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Der Orient · 1850-11-02 · 44 (2.11.1850) · p. Spalte 699-700

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
44 (2.11.1850)
Date
1850-11-02
Page
Spalte 699-700 (sequence 6)
Language
German
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699 Kritiken. Nork's System der Mythologie. kst, nur dem Menschm gegeben. Manche Thiere haben zwar wegen ihres niedrigen Verstandes auch eine Wahl, der Esel kann z. B. wählen , welche Wiese er wolle, allein er bleibt bei jeder Wahl Esel, sowie der Hund bei jeder Speise Hund bleibt/ Selbst in seinen physischen Bedürfnissen ist dev Mensch mit einem Wahlvermögen begabt, das den andern Lhieren nicht zu Theil wurde, und zwar hinsichtlich der Wahl der Befriedigung seiner körperlichen Bedürfnisse, als Speise, Trank rc.; die letzteren können von solcher Beschaffenheit sein, baß sie keine Störung hinsichts seiner geistigen Thätigkeit herbeiführen, sondern diese sogar befördern.* Dieses ist der Unterschied zwischen dem thierischen kollektiven Leben und dem mdividuellen Leben des Menschen. Das erstere wird daher in Hinsicht des Individuums todt genannt, das letztere aber wird wegen seines Fortschrittes und seiner Vervollkommnung Leben genannt, daher sagt die Schrift: „Siehe, ich lege dir heute vor das Leben und das Gute, den Tod und das Böse , so wähle das Leben, damit du lebest und dein Same. Deut. 30, 15. 19. Josua sagt: Und nun ehrfürchtet den Herrn und dient ihm mit Redlichkeit und Treue re. Wenn es euch aber mißfällig ist dem Ewigen zu dienen, so wählet euch heute, wem ihr dienen wollt rc. Nach geschehener Wähl fügte er hinzu; Zeugen seid ihr gegen euch,, daß ihr selbst euch den Ewigen erwählt habt, ihm zu dienen, und sie sprachen: wir sind Zeugen. Josua 24, 14. 15. 22. Der eifrige Elias, derDsbite, sägte bei einem feierlichen Akte: Wie lange hinket ihr nach beiden Seiten hin. Wenn der Ewige Gott ist so wandelt ihm nach und wenn es Baal, so wandelt ihm nach. Nach geschehener Wahl sprachen sie aus: ‘ Der Ewige ist Gott, der Ewige ist Gott» Daher sagt Jesaja 56, 4—5. Die da wählen, woran ich Gefallen habe re. ihnen gebe ich in meinem Hause und meinen Mauern Denkmal und Namen rc. einen ewigen Namen gebe ich Ihnen, der nicht vertilgt wird. Dieses ist die angemessene Art des Seins des Geistes in der Welt, dieses ist das geistige Leben, in. dem wir schon hierueden sind. Die Ansterblichkeit jenseits ist,, nur die Fortdauer des gegenwärtigen Lebens -sjöijiy d. h. Deine ewige Sphäre wirst du schon im irdischen Leben wahrnehmen. Die Materie ist nur das Relative, das Geistige ist das wahre Reale, ein Reflex des Absoluten. Diese verbürgt 2) '3m Bunde mit Noa ist schön das Mut dessen verboten worden,' welches eine :innre Dapravatrvn beim Menschen herbeiführt. Das wilde Naturell der reißenden Landthiere und Raubvögel ist nur dem Genüsse des Blutes zuzuschreiben. Dieses -Gesetz sollte noch jetzt für die Menschheit geltend fein. Römer. 790 uns das Dasein Gottes und die Unsterblichkeit der Seele, wie jener Deutsche sagt: „Wir haben die Ahnung Gottes in uns, zu dessen Bild wir erschaffen sind rc. Wir haben durch die Anlage der Vernunft eine Ueber« zeugung, die der mathematischen nichts nachgkebt. Nur Moses hat uns gelehrt ein geistiges Leben in Gott und dem Menschen, um das Unanschauliche und'nicht Wahrnehmbare als Realität gelten zu lassen, d° i. seltene Lehre von der Unsterblichkeit der Seele. (Fortsetzung folgt.) 30) Andeutungen eines Systems der Mythologie, entwickelt ans der priesterlichen Mysteriosophie und Hierologie des alten Orients. Won F. N o r k. Leipzig, 1850, 8. Dyk. X. 330 S° (Schluß.) Nun ist Josua, der israelitische Feldherr als Sonnengott aufgefaßt worden. Wie, Josua, dessen Tod Jos. 24, 30. Nicht. 2, 9 ausdrücklich berichtet wird, ein Gott? N. wird durch diese Frage nicht-verlegen, weil der Ort, wo Jofua starb „Sonnensinsterniß" (abwechselnd ppD itnb Dnn nJön) hieß. (Die Wurzel ist ]£& verbergen, und das D"in die Sonne bedeute, weiß man aus Hiob 9, 7.}~ Wer aber war Rahab? wer sonst als die MondgLttin in der zunehmenden (^rn erweitern) Hälfte? nach ihrem Kultus hieß die Stadt, in welcher sie hauste: Jericho (von FIT* Mond). Wie Aphrodite tzoqvt] und hie babylonische. Mylitta war gleich Rahab eine Hure, anspielend auf das.Opfern der Jungfrauschaft zur Huldigung der. Göttin. Denn was der Kultus verrichtete, soll die Gottheit zuerst gethan haben; so Abraham sich zuerst beschnitten haben oder Saturn verschnitten worden sein. Der Historischen Auffassung, widerstreben die Fragen: Wozu bedurfte es der Spione (4 M. 13, 17), mm das Land, wo Milch und Honig fließt, den Israeliten schon im Voraus verheißen war? wozu des geheimen Verständnisses mit einer Buhlerin, um eine Stadt zu erobern? War aber Josua ein mythisches Wesen,,, so mußte es konsequent auch schon Mose sein§ dessen Wunder .in der Geschichte des Josua sich nur wiederholen. Hören wir die Gründe, welche S. 231 Note 156 für diese Ansicht ausgestellt werdenr Mose ist Dionysus (Bakchus), denn wie Letzterer „Gesetzgeber" (frssfioyogos) und „stirngehörnt" (mvqohsqcos) hieß, so warf Mosis Antlitz Hörner (pp 2 M. 34, 29), d. h. Lichtstrahlen, als er das Gesetz vom Sinai brachte. B e sdo sind in Egypten geboren, Beide werden als Säuglinge, um der Verfolgung eines Königs (Pharao, Akrisios) entzogen zu werden (vergl. Targum Jonatan zu 2 M. 1, 1 und Picke Elieser c 48 mit Joseph. Ant. Ull» 9, 2) in einer Kiste dem Nil übergeben (Paus. M, 24) $ Beid e durch eine Königstochter '(Lh.ermutis --- Ino) in dem Alter von drei Monaten (vergl. 2 M. 2, 2 mit Pausariias a. a. D») dem Wassertöde entrissen; Beide ziehen ander

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