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Der Orient · 1850-10-05 · 40 (5.10.1850) · p. Spalte 633-634

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
40 (5.10.1850)
Date
1850-10-05
Page
Spalte 633-634 (sequence 5)
Language
German
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633 Studien. Ueber das apokryphifche Buch Esra. 634 erhaltenen Fragmenten im Talmud und Midrasch, welche über den Kampf des Judentums mit dem Christenrhum, über die Ethik, Sentenzen und Parabeln des N. T., über GnosticisrtiuS und Antignosticismus u. f. w. handeln, sein kritisches Augenmerk gerichtet, und es ist für die jüdische Wissenschaft nicht ohne Belehrung, daß Schreiber dieser Kirchengeschichte in Betracht dieses jüdischen Strebens vom christlichen Standpunkte die nämlichen Quellen auszudeuten sucht, und wir sehen in den allegirten Talmud- und Midraschstellen nicht nur eine tüchtige Belesenheit, sondern auch ein richtiges Verständniß der benutzten Stellen. Die Ansichten des Talmuds über die mefsianische Zeit (rwDD 511Q') und ihre Kämpfe WWD), über dm sittlichen und religiösen Zustand in Palästina zur Zeit der Entstehung des Christenthums, über das Berhältm'ß der hellenischen Juden zu den palästinensischen in Bezug auf das Christenthum, über Gamliel, Paulus, Barnabbas , die ersten Judenchristen (DO'D), die Sekten, über die vorzüglichen Proselyten aus dem Judenthume in jenen Jahrhunderten, über Uebertragung der jüdischen Institutionen durch Judenchristen in die erste christliche Kirche u. s. w. — alles das sind die Hauptthemen, die hier behandelt sind und für eine wissenschaftliche Erkmntniß der jüdischen Zustände Ln jener Zeit ist hier unbewußt vielleicht so manche Notiz vorhanden. Ich empfehle dieses Buch daher zwar nicht den Schwachherzigen und Unvorbereiteten, wohl aber den Freunden der jüdischen Wissenschaft, die von Absicht und Tendenz wegsehen, nur das Geschichtliche als Geschichte beachten. Ueber den Bibelkanon des Fl. Josefus. Anhang zum ersten Artikel. Ueber das apokryphifche Buch Esra. (Fortsetzung von Nr. 18.*) tz. 8. Beschaffenheit des heutigen Textes der E. A. ** Hierüber werde nur kurz bemerkt, daß derselbe nicht im allerbesten Zustande ist; auf einzelne Emendationen •) Berichtigungen. Nr. 15. Sp. 231. Z. 13 st. a U «. — Sp. 232. Z. 30 st. den apokr. l. dem. — Z. 37 und im Folg. L. Rech um ft. Nachum. — Nr/16. Sp. 246. Z. 15 v. u. st. als l. also. — Sp. 249. Z. 18 ft. 4 l a. — Nr. 17. Sp. 259 Z. l6 v. u. l. nicht durch vorhanden. — Sp. 260 Z. 2 axefHctg. — Nr. 18. Sp. 282. Z. 22 v. u. st. das l. daß. — Sp. 284. Z. 20 l. für das. — I. 4 v. u. st. die l. w i e. **) Zur Orientirung der Leser möge der Inhalt der früheren §§. dieses Anhanges kurz angegeben werden. Nach einigen Bemerkungen über Namen, Stellung und Bestandtheile kann hier natürlich nicht eingegangen werden. Nach den Originaltexten darf man, wie aus dem Früheren klar ist, nur mit der größten Vorsicht korrigiren , eher nach der Vulgata (zu diesem Buche, Anm. 172); nach Josefus kann ebenfalls Manches emendirt werden. 216 Nebelt Fehlern verschiedener Art 2" finden sich in unfern Exemplaren öfters Doppelübersetzungen und Glossen.218 Im Allgemeinen scheint unser Text aus des Buches (§. 1—2), wurde zuerst nachgewiesen, wie es sich durch einige Umstellungen und Einschiebung eines apokryphischen Stückes in unlösliche Widersprüche verwickele (§♦ 3), daß Josefus diese auch bemerkt und durch Konjekturen und Aenderungen zu heben sucht (§. 4). Um weitere Daten zur Beantwortung der Frage: wie das Buch in seiner jetzigen Gestalt entstanden, ob es aus unfern kanonischen Büchern Esca-Nehemia, oder aus einer vorhanden gewesenen Bearbeitung derselben übersetzt sein möge, zu erlangen, wurde die Beschaffenheit der Uebersetzung untersucht, auf die zahlreichen Abweichungen aufmerksam gemacht und diese theils auf Varianten in dem vorgelegenen Originale, rheils auf Willkühr und Freiheit des Uebersetzers zurückgeführtwogegen die Gracilät desselben sich vortheilhaft vor andern griechischen Versionen auszeichnet und er auch mehr hebräisch verstanden hat als die Uebersetzer der gleichnamigen kanonischen Bücher in der LXX (§. 5—5). Dann wurde der apokryphifche Zusatz betrachtet; ob er ebenfalls übersetzt oder ursprünglich griechisch abgesaßt sei, konnte aus ihm selbst nicht entschieden werden. 216) Wgl. Nr. 51 des vor. Jahrg. Anm. 108 und 118. So wird auch V, 56 das 7tccQay£v6fisvog nach Josefus IV» §. 2 init. ix\ 7tccQaysvofi£vcov zu verwandeln sein, wie auch Bulg. vunientes hat. Die verwirrten Namen daselbst B. 58 können aus Jos. ebendas, korrigirt werden. — Das. 23. 35 steht an der Stelle von pttfi [3, 7] in allen Ausgaben, die ich vergleichen konnte, zccqqu, ein gar nicht vorkommendes Wort. Balg, hat dafür carra (Wagen), hat also y.c£qqci gelesen oder konjekturirt. Jos. hat aber IV, §. 1 Dafür %al toZq SiSodvl otg 7] Sv KccinovcpovTiv; tr hat, glaube ich, %dgiia gelesen; wie aber das Eine oder das Andere aus pjy entstanden sein könne, ist räthselhaft. — Ueber einen umgekehrten Fall bei imßovXrj VII1, 22, wo man aus Josefus sicht, daß nicht korrigirt werden darf, siehe Anm. 119. 217) Ein alter Fehler sinder sich z. B. 1, 34 [2 Ehr. 36, 1] wo ’texovlccg statt triNirp steht; Vulg. und G. Spncellus (S. 409 Bonn) haben schon so gelesen, Letzterer bemerkt ausdrücklich zovzov zov hxoviav ovo[ikQ£l 6 ,rE<sSgccg (nämlich unser apokr. der bei ihm öfter Esdras schlechtweg heißt). — IV, 24 in dem apokr. Stücke steht %cu zov X&ovzct d'£coQsl, so auch Vulgata vickvt, doch wird %,Tjg£V£i (jagt) zu lesen sein u. dergl. iru 218) Vergl. Anm. 112 und 201. So vermutlich auch VI, 5 [5, 5] wo einmal aix^X^ia und dann otf)£Gßvzsgct stehtdeutlicher noch 1) 27 [2 Chr- 35, 2t] das doppelte nal vvv xvgiog n. z. 1. wo Vulg. b eid e Uebersetzungen weggelaffen hat; V, 50 [3, 3] wo für DIO’ND *0 aus zwei ganz verschiedene Arten gelesen und übersetzt und der Satz ganz sinnlos geworden ist; Bulg. hat auch hier korrigirt und gekürzt aber schwerlich richtig. S. unter §. 11 sub c, — Vergl. auch noch VII, 10—11 [6, 20] und Vulg. daselbst.

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