Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 44 (2.11.1850)
- Date
- 1850-11-02
- Page
- Spalte 703-704 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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703 Ankündigungen. 704 mette verkündigt. Daß die Römer im Frühlings-, die Israeliten aber im Herbstanfang die Posaune bliesen, erklärt sich aus der verschiedenen Sühn zeit beiden Völker. Die Heiligkeit der Posaune erklärt N. daraus, ^daß die Brahmanen dem Seehorn (sskr. suneba, %oy%r}, concha) schaffende, dem Tode entgegenwirkende Kraft beilegen. Ohne dieses gebe es weder leibliche noch geistige Wiederschopfung, daher hat es Brahma , als Weltschöpsev in der einen Hand, die Veda's (das Gesetzbuch) in der andern; Wischau ebenfalls, wenn er dem Dämon der Zerstörung die Gewalt über alles Geschaffene zu entwinden strebt, und SLwa beim Weltbrand am Ende der Tage. Daß der Satan durch das Posaunenblasen „verwirrt" (wird, wie der Largum zu 4 M. 29, 1 paraphrasirt,' ist klar , erstens weil das Horn als ein Symbol des Lichtstrahls* dem Geist der Finsterniß unmöglich gefallen kann; zweitens, weil der Posaunenton Gottes Stimme ist (2 M.. 19, 5). Wenn die Hebräer, wie die Hetrusker, sich der Posaune auch im Kriege bedienten, so kommt dies daher, weil die alten Völker annahmen, daß, während sie *) Vergl. p^ eornu. mit pp etadiare unb mit "IDA glänzen, leuchten, daher talmudisch: die Morgenröthe. einen weltlichen Feind bekriegten, die Gottheit deren geistige Urbilder, die Dämonen, jene Schutzgötter andersgläubiger Völker, bekämpfe. Diese Deutung verschafft auch 4 M. 10, 9 einen richtigen Sinn, wo es lautet: „So ihr in den Streit . zieht, sollt ihr blasen mit Posaunen, damit der Herr Euerer gedenke, und euch beistehe gegen euere Feinde." Darum heißt auch der Neujahrstag, wo Israel gegen seine geistigen Widersacher im Kampfe ist, ein „Tag des Gedenkens" (3 M. 23, 24). Daher heißt es: „Heil dem Volke, das der Posaune kundig, denn es wandelt im Lichte deines Angesichts." Wie nun die Juden einen dreifachen Gerichtstag annehmen; den Neujahrstag, den Begräbnißtag und den jüng-! sten Tag als das allgemeine Gericht, so ist klar, was auch das Posaunenblasen bei Leichenbegängnissen und die Posaune des Weltgerichts bezwecken soll, nämlich den Ankläger der Menschen im Himmel zu — verwirren. Daß der ein Widderhorn, die calTtLy^ unt> Tuba hingegen von Erz waren, ändert nichts an dem gemeinsamen Zweck; denn der 1EW soll an den Widder erinnern, welcher an Isaaks Statt geopfert wurde; Griechen und Römer zogen jedoch das Erz vor, weil dessen Klang die Geister der Finsterniß vertreiben soll (Ovid. Fast. 5, 441. Birg. Aen. 6, 232—236). Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen l-£ Sgr. für die gespaltene Petir-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Wichtige Preisermäßigung! 1413) Bei F. E C Leuckart in Breslau ist erschienen und durch jede Buchhandlung zu beziehen: Lehrrmd Lefebrrch zur Sprache der Mischnah, von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner zu Breslau, In zwei Llbtheiluugen. Ladenpreis: 1 Rthlr. ermäßigt auf: 15 Sgr. . [114] Durch C. L. Fritz sche in Leipzig ist von allen Buchhandlungen zu erhalten: Ateret Zebi, Kommentar zu Rasch: von Jakob Mir. Wilna, 1834, 4. Geb. 17 Ngr. Schreibpap. 20 Ngr. T osefta zu Tohar ot, crklärtvonR. ElijaWilna. Mil na, 4. geb» 22 Ngr. Jacobson, Dr. I. H.,/ Katechetischer Leitfaden beim Unterricht in der israel. Religion , mit einem Anhänge, enthaltend Bibelkunde. Zweite Auflage, brosch. Preis 2 Ngr^. 20 Exemplare für 1 Thlr. 5 Ngr. — — 450 Gebete und Lieder für die israelitische Jugend jedes Alters in Schule und Haus, brosch. Preis 10 Ngr. 20 Expl. für 5 Thlr. 'lipn ’D, Nachweise der jüdischen Gebräuche aus den Quellen. Eine antiquarisch-religiöse Untersuchung von Abr. Lewisohn, Rabb» in Oberschleflen. Brosch. 15 Ngr. 4 2L7 n p y r : 8aakat 8 die her. Das Trauerlied des Salomo Jbn G ebirol über den im Nissan des Jahres 1039 gemordeten R. Jek u t i e U In einem besonderen Abdrucke von Js. Benjakob aus Wilua. brosch. 5 Ngr. Manna von M. Steinschneider. 1H46. brosch. 10 Ngr. Enthält: Nachbildungen jüdischer Poesie aus der Blüthenzeit jüdisch-arabischer Bildung. Verlag pon C. L. Fritzsche, Redakteur: Dp. Jul, Fürst, Druck von I. H. Nagel.