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Der Orient · 1850-11-09 · 45 (9.11.1850) · p. Spalte 715-716

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
45 (9.11.1850)
Date
1850-11-09
Page
Spalte 715-716 (sequence 6)
Language
German
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716 715 Studien. Ueber das apokryphische Buch Esra. Konsequent ist von diesen — abgesehen von denjenigen, welche die Identität der Begebenheiten und der beiden Sanbaüats in Abrede stellen, — nur diejenige, welche die Angaben des B. Neh. gänzlich verwirft und sich rein an Jost hält. Wollten die Vertheidiger des Nehemias ebenso konsequent sein, so müßten sie entweder die Erbauung des samaritanischen Tempels wirklich in Nehem. Zeit setzen , oder allen Zusammenhang zwischen jenem Bau und der Vertreibung eines Priesters in Abrede stellen , also Josefns Erzählung ganz fallen lassen; da sie beides nicht wohl können, so bleibt gerade die Hauptsache: die Erbauung des Tempels auf Gerisim bei ihnen schwankend und unentschieden.^ Wir glauben, daß die Sache nicht so schwierig ist und daß unser Vorgänger sie ohne Roth verwirrt haben. Sie haben sich zu. einseitig an die chronologische Differenz zwischen Nehem. und Josef, gehalten, diese ist aber gar nicht die Hauptsache, sondern Folgendes: Das B. Neh. erzählt nichts von der Erbauung des samaritanischen Tempels; Josefns aber bringt die von ihm erzählte Verschwägerung Manasse's mit jenem Bau in die engste Verbindung. Daraus scheint nun stent. conip. Chr. und tx>m C k iv p as ch a 1 e mitgetheilten in Beziehung auf das 6—2. Jahrh. fast ganz übereinstimmt.) mit dem von Isaak de Lattes in nach talmud. Omellen gegebenen sich wahrscheinlich machen läßt." Ich vermuthe, daß Bertheau an eine Verwechselung Jojada's (Juda) mit Iaddu denkt» An einem andern Orte vielleicht mehr über die Hohenpriesterlisten (fl Anm. 26s, und über de Lattes vorläufig Anm. 277). — Gegen die Vorigen nehmen nun B e r t h o l d' I. I. und A. an, d(e Stelle im Nehem. sei unecht und falsch. , Er will dies auch aus dem Zusammenhänge erweisen, da V. 29.sich offenbar nicht auf V. 28, wo nur von einem Priester die Rede ist, sondern auf V. 27 und die früheren beziehe. Daraus ergiebt sich aber nur, daß 23, 28 eine Parenthese, vielleicht eine ungeschickt angebrachte, ist, aber keine Interpolation. — lieber Jost's Ansicht siehe die folg. Anm. Ueber Ewald's Ansicht hoffe ich nach erlangter Einsicht des Buches nachträglich referiren zu können. 271) Auch Bert he nu setzt, obgleich er dem Josefus einen chronologischen Jrrthum zuschreibt, die Erbauung des samar» Tempels doch keineswegs in Nehemia's Zeit. Naher an diese Konsequenz scheint Jost zu kommen, aber seine Ansicht ist nicht klar. Er sagt (!. I.) „Manasse, so wird der von Nehemia fortgejagte Priester --genannt,.sol l — — einen Tempel auf dem Berge Gerisim — — erbaut haben. Wir haben keinen Grund, diese Nachricht unter die Fabeln zu setzen, aber jedenfalls ist es alsdann fabelhaft, daß dieselben Personen deshalb mit Alexander dem Gr. unterhandelt haben —>.—. Wie dem aber sei, das ist gewiß, daß der Tempel in dieser Zeit erbaut worden." In welcher Zeit, in der Nehemias oder Alexanders? Daß dies unklar bleibt, muß bei einem sonst so korrekten Schriftsteller um so mehr auffallen. Während ferner im Texte die Nachricht des Josefus, vom Datum abgesehen, als unverdächtig dargestellt wird, heißt es in der Anm. „doch bleibt die Thatsache nach Josefus dunkel und vielleicht aus Nehemias Ende nur erfunden." — zuvördest hervorzugehen, daß das B. Neh. gar nichts von einem Zusammenhang seiner Geschichte mit dem Gerisimtempelbau weiß. Wäre der fragliche Vers nach jenem definitiven Schisma geschrieben, und sollte dasselbe durch diese Heirath und Verjagung herbeigeführt sein, so wäre gar nicht abzusehen, warum der Verfasser dieses so sehr wichtige Ereigniß nicht mit ein paar Worten hinter angedentet haben sollte?^ — dererseits ist die Erbauung des samar. Tempels nicht nur ein historisches Faktum, sondern die Art , wie sie von Josefus mit der Verschwägerung eines jüdischen Priesters mit den Samaritanern in Verbindung gesetzt wird, ist so einfach und natürlich, daß Niemand die Wahrheit dieses Zusammenhanges und die Glaubwürdigkeit der Erzählung des Josefus im Allgemeinen bezweifeln wird. Durch diese einfachen Erwägungen widerlegt sich nun zunächst die Ansicht derjenigen, welche die Nachricht im Neh. für falsch, d. h. für die irrthümljch in frühere Zeit verlegte Begebenheit bei Josefus halten, sowie die entgegengesetzte, welche dm samar. Tempel wirklich in Nehemias Zeit erbaut sein läßt; denn wäre eins von diesen der Fall, so würde im B. Nehem. etwas von dem Tempelbau stehen. Ebensowenig wird die Nachricht des Josefus falsch, d. h. .das in spätere Zeit verlegte Faktum des B. Neh. sein, denn der samaritanische Tempel hat wirklich n i ch t v o r D a r i u s N othus (st. 404) existirt;^ die Zeitangabe des Josefus, welcher ihn unter Alexander erbaut sein läßt,^ 272) Die Echtheit der Stelle ist dadurch freilich nicht erwiesen. Doch wird sie auch nur von denjenigen angefochten, die von der Identität der beiden Fakta ausgehen. (Daß Nehem. noch mit einem Enkel Eljaschib in Konflikt gekommen sein könne, fl d. folgende Anm.) — Uns kommt es hier begreiflich nicht auf die Echtheit der Stelle an; genug sie ist älter als der samar. Tempelbau, auch ein Interpelator würde sonst auf diesen hingewiesen haben. 273) Wegen Neh. 12, 22 der dort verkommende ^Vl '’D'nDn kann kein früherer König als Darius (auch Ochus genannt), das B. Neh. also vor diesem Könige nicht abgeschlossen sein und aus dessen Schweigen über den samar. Tempel folgt Obiges. Wäre l2, 22 and V. 11 desselben Kap. freilich eine spatere Interpolation und unter rl Darius Codomannus gemeint (fl Anm. 277), so siele dieser Beweis; aber der in unserer Stelle (13, 28) selbst genannte Jojada ist nach dem natürlichen Synchronismus, wie nach den Zahlen bei Syncellus u. A. (das.) ein Zeitgenosse des Darius Nothus, welchen Nebem. noch ganz wohl erlebt haben kann. Er kam 444 v. Chr. (20. Jahr des Artax. 1.) nach Palästina, wöre er damals 30 I. alt gewesen , so hätte er selbst beim Tode Darius Nathus nur 70 I. gehabt. Also auch danach fallt der Schluß des B. Neh. erst unter Dar. Nothus. Fast einstimmig setzen auch die Chronologen die zweite Reise Nehemias, nach welcher die Vertreibung des Priesters stattgefunden, in Dar. Noth. Zeit. S. Win er 8. v. Nehemias. 27.4) Auch B^rthold sagt ,(a. ,cu O. S. 1034) „die

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