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Der Orient · 1850-10-05 · 40 (5.10.1850) · p. Spalte 635-636

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
40 (5.10.1850)
Date
1850-10-05
Page
Spalte 635-636 (sequence 6)
Language
German
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Studien. Ueber das apokryphische Buch Esra. einer Quelle geflossen zu sein,, oder nach dem üblichen Kunstausdrucke der Kritiker: die - Handschriften gehörten sämmtlich einer Familie an; man sieht dies theils aus mehreren hier angeführten einzelnen Stellen, besonders der Lücke irr VIII, 13 (Anm. 118), theils daraus, daß sich verhältnißmäßigsehr wenig Varianten finden, sowie aus dem verstümmelten Ende des Buches, worüber im folgenden Paragraphen. tz. 9. Nicht-Integrität des Buches. Es ist schon oben (Nr. 51 des vor. Jahrg.) behauptet und, wie ich dachte, auch dargethan worden, daß unser Buch nicht vollständig auf uns gekommen ist, daß der Schluß fehlt; de Wette's damit übereinstimmendem und Rödiger's abweichende Ansichten sind dort schon angeführt^ nachdem ich aber seitdem Bert hold's Werk nachgelesen, sehe ich mich genöthigt, auf diesen Punkt zurückzukommen. Nachdem Berthold nämlich berichtet, daß schon Michaelis (in seiner Uebers. des A. T. Th. XIII S. 43) behauptet habe, das Buch sei am Ende defekt^ und daß Trendelenburg* * * (am Anm. 166 angeg. Orte S. 345 ff.) ihm darin beipflichte und sich dabei, wie wir, auf das Verhältniß des letzten Verses im heutigen E. A. zu Neh. 8, 13 (s. die Stelle in Anm. 129) berufe, stellt er eine entgegengesetzte Behauptung auf, der man scharfsinnige Begründung nicht absprechen kann und die daher nähere Prüfung verdient. Er sagt nämlich: Trcndelenburg habe vermuthet, daß uns auch der Anfang des Buches fehle, dä er es sonderbar sinde, daß es mit der Paffahfeier Josia's und nicht mit dem Regierungsantritte dieses Königs beginne; es werde daher wenigstens mit dem 34. Kapitel des 2 B. der Ehr., wenn nicht noch früher, begonnen haben. — Aber, fährt Berth. fort, gerade der gegenwärtige Anfang des Buches stehe mit dem Ende in nothwendiger Verbindung und nur bei der Annahme der Integrität desselben lasse sich in die Arbeit des Kompilators ein Plan hineinbringen. ,,Er wollte eine Geschichte des Tempels von der letzten Epoche d es legalcn Kultus an bis zurWiedcraufbauung desselben und zur Wiedereiririch- 219) Michaelis schloß dies, nach Berthold's Angabe, daraus „weil Josefus, der dies Buch gebraucht hat, noch vor der Reise Nehemias von dem Tode Esra's spreche, wovon das Buch nach seinem gegenwärtigen Inhalt nichts melde." Wir handeln darüber §♦ 12. *) Die Abhandlung Tr.'s in Eichhorn's Einl. in die Apokr. istmir unterdessen auch zugekommen. Die Untersuchung ist sehr ausführlich) verbreitet sich indessen fast^ ausschließlich über das Verhältniß zu den kanon. Quellen, um Emendarionen zu finden; also das was hier in §..5—6 behandelt ist» Nachträge daraus später. 636 k'nng des vorgeschriebenen G o ttesdienstes darinnen aus älteren Werken zusammenstellen; deswegen beginnt er mit der von Josia angestellten Passahfeier, denn diese war der letzte ganz legale Aktus im ersten Tempel, darauf verfiel der Kultus immer mehr und hörte endlich mit der Zerstörung des Tempels ganz auf; nachdem derselbe lange verödet war, so wurde er von den zurückgekehrten Exulanten wieder zu bauen arigefaugen und unter Darms Hystaspis vollendet und eingeweihet , der vorschriftsmäßige Kultus iu demselben aber erst dadurch auf die künftigen Zeiten ganz fest und sicher gestellt, daß zu Nehemias Zeit die Priester und Leviten, in ihre alten Besitzungen eingewiesen wurden und die Verlesung der Tora gesetzlich verordnet ward. Aus dieser Ursache schloß nun der Verfasser sein kompilirtes Werk mit Einrückung des Abschnittes aus Neh. 7, 63 — 8, 12." Scharfsinnig allerdings, aber ganz unhaltbar.820 (Fortsetzung folgt.) Zur Geschichte der Juden an den Ufern des Bodensees. Von L. Schott. (Fortsetzung.) IV. .Juden ilend zuo dem künig. Uf den selben tag (1429) kamen euch die Juden für rat, und begerten, man weite inen erleben ir botschait zuo dem künig ze schiken. Das ward inen erlebt. Also der selben stund fuor Abraham und Haim die Juden über sä gen Uoldingen, und wolten zuo dem künig gen Regenspurg; und nämend dri ross \om Spital isnd zwen knecht. Uf den selben tag würden zuo boten geordnet zuo dem künig der vogt Hans Andras und Klaus Schott, Die fuorend hinach erst am fritag. Dar vor bett der burgermaister zuo im besant die er gern bett, and brächt an am rät, das es guot waer, das sich die Juden von der statt kouften umb ain genaeira geld, und sich darnäch mit dem künig vertrügen 6 wie si mochten öne der statt schaden.1 Und des 220) Auch de Wette scheint diese Hypothese nicht zu billigen; er sagt nämlich (§. 298) „Ein Zweck dieser charakterlosen- Kompilation, läßt, sich nicht entdecken. Benhold's — Meinung." 1) Zuerst von der Stadt, dann vom König; die Sündenböcke mußten Alles tragen! Dennoch waren die Gläubiger des Königs nicht zufrieden, daß ihre Forderung nicht auch

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