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Der Orient · 1850-10-12 · 41 (12.10.1850) · p. Spalte 651-652

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
41 (12.10.1850)
Date
1850-10-12
Page
Spalte 651-652 (sequence 6)
Language
German
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651 652 Studien. Heber das apokryphische Buch Esra. ferner die Restauration mit dem Bau des Tempels und dem ersten Pesachfeste noch nicht als beendet anzusehen, sondern erst NehemiaS -Verdienst, so ist unbegreiflich, warum von diesem gar nicht die Rede ist (st oben tz. 3 am Ende). Hätte nicht feine Reise (Neh. 1—2, 9) ebensogut hierhergehört als die Esra's? und warum sind Uichtnochdie wenigen Worte über das „erste legale" Hütten fe st (Neh. 8, 13—18) ausgenommen, warum mitten in zusammenhängender Erzählung abbrechen? 3) Daß die Vorlesung der Tora gesetzlich eingeführt wurde, ist allerdings ein sehr wichtiges Moment^ und würde die Ausnahme des betreffenden Abschnittes schon rechtfertigen, aber warum ist er dann nicht, wie schon bemerkt, an Kap. VH geknüpft, an dessen Schluß er ebensogut (oder wenn die Anordnung der Begebenheiten in unfern kanonischen Büchern, wonach diese Toravorlesung erst nach Nehemias Remigration fällt, richtig ist — ebenso schlecht) gepaßt hätte, als au seine jetzige Stelle, den Schluß des B. Esra? Kurz es wäre nach BerLhold's Hypothese über den über den Plan des Verfassers immer entweder zu wenig oder zu viel in den E. A. ausgenommen.^ Indessen fällt mit jener Hypothese die Behauptung von der Integrität des Buches noch nicht unmittelbar. Der „Compilator" hat vielleicht gar keinen Plan gehabt, aber er hat da geschlossen, wo jetzt das Buck aufhort. Wenn wir aber dafür keinen plausibeln Grund finden können , so ist es auch nicht möglich. Endigte das Buch mit Neh. 8, 12/ mit qr&. lymnv so hätte das noch einen Sinn , aber welcher vernünftige Mensch wird ein Buch mit „und sie versammelten sich" schließen?^ Also müßte man entweder mit Rödiger an- 221) In diesen Bestimmtheit steht das freilich Neh. 8 (E. A. IX, 39 ff) gar nicht. 222> Ist z. B. die Vertreibung der heidnischen Frauen durch Esra mit ausgenommen, warum dann nicht auch die ähnlichen Bemühungen Nehemias (Kap. 10)? und so noch mehreres Andere. 223) Berthold'e Vertheidigung dieses sonderbaren Schlusses will ich der Vollständigkeit wegen hierhersetzenaber eine Widerlegung wird nicht nöthig sein. „Das xcä £ici<svvri%‘ ftrjcav, sagt er, mag allerdings aus dem folgenden 13. Verse geflossen sein, aber es' kann als Abkürzung der Erzählung betrachtet werden, oder auch in Beziehung auf das vorhergehende (q%ovto 7iccvzeq gesetzt sein/' — In der alten deutschen Uebersetzung (s. Anm. 172) sind die beiden Schlußworte weggelaffen, in der Vulgata läutet der Schluß: Et congregati sunt universi in Jerusalem, celebrarl laetitiam secundum t'estamentum domini Dei Israel. Beide. Übersetzer. haben also die UnvoUftändigkeit des. Satzes gefühlt, der Schluß der Vulg. ist aber nicht, aus Neh. 8, 13 genommen und von universi an ohne Zweifel willkürlicher Zusatz. Auch Trend e le itb-urg (er. a. O.) nennt dir Unvollständigkeit des Buches „in: die Augen faltend^ ohne Berthold?s hätte dieser ganze §. gespart werden, können. j nehmen, daß das Buch unvollendet geblieben sei (daß den Verfasser mitten in einem Satze, der Tod oder sonst Was überrascht habe?), oder daß doch noch irgend ein bis jetzt unentdeckter Plan zu Grunde liege, der delr abrupten Schluß rechtfertige: oder endlich daß der Schluß der Vulgata (st die vor. Anm.) echt , sei und uns im Griechischen nur ein paar Worte fehlten. . Es würde jedoch unnütz .sein, diese Möglichkeiten noch weiter zu prüfen;^ wir rekurriren lieber auf unfern Hauptbeweis sfür die Nichtintegrität des Buches, der alles Weitere entbehrlich macht und früher bereits kurz dargelegt ist, nämlich: daß Josefus den jetzt verlorenen. Rest des E. A. noch gehabt-und aus ihm den Rest seines betreffenden Kapitels (V, tz.6—8) gesch öpft ha t. Wir müssen daher jetzt wieder tz. 10. DaS Verhä ltniß des Josefus zum E. A. betrachten und werden hier zuvörderst die Untersuchung über die zwei dem Josefus cigenthümlichen Stücke von denen im Verlaufe dieser Abhandlung schon öfter die Rede gewesen ist,^ erledigen. Dem Josefus eigenthümlich müssen wir diese Stücke vorläufig nennen, weil sie sich weder im apokryphischen Esra noch in den kanonischen Büchern finden. Das erste derselben findet sich Kapitel I, §. 3 von der Mitte an und enthält einen Brief von. Cyrus an Sisinnes und Sarabasanes, 226 Satrapen von Syrien. Es wird die Besprechung desselben sehr erleichtere, wenn wir ihn wörtlich hierhersetzen. . 1) „König Cyrus entbietet dem Sisinnes und ^Sn.rabM§NNes seinen Grus?! Den Juden in meinem Lande habe ich die Erlaubuiß gegeben, wenn sie wollen, in ihr Vaterland zu ziehen, die Stadt wiederaufzubauen und dem Tempel Gottes in Jerusalem aus seiner früheren-' Stelle zu errichten. Ich habe auch meinen Schatzmeister Mithradates und den Fürsten der Juden Zorobabel dahin gesendet, damit sie den Grund des Tempels legen und ihn bauen 6-0 Esten hoch und ebenso breit, aus drei Lagen von geglätteten Steinen und einer von inländischem Holze 5sowie auch einen Altar auf dem man Gott Opfer bringe. Die Kosten sollen aus meinem Vermögen bestritten werden» Auch 224) Gegen Rödigerist früher (Nc. 52 Sp.. 819 f.) schon Einiges bemerkt. 225) S. die Labelle ln Nr. 49 des vor. I. mit Anm. 89 und' 131; sowie hier §. 4 u. öfter. Mit dem E. A. selbsthat das iw diesem §. zu Erörternde wenig zu thun, es ist aber früher, bei Besprechung des Josefus, auf diesen Anfangs zu zusammenhängender Betrachtung verschoben worden. Dieselbe Bemerkung möge man auch sonst bei manchen kleinen Digressionen im Auge halten. 226) ^nn und sjju inw st oben Anm. 206. 227) S. oben Anm. 209.

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