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Der Orient · 1850-11-02 · 44 (2.11.1850) · p. Spalte 695-696

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
44 (2.11.1850)
Date
1850-11-02
Page
Spalte 695-696 (sequence 4)
Language
German
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Studien. UeLer das apokryphische Buch Esra. 696 695 nimmt nur eine Leibwache an [— 4, 17'(^n WEH)], man arbeitet bewaffnet [— 4, 10 ff.] Nehemias selbst reitet Nachts bewaffnet umher svermuthlich 2, 12—16] er ermüdet nicht, ißt und trinkt nicht zum Vergnügen [— 5, 14 ff.] der Bau dauert 2 Jahr 4 Monate, wird vollendet im 28. .Jahr des Terxes im 7. Monat sStimmt zu dem 25. Jahr des Zrerxes .im vor. tz., ist aber ganz gegen Neh. 6, 15] worauf Opfer und ein achttägiges Fest [12, 27— 43/ aber von 8 Tagen steht dort nichts]. Die Volker Horen dies und.ärgern sich [6, 16]. Da Jerusalem noch menschenleer ist s7, 4] so . bewegt Nehemias Priester, und Leviten dahin zu ziehen sKap. 11], baut ihnen Häuser aus seine Kosten [?] ordnet die Abgabe der Zehnten an dieselben an. [12, 44 ff; auch 10, 33—44]. . Nehemias Lob und Tod. Das ist Alles, was Josesuö aus dem B. Neh. wiedergiebt. Daß er in den benutzten Stellen umstellt und .abkürzt, . ist .leicht erklärlich, betrachten wir nun aber das gänzlich Fehlende. Eö ist Folgendes: a) Die Steuerung des .Wuchers 5, 1—13; b) die Nachstellungen, Verlaumdungen und falschen Propheten 6, 1—14. 17—19$ c) das Fasten Kap. 9; ü) die neuen Maßregeln wegen der heidnischen Weiber, 10, 1—31; 13, 1—3. 23—27; e) wegen des Sabbat 10, 32; 12, 15—21; f) Nehemias zweite Reise 13, 6 endlich g) jede Erwähnung des Sanballat urld Tobia und der von ihnen handelnden Geschichten 2, 10. 19—20; 3, 33-38; 4, 1; Kap. 6 — und die Verschwägerung derselben mit der Hohenpriesterfamilie und deren Folgen in Kap. 13. Hat Josefus dies Alles nicht in seiner Quelle gehabt? Schon der Umstand, daß er am Schluffe sagt: ,,Nehemias that noch viel Schönes und Nuhmwürdiges" scheint dafür zu sprechen; daß er mehr von ihm gewußt und gefunden als er erzählt, obgleich jene Worte in einem kurzen Encomium, wie sie Josefus auf bedeutende Männer zu liefern pflegt, stehen und als bloße Phrase gelten könnten. Weiter ist früher bei Betrachtung sämmtlicher historischer und theilweise historischer Bücher der Bibel gezeigt worden, daß Josefus ohne daß ein Grund dafür zu entdecken wäre, nicht leicht irgend ein Faktum oder eine Notiz ganz wegläßt. Wohl pffegt er, wenn er eine Zeitlang ausführlich erzählt hat, zur Abwechslung wieder abzukürzen, 264 aber in der Weise wie es hier geschehen, weder Gesammtinhalt von 10 Kapiteln, unter welchen 4 rein historische, in einen Paragraphen zusammengedrängt ffist, während die 10 Kapitel des B. Esra, die doch hrch viele Listen n. dergl. enthalten, deren 28 füllen, äst cs doch nirgends, sonst der Fall. ' So könnte nun das über Wucher und Sabbat Verfügte, als minder bedeutend, und die Jntriguen der Samaritaner als schon oft dagewesen — also a, e und theilweise b der oben genannten Stücke — absichtlich übergangen worden sein; ebenso könnte die Geschichte von den falschen Propheten und den mit den Feinden verbündeten einzelnen Juden vielleicht als nai265 weggelassen fein. Warum aber von der zweiten Reise Nehemias (1) nichts erwähnt sein sollte, ist schon gar nicht einzusehen; von dem Fasten (e) hat er auch schwerlich etwas gefunden (s. Anm. 252); die Maßregeln wegen der heidnischen Weiber (d) könnten als schon dagewesen übergangen zu sein scheinen, aber Josefus gicbt bei Esra (V, §. 4 sin.) an: derselbe habe dem Mißbrauche in Betreff der Mischehen so gesteuert, daß die Wichtige Sitte fü e die 'Zukunft bestehen 111 c 6 26e — nrie kann er also diesen Mißbrauch schon äzu Nehemias Zelt wieder gefunden haben, warum sollte er das Verdienst der definitiven Abschaffung dem Nch'emias nehmen und dem Esra zucrthcilen? Besonders wichtig ist endlich die konstante Weglassung des Sanball at und aller auf ihn bezüglichen Daten (g), welche wir im folgenden tz. beleuchten wollen. tz. 12. Die Verschwägerung der Hohenpriester- Familie mit S a n b a l l a t u n d d i e E r b a n u n g des Tempels auf dcm Bcrge G e r i si m. (Neh. 13, 28. Jos. Ant. XI, 7, 2—8, 4.)267 261) So find $. B. vom B. Daniel die Kap. 1—2 und b—6 ausführlich, 3 und 4 aber nur ziemlich kurz.gegeben. 265) So das nwyü, vergl. auch zum B. der Richter oben Anm. 30. 266) cag TdV2:7}V zfjv GvvrjQ'dav nov Xoikov fivvi^ov — Zwar. erzählt Jos. selbst 8, 2 daß viele Juden und Priester, wie Manasse, heidnische Frauen genommen; aber dies ist erst viel später zu D a r i u 6 Codomannus Zeit, also über 130 I. nachher (nach Josefus); auch giebt er dort an, daß die Aeltesten und der größte Theil des Volkes damit sehr unzufrieden waren, im Ganzen war also doch „die Sitte nunmehr fest." 267) Diese.Episode ist scbon vielfach besprochen worden, keltere Schriften darüber sind bei Havercamp zuin Jos.!. 1. bei Berthe ld Eint. Hl S. 1033 ff. und Winer R. W. B. 8. v. Nehemias genannt (s. Anm. 270). Von Neuern sind mir bekannt und zu nennen: Kleinert (s. Anm. 270), Bertheau (das.), Häver nick Einleit. .11, 1; Ewald Geschichte des Volkes Israel UI, 1; Jost kl.Allg. Gesch. rc. Bd. 1. S. 451; Joynholl cumni. in hist, gentis Sfimarit, Leyden, 1846, besprochen von Robiger kn der. Hall. L. Z., abgedruckt im LB. des Or. 1848 Nr° 49 ff. Auch Lengerke in „Kenaarr" sowie Herzfeld in

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