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Der Orient · 1850-10-26 · 43 (26.10.1850) · p. Spalte 683-684

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
43 (26.10.1850)
Date
1850-10-26
Page
Spalte 683-684 (sequence 6)
Language
German
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683 684 Studien. Ueber das apokryphisihe Buch Esra. gens mrd Abends.^ Hier sind offenbar zwei verschiedene Uebersctzungen neben, einander;^" ursprünglich aber kann der Vers nicht so gelautet haben, eine Uebcrsetzung des O ist von späterer Hand; die Vulgata hat die von dem Hebr. am meisten abweichende! gewählt;^ Jofefus hat entweder auch beide gelesen! und die entgegengesetzte vorgezogcn, oder er hat die andere gar nicht gehabt; jedenfalls entspricht sein utcz%- ‘fravoiJisvGJv eher dem sv L^^cr des E. A. als dem hebr. ’O, welches einfache Wort Jofefus gewiß richtig verstanden und wiedergegeben hättet" hätte er überhaupt nachgesehen. ä) Kap. V, §. 2 parallel Esr. 8, 35 und E. A. VIII, 66—67;' (cf. §. 5, 2, e) rwürr n’pir giebt letzterer mit xqayovg vneg amxriqiov) Jofefus dagegen SQicpovg ug nctQaixr\Giv rav r\^uQXYi{isv(ov. Er braucht deshalb aber das Hebräische nicht verglichen zu haben, denn die Bestimmung der Ziegenböcke als Sündopfer im Opferknltus war ihm ganz geläufig, gerade jenen Ausdruck dafür gebraucht er beständig in dem von den Opfern handelnden 10. Kap-, des 3 S3; der Ant. Das V7V6Q acoxfjQiov tjat a dagegen bei den Stieren angewendet, b - by — Dna Jos. xavqovg V7ZSQ noiVTjg xov laov ff cot vjqictg. Giebt eS also nirgends einen Beweis für die Benutzungder kanonischen Bücher bei Jofefus,251 so bleibt der entgegenstehende, früher bereits angeführte, um so mehr in Kraft: die Umstellungen und die Einschiebung des apokryphischen. Stückes haben im E. A. eine gänzliche. Verwirrung der Chronologie und. große Widersprüchehervorgeruftn, Jofefus. hat diese keineswegs übersehen., sondern, nach eigner Konjektur und gewiß nicht ohne-Mühe zu verbessern gesucht, hätte er die kanonischen Bücher irgend wie verglichen, so würde er die Ouellr jener- Verwirrung entdeckt und sich viele Mühe erspart haben. Die apokryphische. Erzählung hätte er dennoch leicht einflechtcn können. tz. 12. Der Rest des hierher gehörigen Stückes im Jo.s.esns (Ant. XI, 5, §. 6-—8) und d essen Verhäl.t.niß zum B... Nehemia. Das. in den vorigen Paragraphen Erörterte betrifft nur dies Verhältniß. des Jofefus zürn kanonischen Esra. Da. dieser., seinem ganzen Inhalt und Umfang nach im E. A. enthalten ist, so. ist ein positiver Beweis dafür, daß Jofefus ihn nicht benutzt haben könne, nicht 249.) Siehe §., 8. Anm. 218, Eigentlich?: Uebersetzung kann man natürlich beides nicht nennen. 250) eonvenernnt ibi ex aliis nationihus terrae et erexerunt sacrarium in loco suo omnes gcntes terrae, et ojTerebant hostias etc. 251) Ueber die. Zahl der.Lempelgefäße und? das der.1«XX entsprechende 'tpvyixrjgeg s. Anm. 232. möglich; anders beim Buche Nehemia zu dem wir uns jetzt wenden. Wir wissen bereits, daß E. A. Ln seiner heutigen Gestalt nur 13 Verse ans Nehemias enthält (7, 73 — 8, 12), daß diese aus der Mitte desselben heraus genommen sind und die Erzählung von der Feier und Verlesung der Tora am ersten Tischri 252 enthalten, daß demnach diese Begebenheit von E. A. nicht in Nehemias Zeit, sondern vor dessen Aukunft in Palästina gesetzt ist, und daß Nehemias dabei gar nicht genannt wird; sowie daß Jofefus auch'in diesen Punkten noch dem E. A. genau folgt.253 Nach diesem erzählt nun Jofefus am Schluffe des §. 5, daß Esra in hohem Alter und großen Ehren gestorben und in Jerusalem begraben worden fei 5254 woraus hervorzugehen scheint, daß er nicht nur jene Festlichkeit, sondern auch Esra's Tod' noch vor Nchcmias Ankunft setzt, denn von letzterer erzählt er erst ^nachher, §. 6. Ob aber nun diese Notiz über Esras;Tod sund Begrabnißj so im E. A. gestanden habe, : wie M ich aelis annimmt (s. Anm. 219), ist doch .zweifelhaft. Jofefus kann das nach einer Tradition belichten, und den Tod Esra's darum hierher setzen, 252) Jofefus läßt dies Alles am Hüttenfest geschehen sein, gegen die ausdrückliche Angabe E. A. IX, 40; Reh. 8, 2.. Wenn das nicht, wie ich glaube, bloßes Versehen ist, so. hat vielleicht die Erzählung dadurch abgekürzt werden sollen, daß das Fest am ersten und das Hüttenfest in eins zusammengezogcn wurde. Daß man acht Tage gefeiert giebt Jos. ausdrücklich an, woraus zu ersehen ist, daß er die Beschreibung des Hüttenfestes Reh. 8, 13—18 ebenfalls in seinem Original gelesen. Den Umstand, daß man jetzt zum erstenma'e seit Josua in Hütlen gewohnt, laßt, er weg, vielleicht weil er schon früher nach Esr. 3, 4 ©. A. V, 51 von einem Hüttenfest berichtet hat; der griechische Name für HDD — (>x7]vo7t7]yia, Hüttenaufschlagen — ist aber der Art, daß von einem solchen Feste ohne wirkliches Hüttenwohnen gar nicht geredet? werten kann. — Von dem Fasttage des 24. Tischri (Net). 9) hat aber Jos. nichts, giebt vielmehr im Gegentheil an, daß das Volk nach den 8 Tagen fröhlich nach Hause gegangen sei. Das 9. Kap. im Neh»? wird er also wahrscheinlich nicht gehabt haben. " ' 253) Siehe die einzelnen Nachweise oben §. 3 a. E. und §. 4. L'd “ 254) Anderseine jüngere, wohl nur lokale Tradition bei Binj. v. Ludela (ed. Altd. 1762 S. 38), nach welcher Esra zum König Artachschaschta nach Persien zurückkehrt, unterwegs stirbt und am Flusse S amura begraben wird. S. Sed. Ha-Dor. 36, 00«. 2 und Winer R. W. B. unter Esra. Da. die älteren.Quellen? nichts davon haben, dagegen im kleinen Sed er Qla.m (ed. Bas. S. 35-a; oder S. 127 a hinter Juchasin ed. 2fmfr.) angegeben ist, daß Serubabel nach Babylonien zurückkehrt und dort stirbt, so scheint hier eine Verwechselung mit letzterem vorgegangen zu sein. Ja man darf nach der Wendung, daß Esra zum König geht, vielleicht die Gesandtschaft Serubabels an Darms, von der Jofefus berichtet (s. §. 10), hierherziehen, so daß diese Geschichte, wenn gleich verändert und auf Esra bezogen, sich auch in späteren jüdischen Quellen fände.

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