Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 44 (2.11.1850)
- Date
- 1850-11-02
- Page
- Spalte 701-702 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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701 Kritiken. Nork's System der Mythologie. 702 Spitze eines Heeres, worunter auch Weiber und Kinder, nachi dem sie das Wasser mit einem Stabe geschlagen, trockenen Fußes durch das Meer, während die nach setzenden Feinde in den Wellen umkommen. (Davon hieß Dionysos,: Meerdurchwanderer. Nimni Dion 20, 253.). Der Unterschied besteht nur darin, daß bei , Mose alle Feinde ertrinken, Dionysos aber Einen verschont, damit er den Seinen die Nachricht von, dem Sieg des Gottes verkünde. Beide schlagen einen Quell aus dem Felsen , .Mose mit dem Stabe,, Dionysos mit dem Thyrsus (Paus IV. am Schluffe). Beide sind Gesetzgeber,, Beide wurden in Arabien , (Nysa Midjan) erzogenz Beide haben zwei Ammen, Dionysos die Phär und Phäsylle (Theon. ad arat. .I5ha«n4 177, 255) Mose die PUa (jj© Glänzende, also gleichbedeutend mit Phäo, deren Namen von cpccco abstammt) und, Schifca die Leuchtende, von *)O2, leuchten), also auch etymologisch von jenen nicht verschieden. Bride endlich haben ihren Namen von den Fluthen, denn Orpheus nennt den Dionysus My ses (Mvörjs) und einen Sohn der Isis, welche jene Buto ist, die den Horus vor Lyphoiis Verfolgungen schützte. Nach Jablonsky hieß sie Muco. Pharao's Tochter, die Mose rettete, hieß Bitha (n?>2 Jalkut Chad. f. 69. col. 6); nach Josefus aber Termutis (also Mutus mit dem koptischen Artikel). Wie Myses soll auch Moyses (1-.XX, M&vaijg) von dem Wasser (Mm >d) benannt sein, aus welchem ec gezogen wurde, in welchem Falle er aber Tl^'n] hätte heißen müssen, paßt besser auf dm Herauszieher Israels aus Egypten." Die weitern Parallelen in den Thaken Mosis und Dionysos, so wie die Gründe für die Einsetzung der beiden Aequinoetialfeste, die wir gleichzeitig und mir fast denselben Kultgebräuchen auch im Dienste des Dionysos wiederfinden — so daß schon Plutarch zu Parallelen verleitet wurde — möge man im Buche selbst Nachlesen, da wir es nicht ganz aüsschreiben mögen. Es versteht sich von selbst, daß N: der neuern Kritik, die den Pentateuch erst im babylonischen Exil abgefaßt werden laßt, sich freudig anschließt, daher er an den Rückfall der Israeliten in den Götzendienst nicht glauben mag, sondern diese vom Pentateuch ausgestellten Klagen als ein vctsqov TiQorsQOv betrachtet, wie viele Begebnisse aus den Büchern der Könige rc. in dem spätern Pentateuch Ln mythischer Umgestaltung (wie die beiden von Ierobeam in Dan und Bethel aufgestellten Kälber und die eherne 'Schlänge aus den Tagen Hiskias) noch einmal erzählt werden. Daß bei solchen Anschauungen von der Urgeschichte der Israeliten der Verf. auch nicht an ein einstiges Vorhandensein von zwölf Stämmen glaubt, wird Jeder mit Recht voraussetzten. In der Thar wird S. 299—302 in der Note mit, etymologischen und andern Gründen nachgewiesen, daß Jakobs Söhne Personifikationen der 12 Sternbüdee sind, denn auf die, Zwölfzahl darf man hier so wenig Gewicht legen, wie bei den 12 Söhnen Nahors, den 13 Söhnen Esau's und den 13 Söhnen Jsmaels, welche die Araber selber , nicht kennen, da diese nur von Kachtan (Jaktan) sich-herlesleiten. Daß die abwechselnden Zahlen 12 und 13 aus dje Monate bald des gewöhnlichen Mondenjahrß, bald des Schalt-,' jahrs sich beziehen, versteht sich von selbst. Nach des Verf. Ueberzeugung gab.es, in Esra's Tagen nur götzendienerische Israeliten. (Ephraimiten), welche zu Samaria eino Taube, anbeteten, und Juden, deren Name schon den Glauben an. Einen Gott verkündet, denn für müsse nMl? ö?lefen. werden. Den Monotheismus aber haben die Juden in Ba- . bylon kennen gelernt, wo die Bilderstürmerei zuerst ausgeübt wurde, als die Assyrer polytheistische Völker besiegt hatten. ' Dadurch erkläre sich die besonders im Pentateuch und in den Psalmen, deren Verfasser dem Stamme Juda angehörte, geübte Polemik gegen die Vielgötterei, sowie , das Vorkommen de^ Zoroastrischen Dualismus in den ersten Kapiteln der Genesis; denn auch Zoroaster kennt die Schlange als die Maske des bösen Prinzips. Auch ein Stamm Levi habe nie existirl, wie man aus dem Buche der Richter n. öft. sich überzeugen kann« Eine priesterliche Erbfolge könne sich erst nach dem Exil ausgebildet haben, als alle Bedingnisse zu einer Theokratie bereits vorhanden waren. Folglich war, wie Mose, auch sein Bruder Aharon eine mythische Persönlichkeit, und sein Name, wie der seines Amtsgenossen von den t>4 h. dem prophetischen Orakelfchilde des Hohenpriesters entnommen. Das erbliche Priesterthum berief sich, zur Erhaltung seiner Vorrechte, auf Mes mythische Urbild. Ueberras'chend ist es jedoch, daß ein solcher isd, wie der Verf. dieses Buches, das rabbinische Ceremonialgesetz bei jeder Gelegenheit vectheidigt. Ihm zufolge wäre der Genuß der Hülfenfrüchtt am'Passah eine Sünde, weil wie der Sauerteig, als gährender Stoff, ein Symbol der Sinnenlust, auch die Hülse, dieses von den Priestern Indiens, Egyptens rc. verabscheute Sinnbild des leiblichen, an einem. Feste gemieden werden muß, als man sich der Gottheit heiligen will;* und die Abschaffung des psn,vp vor dem Schoferblasen am Neujahrsfest, würde N. gewiß auch nicht billigen; denn am Neujahrstage werden die Mächte der Finsterniß durch den Posaunenton verscheucht, wie einst die — Giganten durch Tritons Muschel. Aus demselben Grunde wurde von den Römern bei Leichenbegängnissen mit der Posaune geblasen (Birg. Aen. 11, 192. Horat. 1 Sat. 6, 44. Ovid. Heroid. 12, 140. Amat. I!. 6, 6^ Pers. 3, 103. Petron. 129), aber auch an den Floralien (Juven. 6,- 249), weil dieses Frühlingsfest, wie das Tubilustrium der AtheneadlTuyl* d. i. der Posaunen-Minerva mit der Opferung des Sühnwidders gefeiert wurde (Ovid. Fast. 3, 849). Auch in Argos wurde der Frühlingseintritt durch den Schall der Trom- Schon in der Vorrede S. VI. wird das Erstgeburtsrecht, welches Esau für ein Linsengericht verkaufte, für das ewige Leben erklärt, , welches dev-materialistisch gesinnte Waidmann nicht so hoch achtete als ein Linsengericht, dejsien xothe Farbe, wegen Jes. 1, 18 auf das Sündhafte seines Thuns noch besonders hinwies.