Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 41 (12.10.1850)
- Date
- 1850-10-12
- Page
- Spalte 645-646 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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M5 DM Zeugnissen christlicher Gelehrte für den Talmud , schickt Hr. Pl. einige Bemerkungen voran, aus denen wir nur .die wichtigsten Stellen hervorheben wollen. V-— Der „g öttliche Ursprung des mündlichen Gesetzes" wird als erwiesen angenommen. — Ebenso will Herr Pl. den Satz: „Die Lalmudisten waren die tiefsten Kenner der hebräischen Sprache"^ von Niemandem in Abrede gestellt wissen. Aus diesem Satze nun zieht Herr Pl. den Schluß, daß — so wie die Talmudisten |„den Sprachgeist der Schrift am tiefsten aufgefaßt" — sie auch „den Geist der Gesetze^ am tiefsten müssen verstanden haben". Ferner: „Natürlich mußten diese Gesetze durch sie ausgedehnter werden; sie konnten in einem einzigen Worte mehr finden, als wir in ganzen Abschnitten entdecken können rc."-—Die „mündliche Ueb er Lieferung" I halt Herr Pl. für durchaus nothwendlg. Er sagt hier- | über u. a.: „Diese mündliche Ueberlieferung der Gesetze aber I mußte in jedem Falle stattfinden; denn Israel, als heiliges i Volk, als Priesterreich, mußte durch viele Bande an ein gei- £ jj stiges höheres Leben gefesselt, mußte jeden Augenblick an E seine erhabene Aufgabe erinnert werden. Es war daher un- | möglich, alle diese Gesetze göttlicher Weisheit (die höher als ‘j der Himmel rc. Hiob 11, 8—9) nieder zu schreiben. Das j Meiste mußte mündlich fortgepflanzt werden. Welcher Sterb-;; liche wird und kann Alles zu Papier setzen, was er denkt j und mit dem Munde ausspricht? Die mündliche Lehre war Hauptsache. Schon in der Stiftshütte fand eine ver- '4 traulichere mündliche Lehrmittheilung, alsin der öffentlichen, 1 pompösen, am Sinai statt. Geschriebene Erklärungen der Gesetze hätten durch Abschreiber und Ausleger mannichfache Nachtheile erlitten, und das Volk würde, auf dasHingeschriebene sich verlassend, sie weniger in sich selbst ausgeschrieben f] haben." b — Endlich kommt Herr Pl. zu dem Satze, welcher ß der Brennpunkt seines ganzen Sendschreibens zu sein scheint: j „Ohne Tradition aber giebt es kein Judenthum I — - _ | 6) Herr Pl. beginnt hier mit einer Bemerkung Hartl wig Weffely's, daß nämlich unter D'DOfl b& pW (Spr. d. | 85. 11, 14) das mündliche Gesetz zu verstehen sei. In 1 einer Note zählt Hr. Pl. einige Schriften auf, in denen E das Leben und Wirkm H. W.'s beschrieben ist, zollt dann ’j diesem Gelehrten selbst einige feiernde Worte, wendet auf J ihn die Verse an: | „Ein Silberton dem Ohr, | Licht dem Verstand und hoher Flug zum Denken, } Dem Herzen groß Gefühl" | und schließt wie folgt: „Haus Jakobs! Kommt und laßt uns | in seinem Lichte wandeln! Kann Jemand das Wort Gottes E in einer schöner» Glorie euch zeigen, und eure Herzen ent- |[ stammen, so ist es der große Wessely in seinen fast unver-! gleichlichen Schritten. — "* 7) Neben Gesenius (Gesch. d. hebr. Spr.) und Westely wird hier auch auf Sal. Pappenheim hingewiesen. 8) Mit Hinweisung auf und Mirabilia ^eigentl. ucculta, abscondita) Psalm 119, 18. 27. 129. 9) Spr. Sal. 3, 3 (p1? m!? b)f{ D?n3)i 6Lt> und Leine mosaische Religion!" Hierauf, nur noch die Sad ueäer und die Karairen in flüchtiger Skizze berührend, schließt Hr. Pl. seine Vorbemerkungen mit den Worten: „Nimmer erschauen wir den Himmel des A. T. in seiner Klarheit,, und seine Lichter/ die Gesetze, deutlich, wenn wir uns nicht der Tradition, als des besten Teleskopen dazu bedienen" und geht alsdann zu den mehrerwähnten „Zeugnissen anerkannter Gelehrten nicht jüdischen Glaubens" über. Den Reigen eröffnet Hieronymus, aus dessen Schriften : „Ad Marcellum epistolae“ und ,,Adversiis Kufinuiri“, Hr. Pl. zwei Stellen als Belege für seine' Behauptungen Betreffs des Talmuds anführt. Hierauf Buxtorf der ältere 2 Stellen aus,,k)6 abreviat. hebr.“, deren letztere sich ganz besonders günstig für den Talmud ausspricht. Dem Vater folgt der Sohn, Buxrorf der jüngere, mit einer, dem Talmud eine glänzende Löbrede haltenden Stelle aus „Lpist. dedicät. ad Lex» Chald. Talmud.“, in welcher es u. a. heißt: „er (der Talm.) begreift ferner viele juristische, medicimsche, physische, ethische, politische, astronomische und . andere vortreffliche Dokumente von Wissenschaften , welche die Geschichte jener Nation und Zeit wunderbar empfehlen rc." Alsdann Johann Meyer. Eine' Stelle aus ,,De temporibus säcris et fest.. dieb^Hebr.“, die mit einer andern aus Jos. Scaliger's Buch „De deermis" endigt. In beiden wird der Trävitivni Lob uttd Anerkennung gezollt. Es folgen nün Selden, Morin, Münster, Cartwrigth, Hakspan u. a., die alle in ihren' Werken dem Talmud und den andern rabbimschen Schriften das Wort reden. Den Selben läßt Hr. Pl. noch einmal, und zwar in einem Citctte aus dessen „De fin. bon. et mal" austrtteü, worin sich derselbe über die Traditionsweise her alten Hebräer vernehmen läßt. (Beschluß folgt.) 26) TlDDpw ''Nr von H. Edelmann und L e oL p 0 l d Dukes. Herausgegeben mit englischen Übersetzungen von M. H. Brest lau. London, L850, 8. Sir Moses und Lady Montefibre gewidmet. (Schluß.) Es ist in dem Büchlein oft bemerkt, daß I eh uda f) a- Lewi mit Mose ben Esva und seinen Brüdern sehr befreundet war. Auch anJehuda Jbn Ghajüt hat derselbe sehr warme Gedichte geschrieben , und wir heben sorgendes aus» b"\ nx'J p mtm 'i ibi Ö-onj mbUD D3’I?N ’33i> DOHN VPUrD ’JDtS'D' lE'N miynn tod min1 vtsn craro ’3d3 D’iinN o'inn 41* Kritiken. Wort zu seiner Zeit rc..