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Der Orient · 1850-10-05 · 40 (5.10.1850) · p. Spalte 639-640

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
40 (5.10.1850)
Date
1850-10-05
Page
Spalte 639-640 (sequence 8)
Language
German
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639 wolten den kouf ansagen. Do kam es daizuo, das des kiinigs anwält den kouf nit wolten halten, man geb inen dann noch II. gülden. Der nam der burgermaister ain bedenken. Alsö ward in» geraten, das er das taefc. Und taet also den kouf umb den kiinig umb X. gülden, in die eanzli II. gülden, und VIII. gülden an die pkandz und näment des hriefe von dem künig. Doch muosst man die X. golden bar geben. Die näment si an ainem Wechsel zu venedi. DiY die boten kament, dö graif man zuo der Juden guot, und gebot man, wer ir guot hinder im bette, oder dem si es ze behalten geben betten, der seit es heruss geben, und hinder ain rät legen. Das taet man; dannoeht mocht man küm halb finden, das man die Schuld mocht bezalt haben* Und wolfc man si verdient haben.1 Do kämen Juden von Zürich und Schafhüsen2 mit geiait, 1) Die Hand versagt, Anmerkungen zu schreiben. Man kauft die Juden vom König , daß die Gekauften sollen die Bezahlung leisten; man findet nicht genug bei ihnen, darum sollen sie verbrannt werden, und dies wäre geschehen, wenn nicht andere Juden das Geld hergaben. O schweigt doch, Ihr, die Ihr allezeit von einer Religion der Liebe schwatzet und das Judenthum höhnet. S. 2) Aus Schaffhausen wurden die Juden dreimal vertrieben, 1349 wegen der Beschuldigung, die Pest verbreitet zu haben; 1401 wegen der Beschuldigung die Brunnen vergiftet und die Ermordung eines Christenkindes zu Diessenhosen begünstigt zu haben, doch kehrte sie bald wieder zurück und 64V | und mit inen gräf Hans von Supfen, und mochten ain * taeding mit ganzer gemaind wissen. Die was also; 4 des ersten, das die Juden selten bezalen die X gul-! den Wechsel gen Venedi, die man dem künig geben liett, and in die cancli 11. gülden bar; und an die ' pfand VIII. gülden, nämlich üf martini Hl. gülden, und darnach ober ain jär aber H. gülden. Und selten von all en bürgern ne men ir houptguot, aber nit fremdes; möchten si werben wie si mochten. Chr. Schulthais Chr. v. 0. I. 106—7. 115. (Beschluß folgt.) hatten schon 1435 eine Schule (Synagoge) mit einem Rabbi, ^ber im Jahre 1658 wurden sie wieder verbannt, doch nicht mehr verbrannt. S. „Erinnerungen aus der Geschichte der Stadt Schaffhausen" I. Bd. S. 115 (Hurtersche Buchhandlung, Schaffhausen, 1835), wo es heißt: „Ungern erwähne ich dieser Geschichte, aber es ist eine Schuld, die auf unserer Stadt lastet, die noch nicht bezahlt ist, und wer sie gut machen soll, muß sie kennen." — Die gute freie SchweizerCantonshauptstadt hat indessen diese Schuld bis 1850 noch nicht bezahlt, sie bestraft vielmehr jeden Juden, der dort etwas zu verkaufen sucht mit 15 bis 80 fl. Buße, und ihr Civilrechr erkennt Schulden, die ein Israelit an einen Schaffhauser Bürger hat, nur dann an, wenn sie vor der hohen Gegenwart des Gemeinde-Amman oder Präsidenten kontrahirt worden sind. Im Einzelnen herrscht übrigens viel Zutrauen zu den Juden, und Schreiber dieses kann sich mancher ehrenden näheren Bekanntschaft rühmen, aber das-Gesetz bleibt drakonisch, wie es der Krämergeist zu erhallen wünscht. ' S. Ankündigungen. AnkündigMgm. . In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Arr, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen l-J Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [107] Durch C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu beziehen: rn in. Die israelitische Bibel, in korrektem hebräischen Texte, mit worttreuer Uebersetzung, vollständiger Erklärung und erbaulichen homiletisch benutzbaren Andeutungen, herausgeg. vom Landes-Rabbiner Dr. Sal. Herxheimer. 4 Bände. Berlin, 1841-1848. Preis 7 Thlr. Preis für den Pentateuch allein 2 Thlr. 15 Sgr. Preis für die übrigen Bücher 4 Thlr. 15 Sgr. F)DD m’DB'Dl F|DD Hicy. Die KvMMSNtave von Joseph Kafpi, einem Grammatiker und Philosophen aus dem 13. Jahrhundert, zu D alalat al Halirin, von Moses M a l m u ni. Nach den Handschris¬ V erlag von C. 8. Fritzsche. ten der königl. Bibl. zu München und der Stadtbibliothek zu Leipzig nebst verschiedenen Verbesserungen und Zusätzen von *. Herausgegeben von Sal. W erb Inner, brosch. Frankfurt a. M. 1848. Preis 1 Thlr. Peria, Sabbat und Doppelfeier, die hochwichtigsten Anträge der Breslauer Rabbiner-Versammlung, erläutert von Dr. M. Duschak, Rabbiner nt Anssee. Wien 1846. brosch. Preis 10 Ngr. Forschungen über die Ueberschriftm der Psalmen. Dazu Erläuterungen der Gottesnamen, der poetischen Formen in Len Psalmen, Auslegungen schwieriger Stellen der althebräischen Poesie und ein ergänzender Anhang. Von Hartwig Philipp Nve in Aarhns. Mit einein Vorwort von Dr. Julius Fürst, brosch. Preis 24 Ngr. Druck von I. H. Nagel. Redakteur: Dr. Jul. Fürst.

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