Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 42 (19.10.1850)
- Date
- 1850-10-19
- Page
- Spalte 669-670 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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669 679 Studien. Literatur- und kulkurhistorische Miscellen. der es, und von seihen wegtzn 8eifr1d 8tainhaimer, vor unseren kamermaister reht und redlichen erklagt hat auf sie, als reht ist; und hat auch auf die selben Juden erklagt und ervollet vier tausent marck Silbers. Davon gebietert Wir euch Allen, tnid wellen, dass ir die selben Juden Weder hauset noch hofet, aezet noch tränket, und dehain gemainschäft mit in habende, und dem «genanten von Wirtenberg auf ir leib und guot beholfen seit, waer, dass bei euch oder jemand von seinen wegen an körnet oder ervoischet in allen euren stäten, vesten und grihten, alle und die weile sie von der aeOhte niht kumen sein., und dem egenanten von Wirtenberg die vorgeschriben vier tausent march Silbers niht genzlicben und gar beriht und bezahlt haben, Und wer die waeren, die dass niht entaeten, so es an sie gevordert würde, der waere und taete wider uns und das hailig reiche, und vvolten auch darumb zu im haissen rihten in unserm kaiserlichen hof, als reht waere $ mit urkunde diz briefes vers igelt mit unserm kaiserlichen hofgerihts anhangendem insigel, der geben ist Zuo Nürenberg an freitag vor unser frawen tag, als sie geboren ward, nach Christes gebürt drewzehen hundert jär und in dem sechs und sibenzigstem ja re, unsrer reiche in dem ain und dreissigsteni, und des kaisertuoms in dem zwäi und zwanzigstem järe. (Gezaichnet rechts ober' dem einbuge) per dominum Graftönem de Hohenlohe. Cunrad. de Bissinger. (Aus dem wärt* stätsarchive, pergament, mit wol erhaltenem insigel au pergamentbändern,) Für die richtigkait der abschrift Hausier, archivrat. Literatur, und kulturhistorische Miscellen von Leopold Dukes. Die Schwiegermutter.1 Die Verhältnisse des Menschlichen Lebensin ihrer Mannigfaltigkett zu betrachten ist die Aufgabe der Kulturgeschichte. Das Allgemcinste daraus zu ziehen ist Ausgabe der Philosophie der Geschichte. Miele VerhättnW des Lebens kennt zwar jeder, aber er kennt dieselben nur' in ihren Vereinzelung. Die Kulturgeschichte zeigt das Allgemeine derselben 1) Wlr entnehmen diese Stelle aus dem Äachasor Vistry auf her Oppetth Colleknon Nr. 59' jetzt (in dem gedruckten Katalog Nr, 668). Wir haben bereits diese Stelle etwas verändert aus der Londoner Handschrift in diesen Blättern (1849) gegeben. Wir haben dieselbe früher schon in einer Noteunserer Buches über religiöse Poesie angeführt. nach und die Philosophie sucht die Gründe der Erscheinungen nachzuweisen. Es hat auch nicht jeder die Gabe zu mtheilen. Die Kulturgeschichte, indem sie das Allgemeine der Erscheinung nahe ist, bereitet erst eine feste Grundlage für das Urtheil selbst vor. Die allgemeinen Urtheile sucht man im Leben selbst, und zwar in den Sprichwörtern, welche genau betrachtet die sprechendsten Monumente sind für die allgemeine Bildungsstufe der Menschheit, und am besten beweisen, daß gewisse Dinge in den verschiedensten Stellungen der Menschheit sich gleich bleiben. Einen solchen Beitrag zur Geschichte der Kulturverhältnisse wollen wir hier liefern. Die Verhältnisse der S ch w i e g e r m u t t e r zur Schwiegertochter waren zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Völkern nicht die freundlichsten. Der Psycholog mag die Ursache aufsinden. Wir wollen hier nur demselben vorläufig einiges Material liefern. Schon Lerenz (Hec 2 1, 4) sagt: uno äninio omhes söcius oderuht Nürüs (einstimmig Haffen alle Schwiegermütter ihre Schwiegertöchter). Wir haben hier einen Ausspruch aus der römischen Welt, zur Zeit der Bildung. Plutarch (Ehevorschriften §. 35) belehrt uns von einer etwas seltsames Sitte in Afrika. In Lepitiß einer Stadt in Afrika — so erzählt derselbe — herrscht die Sitte, daß die sBraut den Lag nach der Hochzeit zur Schwiegermutter schickt und sie um einen Topf bitten läßt. Diese verweigert ihn aber unter dem Vorwände, daß sie keinen besitze, damit jene zugleich den stiefmütterlichen Sinn der Schwiegermutter kennen und später einen ärgern Verdruß nicht unwillig werde noch zürne^ In der hebräischen Sammlung von Sprüchen, die unter dem Namen ruyjftd bekannt ist, lesen wir auch folgende Stelle: moa phna pw nDDir dn nDN nnn njn -NsiDrv. d^id3 *non n!?jp dk njn Mnfibna* nbp inn idn p hj na’DNi “d'ddot — .dm msso Nson 5p^> te rnv dw Wenn man glauben wollte, daß in der christlichen Wett sich dieses Verhältniß geändert hat, so wäre man im Irr-- thum. Die erhaltenen Sprichwörter der modernen Völker beweisen das Gegentheil. So sagt ein spanisches Sprichwort: M aun de azucar es bnena nicht eine sSchwiegermutter) selbst aus Zucker ist gut). Es hat dieses Sprichwort zuerst allem Anscheinenach eine Schwiegertochter gesagt. Ein anderes sägt': Ä quellä es biaeh cäsadn, que 2) Den Sinn dieser Worte versteHrKch' nicht. 3) Diese Phrase wurde oft von den Kopisten gebraucht. Der Kopistenwitz pflegt noch hinzuzusetzen ebn rjpy* IM nbyw iy 4) Im ins (S. 26 tfW ”It '&) leftn wir bie Worte nb -inn :fo oy nnnBo rrum dton rm nnion ny. 5) Der weißeRabe war schon bei den alten Römern sprichwörtlich für das' seltene.