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Der Orient · 1850-10-26 · 43 (26.10.1850) · p. Spalte 681-682

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
43 (26.10.1850)
Date
1850-10-26
Page
Spalte 681-682 (sequence 5)
Language
German
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581 Studien« Ueber das apokryphische Buch Esra. 682 Die drei jüdischen Autoritäten aber sind: 1) Rabbi Simeon ben Zemach. Geboren um 1360 lebte n bis 1391 in BarceUona in Spanien. Neligionsverfolgun-- zen nöthigten ihn in diesem Jahre im Alter von 31 Jahren >ms- und nach Algier zu wandern. Daselbst wurde er seines Lmfaffenden Wissens wegen als Oberrabbiner ausgenommen, ivelche Stelle er auch bis zu seinem Jode bekleidete. Ev verfaßte viele Werke und noch in seinem 80. Jahre — 1440 — eine Abhandlung über den Neumond, betitelt ' niNDH unb starb 84 bis 85 Jahr alt. So heißt es nämlich in der Vorrede zum pW) f ü'W pttb KS'D DTO ra^DD by D->m -p^n. — 2) Rabbi Asaria de Rosst, geboren um 1513 in Mantua, schritb fast 60 Jahr alt, nachdem er in Folge eines heftigen Erdbebens Ferrara verlassen, das berühmte Werk: Meor Enajim, dessen öö. Kapitel der Folgende stark benutzt zu haben scheint. 3) Rabbi Menasse den Israel, Cbachom aus Amsterdam, der von Lord-Protekror Cromwell und dem Parlament die Erlaubniß erlangte, daß die Juden, die seit den Zeiten Eduarde 1. aus England verwiesen waren, wieder dahin zuriickkehren durften. Wir lassen hier zuerst einen Auszug aus dem dritten Abschnitt seines berühmten Brieses: „Rettung der Juden" — geschrieben in London im Jahre 1656 — nach Mendelssohns Übersetzung folgen, in dem so ziemlich auch Alles ausgenommen ist, was Rabbi Asana de Rosst in dem Kapitel: „Wie die Juden nach dem Geheiße der Propheten und dem herkömmlichen Gebrauch bei ihren Ahnen für das Wohl der sie beherrschenden Könige beten —. hierauf Bezügliches vorbringt. 5) Gewiß, die Juden geben keine Gelegenheit, einen Fürsten oder einen Magistrat zu beleidigen, sondern im Gegmcheil, sie sind, wie mir scheint, verbunden ihn zu lieben, vrrtheidigen, und zu beschützen; denn zufolge ihres Gesetzes, des Talmuds und des unverletzlichen Gebrauches der überall zerstreuten Juden, haben sie an dem Sabbat und an allt-n jährlichen Feierlichkeiten Gebete für die Könige und Fürsten, unter deren Regierung sie leben, sie mögen von christlicher oder von anderer Religion sein. Ich sage, zufolge ihres Gesetzes, wie Jeremias empfiehlt (Kap. 29), nämlich: Suchet der Sradt Bestes, dahin ich euch habe lassen wegführen, und betet für sie zu d^m Herrn re-, zufolge des Talmuds (Ord. 4. Trakt. 4. Aboda Sara Kap. 1) wo sich ein Gebet für das Wohl des Köuigsreichs findet, und zufolge des Gebrauches, ber nie von den Juden unterlassen worden. Ueberall, wo sie sind, segnet der Priester der Synagoge, bevor er das jüdische Volk segnet, den Landesfürsten unter dem sie leben mit lauter Stimme, damit alle Juden es hören können und sie sagen daraus Amen. (Beschluß folgt.) Ueber den Bibelkanon des Fl. Josestrs. Anhang zum ersten Artikel. Ueber das apokryphische Buch Esra. (Fortsetzung.) a) Die erste und stärkste findet sich Kap. III, §. 1. Sie ist bereits hier §. 4 Sfiim. 181 angeführt. Jos. redet dort vom „Bestechen" der Satrapen durch die Kutäer, was im Hebr. (4, 5) durch Dn^DTangegeben lst, während im E. A. (V, 73) , jener Vers frei übersetzt und vom Bestechen oder Kaufen nichts gesagt ist. Es ist aber, wie a. a. O. gezeigt wurde, überhaupt fraglich, ob Josefus jene Stelle vor Augen gehabt, denn sie steht gar nicht da, wo er davon berichtet.und spielt im E. A. unter DariuS, während bei Josefus hier von Cyrus Zeit die Rede ist; er kann daher auch frei erzählt haben. Möglich ist ferner, wie im vor. Paragraphen erörtert, daß eben dort ein ganzes Stück (Cyrus Brief, die Zahl der ersten Kolonie und die ersten Feindseligkeiten der Samaritaner) in unfern E. A. ausgefallen ist; endlich kann auch im E. A. nur das Wort Bestechen (ctTtepnolüv wie Josefus hat, oder ein ähnliches) jetzt fehlen; das Hebräische ist in jenem Verse sehr paraphrastisch gegeben, in gehäuften Worten, von denen leicht eins ansfallen konnte; auch die Vulgata stimmt dort nicht ganz überein. ])) Kapitel III, §. 10 hat Josefus 392 O'KU wie das Hebräische, E. A. 372 (s. Anm. 238); die meisten Zahlen stimmen bei Josefus mit E. A. überein, weichen aber doch auch so oft von allen Duellen ab^ lmfc wieder |n den verschiedenen Handschriften so verschieden, daß daraus gar nichts zu beweisen ist. Besonders 70 und 90 (als Zahlbuchstaben) werden oft verwechselt. Entweder ist 392 im E. A. oder 372 im Jos. die ursprüngliche A. e) IV, §. 1. Hier hat Josefus: Die Juden bauen einen Altar — das war aber den umwohnenden Völkern nicht lieb, da sie alle ihnen feindlich waren (nav~ tcov ctvToig ct7is%&avoyisv<ov). Dem entspricht im Hebr. Esr. 3, 3 —. rma'p — VON); im E. A. 50 steht dort ,,Und es versammelten sich gegegen sie von den andern Völkern des Landes, und sie errichteten den Altar auf seiner Stelle, derm sie waren ihnen feindlich gesinnt (ort sv i%&Q<x avroig)] und es stärkten sie alle Völker des Landes und sie brachten Opfer zur rechten Zeit, Ganzopfer dem Herrn Mor- 248) Selbst in dem apokcyphischen Stücke, wo er doch nur das Griechische benutzen konnte, hat er abweichende Zahlen, z. Kap. 111, §♦ 8 fünfzig Talente, E. A. IV, öl nur zwanzig.

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