojadas deshalb vertrieb. Das war freilich eine schärfere Maßregel, aber wer wird es unglaublich finden, daß ein Neffe dieses Vertriebenen nun doch noch einmal den: Beispiele des Oheims folgte? (Fortsetzung folgt). Literaturuud kulturhistorische Miscellen von Leopold Dukes. Guter Math« n^m dp npm ~ ykwhMw ndh -pfen npDN jom Doips D^in rot? u toi Dieses Gedichtchen befindet sich anonym in der oft erwähnte Handschrift Pococke 74. Dieser Rath aadieAerzte gleich sich bezahlen zu lassen, ist'für die damalige Zeit charakteristisch. * . * Ein Fragment aus einem Gedichte Jbn Esra. Mose Narbonni in seinem Kommentar zum p TI pp> (.Hauptstück 4) hat folgende Zeilen des Jbn Esra. Wir setzen dieselbe nur hierher, obwohl es uns nicht klar ist,

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