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Der Orient · 1850-10-05 · 40 (5.10.1850) · p. Spalte 637-638

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
40 (5.10.1850)
Date
1850-10-05
Page
Spalte 637-638 (sequence 7)
Language
German
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S37 Studien. Geschichte der Juden an den Ufern des Bodensees. ^ard Lin -gnaiste in offenem rät Also giengent 18 der yaet zuo den Juden in die alten Hazen (heute Hazenschmide), und taedingten da mit den Juden. Die verhiessen in zu geben 2200 gülden üf tag, und salten also mit der statt verricht sin* Uf das hiess er gebieten allen Schuldnern, so uf des künigs pfänden hetten, das si furo nit zesamen kummen sollen, noch mer ain andern gebieten , es erlöpte es inen dann ain burgernmister und ain rät. SO nun dise Sachen die Schuldner vernäment, die doch elendiklich umb ir guet von bot und zuanknuss tvegen aines burgermaisters kummen wären, und ire pfand hatten muessen üsse geben, und üf des künigs pt'and kummen 5 und sich ouch die Juden erboten hatte«, si weiten die pfand ze tags loesen. Das in das alles üssgeschlagen war, und das man die Juden förderlicher fördere dann die Christenlüt, und st also gar verlassen wären, dö klagt es ie ain er dem andern sin gross verderben, und sprächen: ist es dir laid, so sol es mir ouch laid sin solcher grossen gwalt» Der statt boten als si gen Kegenspurg zuo dem König käment, fundent si die Juden vor im stön, und betten ir sach schon verricht. Und als der statt boten ir sach och geschaffen hatten, zav letst bäten si den künig durch gottes willen, er weite doch die armen lüt bezahlen, die des langen üsstandes verderben müessend. Üarüf gab er in antwort, er inüesste jäh gen Nürnberg von wegen des rieh es, dahin würde er fürsten und statt beschike». So weite er üss dem Land Schwaben nit, er weite jederman bezalen, und die pfand mit im hinweg ne men. Uf das fnerend si hinweg. Schulthais Chronik 1. 114. v. Üflouf über die Juden. Anno 1430 an dem ietsten tag des howmönats üf ainen möntag umb die zehende stund in der nacht, erhueb sich der üflouf zuo Costanz der Juden hälb. Die gärber von Stadelhofen, brötbeken, linweber und wolvveber, zimmerlüt und üss andern Zünften etlich, wurdent ob boo. Unter denen erhuob sich der üflouf, von der Juden wegen. Ouch das künig Sigmund etlichen bürgern zuo Costanz sider in dem concilio XXUlm gülden schuldig was5 darüber si des künigs tepicb, das in sin kam mer gehoert, und andere guldine tüecher zu pfand in hieltend. Die selb sach hetfc sich mich volgender gstalt zuofcragen. Der kunig sandt, her Archinger von Sanshaim ritffr zu den von Costanz, re dt mit inen, sie weiten dem durch die Juden bezahlt werden mußten, und dennoch warf man den Juden Unredlichkeit vor* S. 638 künig die gefangnen Juden überantworten, so weite ertrüwlich und gnaediklich den iren bezalung tuon. Selbiges redt er 'von Sanshaim mit den Schuldnern. Des wurden! si im untrüwe üf verhaissung der bezä" lung. Als nun die Schuldner vernament, das die raet der angeb rächten Mainung nit volg weiten tuon, dö wurdent die Schuldner üf die raet verhizget. Darnäeh kam diegemaind zusamen üf den leisten tag des höwmonats ze nacht ze Stadvlhofen umlenvaltend ainen bürge rmaister Huoni Gär wer, der was ain bieder man, und wärent in dise Sachen laid, und von des bessten wegen gieng er mit inen. Als nun man clises geloeft in der statt gwar ward, lief/man zuo des burgermaisters Hainricli Ehingers hüs 5 der was nit in der statt, glfcher gstalt was Kuonrät Schiltar, und der burgermaisier, und Kuonrät Wiuterberg oberster zunftmaister, ouch nit in der statt, welches dem gemainen man übel gefiel. Darnach vvakt man Hansen Rultschüser, zunftmaister, der was ir alter Statthalter. Der samlet ain rät an den. Ob er markt, und ward man ze rät, man weit inen entgegen gön, und inen bi dem aid bieten, das si weiten ruoivig sin. Als si nun bin üss giengent, fandent si si noch und er dem Schneztor. Es half aber kain bot von allen rätsherren; dan si trungeut ie vester undie vester in die statt und iüfend den Juden für die hüser, s ti essend die selbigen ungestüm lieh üf, fingend die Juden all, wib und man, jungen und alten, ouch die kind in der wiegen, und legtend si gefangen üf den turn an dem ziegelgruben. Doch wärent etlich Juden zuo vor gewichen und entrunnen. ln dem dö kam Hans Andras und der Schott von dem künig haiin. Und als er in den rät kam, schwuorend im die rätsherren, die nüwen, wie der brüch ist* Do erzalt er dem rät, wie er die Juden von dem künig köuft hett um XV1H. gülden. Dar von gehen unseim herren dem künig VII1 gülden in sin kam er, 11. gülden in die canzli, und die übrigen Vill gülden sollen der statt beliben für ire kosten und schaden. Und ward aber der pfand (des künigs) nienen gedacht. Dar zuo muost man also bar geben die 11. gülden, Und. so ain statt Costanz den kouf also weit haben, so suite man es dem künig ze wissen tuon bis üf unser frowen tag zuo herbst* Süüiehes ward ain er ganzen geinaind , er bette von dem künig und sinen dienern gehoert, das die statt Costanz dri strafen vor ir habe 5 des ersten von der ge schlecht (kränkung) wegen 5 die ander von wegen des üfloufs; die von der Juden wegen, so man gefangen hett; und dann villicht ouch von Jacob von Ulm wegen. Da nun die zit nähet, das man den kouf der Juden halb soit ansagen, dö rait der burgerniaister Hans Andras und der Schott gen Nürnberg zuo dem künig und

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