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Der Orient · 1850-11-09 · 45 (9.11.1850) · p. Spalte 707-708

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
45 (9.11.1850)
Date
1850-11-09
Page
Spalte 707-708 (sequence 2)
Language
German
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707 708 Studien. Bruchstück aus dem apokr. Buche Adam's. indem du darnüch verlangst? Wenn es so ist, so offenbare es mir, und ich will gehen und dir eine Frucht aus dem Paradiese holen. Denn ich will Staub auf mein Haupt legen und weinen und beten. Und es wird mich der Herr erhören und seinen Engel senden, und ich werde Dir bringen, wodurch deine Noch von dir weich-- Spricht zu ihm Adam: Nein/ mein Sohn Set, ich bin in Krankheit Und NoLh gerathen. Spricht zu ihm Set. Und wie bist du dazu gekommen? Und Adam sprach zu ihm: Als uns Gott schuf, mich und eure Mutter, durch die ich auch sterbe, gab er Uns jedes Gewächs im Paradiese, nur von Einem befahl er uns nicht zu essen, denn wir würden davon sterben. Und es kam die Zeit, wo die Engel, welche eure Mutter bewachten, aufstiegen und anbeteten vor dem Herrn. Da gab ihr der Feind, und sie aß von dem Baume, indem sie wohl wußte, daß ich nicht nahe war, auch nicht die heiligen Engel. Darauf gab sie auch mir zu essen. Als wir nun Beide gegessen hatten, zürnte uns Gott. Und der Herr kam in das Paradies und stellte seinen Thron auf und rief mit schrecklicher Stimme: Adam, wo bist du? Und warum verbirgst du dich vor meinem Angesichte? Kann denn das Haus sich vor dem verbergen, der es erbaut hat? Und er sprach: Weil du meinen Bund übertreten hast, so sollen über deinen Körper siebenzig Plagen kommen. Die erste Plage ist die Verletzung der Augen, die zweite Plage trifft das Gehirn. Und so folgen nach einander alle Plagen. — Als Adam dies zu seinen Söhnen gesprochen hatte, seufzete er schwer auf und sprach: was soll ich thun? Ich bin Ln großer Betrübniß. Und es weinte auch Eva und sprach: Adam, mein Herr, stehe auf, gieb mir die Hälfte deiner Krankheit und ich will sie tragen. Durch mich ist dir dies widerfahren, durch mich sind Leiden über dich gekommen. Adam aber mtgegnete der Eva: Mache dich auf und gehe mit Set nahe hin zum Paradiese, und streuet Erde aus euer Haupt und weinet und bitter Gott, daß er sich meiner erbarme und seinen Engel in das Paradies sende und mir von dem Baume gebe, aus welchem das Oel herausfließt. Davon bringe mir, und ich will mich salben und werde Ruhe finden. Dann will ich dir kund thun, auf welche Weise wir einst verführt wurden. Und es begaben sich Set und Eva in die Gegend des Paradieses. Als sie aber auf dem Wege waren, sah Eva ihren Sohn, wie ein wildes Thier ihn angriff. Und Eva weinte und rief: Wehe, wehe mir! Denn wenn ich kommen werde zum Tage der Auferstehung, werden Alle, die gesündigt haben, mich verfluchen und sprechen: Eva hat nicht das Gebot Gottes gehalten. Und es schrie Eva zum Thier und sprach: O du böses Thier, fürchtest du dich nicht, das Ebenbild Gottes anzufallen? Warum öffnete sich dein Mund, warum erstarkten deine Zähne, warum gedachtest du nicht deiner Unterwerfung, denn einst wurdest du dem Ebenbilde Gottes unterworfen. Darauf schrie das Thier und sprach: O Eva, nicht uns geht deine Habsucht an, noch auch dein Weinen, sondern -ich, denn die Herrschaft über die Thiere ist durch dich weggenommen. Warnm öffnete sich dein Mund, um von dem zu essen, von dem dir Gott geboten hatte nicht zu essen? Dadurch ist auch uns die Natur umgewandelt worden. Du kannst mich daher jetzt nicht tadeln, wenn ich dir Vorwürfe mache. Es spricht aber Set zu dem Thiere: Schließe deinen Mund und schweige und laß ab von dem Ebenbilds Gottes bis zu dem Lage des Gerichts. Darauf spricht das Thier zu Set: Siehe Set, ich laste ab von dem Ebenbilde Gottes. Und das Thier entfloh und ließ ihn verwundet zurück, und begab sich in sein Lager. Ser aber ging mit seiner Mutter Eva in die Nähe des Paradieses, und sie weinten daselbst, indem sie Gott baten, er-möchte seinen Engel senden, damit er ihnen das Oel des Oelbaumes gebe. Und Gott sandte zu ihnen dm Erzengel Michael, welcher also sprach: Set, du Mann Gottes, mühe dich nicht ab, du bittest umsonst um den Baum, in welchem das Oel fließt, um damit deinen Vater Adam zu salben. Es wird dir jetzt nicht gelingen. Aber am Ende der Zeiten, wenn auferstehen wird alles Fleisch von Adam bis zu jenem großen Tage, Alle, welche sein werden ein heiliges Volk, dann wird ihnen gegeben werden alle Freude des Paradieses und Gott sich mitten unter sie stellen. Und es werden nicht mehr sein Sünder vor ihm, denn das böse Herz wird von ihnen genommen und ihnen ein Herz gegeben werden, welches das Gute versteht Und Gott allein dient. Gehe wieder zu deinem Vater, denn das Maaß seines Lebens ist vielleicht in drei Tagen voll. Wenn aber seine Seele ausfährt, wirst du eine schreckliche Rückkehr derselben schauen. Nachdem der Engel dieses gesprochen hatte/ ging er von ihnen, und Set und Eva kehrten in das Zelt zurück, wo Adam lag. Und es spricht Adam zu Eva: O Eva, was hast du uns gethan! Du hast über uns großen Jom gebracht, welcher ist der Tod, der da herrscht über unser ganzes Geschlechts. Und Adam sprach weiter zu Eva: Ruse alle unsere Kinder und die Kinder unserer Kinder, und offenbare ihnen die Art unserer Übertretung. Darauf sprach Eva zu ihnen: Höret, alle meine Kinder und die Kinder meiner Kinder, ich will euch verkündigen/ wie der Feind uns verführt hat, als wir bas Paradies bewachten. Wir bewachten Jeder den Theil, der ihm von Gott zuertheilt war; ich bewachte in meinem Loose Mittag und Abend. Und es ging der Teufel in das Loos Adams, wo die wilden Thiere waren; denn die wilden Thiere hatte Gott uns zugetheilt. Alle männlichen gab er eurem Vater, alle weiblichen aber mir, und Jeder von uns bewahrte sein Theil. Und es sprach der Teufel also zur Schlange: Stehe auf, komm zu mir, ich will zu dir ein Wort reden, das dir Heil bringen wird. Da kam die Schlange und der Teufel sprach zu ihr: Ich höre, daß du klüger bist als alle Thiereg als ich aber kam, um dich kennen zu lernen, fand ich, daß du, obschon, du größer bist als alle Thiere, doch das allerkleinste anbetest. Warum issest du von dem Unkraut Adams und seines Weibes und nicht von den Früchten des Paradieses? Wohlan, wir wollen durch sein Weib bewirken, daß er das Paradies verlassen muß, sowie wir durch ihn vertrieben wurden. Es spricht zu

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