Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 36 (7.9.1850)
- Date
- 1850-09-07
- Page
- Spalte 565-566 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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565 Studien. Histor. und liter. Sündenregister einiger Zeitgenossen. 866 Historisches und literarisches Sündenregister einiger Zeitgenossen. Zusammengestellt von einem Freunde der Wahrheit. (Fortsetzung.) Wir könnten die Sünden dieser Art noch in Masse angeben, allein um auch -'mserersefts '§ie Leser nicht zu ermüden, begnügen wir uns vorläufig mit obigen Enthüllungen und wenden uns zu einer Abhandlung des genannten Werkes, die als eine der Besten mit Recht gerühmt wird. Es ist dies die „Annalen der hebräischen Typographie von Prag". Wir werden aber auch hier den Beweis liefern, daß Hr. Zunz zuweilen seinen gewöhnlichen Führern, Wolf, den Oppenh. Katalogen und A. blindlings gefolgt ist, ohne auch nur die Jrrgänge zu ahnen, in die er hierdurch gerathen ist. Keine Bibliographie bietet der Kritik so viele Schwierigkeiten dar, als die hebräische, besonders hinsichtlich der Daten, weil in ihr seit Jahrhunderten die traurige Manier herrscht, das Druckjahr der Werke durch Chronogramme zu geben und die Zahlbuchstaben nur durch Punkte zu bezeichnen, die aber im Drucke bald gerückt werden, bald ganz anöfallen. Auf diese Weise entstehen die falschen Daten der hebr. Druckwerke, die nur durch aufzusuchende Momente und vergleichende Daten wiederherzustellen find; gelingt nun solches auf diesem Wege nicht, so pflanzen sich die Jrrthümer fort, wenn man nicht offenherzig genug ist, sein Unvermögen eingestehm zu wollen. Hier einige Beispiele. Das Druckjahr von den Schriften nno ncon und jn nbd ritiD, die beide n a ch dem Tode ihres Verfassers, M a n o a ch Hendel, von seinem Sohne Moses edirt wurden, werden von Zunz (S. 275) und seinen Führern 1585 angegeben. Auf dem Titelblatt dieser Schriften findet sich in der That das Chronogramm Vüy LnD1? ^nbyn min xin pxjn -unon, dns ist 345 — 1585. Wir werden aber nicht weniger als sechsBeweise liefern, daß dieses angegebene Druckjahr fatsch ist. 1) Derselbe Verfasser, der hier 1585 als gestorben angegeben ist, verfaßte 1595 die Schrift nimbn niJD, welche er selbst 1596 in Lublin herausgegeben hat. 2) Jn der Vorrede zu riUD nDDti (welche Schrift Zunz, wie wir hier wahrnehmen, zwar nicht gelesen, aber denn doch gesehen, und sie deshalb „durch ein Sternchen kenntlich gemacht" hat) sagt der Sohn ausdrücklich, daß sein Vater 5372—1612 gestorben sei; er konnte daher unmöglich schon 1585 seines Vaters hinter lasse ne Schriften ediren. 3) Jn derselben Vorrede heißt es, die Schrift NMQ ncon enthalte hauptsächlich Korrekturen zur Krakauer Talmud-Ausgabe, die aber erst 362 und 365—1602 und 1605 erschienen ist. 4) Jn der Vorrede zu der Schrift ]n tiW sagt der Sohn des Verf.'s, sein Vater habe in diesem -Kommentar den Bachja nach der vcnetianischen Ausgabe citirt, die Krakauer Ausgabe habe aber dieselbe Seitenzahl. Nun datirt aber die Krakauer Ausgabe des Bachja von 370 —1610, man konnte sich daher unmöglich schon 1585 auf dieselbe berufen. 5) Auf dem Titelblatt der Schrift ]n nüD lesen wir, daß sie unter der Regierung des Kaisers Rudnlph und des Königs Matthias gedruckt wurde, dieser wurde aber erst am 23. Mai 1611 zum König von Böhmen gekrönt. 6) Da die eine Schrift bei Jakob Bak, die andere bei Abraham Lemberg er gedruckt wurde, deren Druckereien nach Znnzens eigener Angabe (S. 264) erst 1605 und 1610 thätig waren, so müßte man die sonderbare Behauptung anfstellen, daß beide Dmcker, nachdem jeder von Ihnen 1585 ein Merkchen gedruckt, sich eine Reihe von Jahren von dieser Anstrengung ansgeruht hatten, ^o sonderbar nun diese Angabe auch ist, so macht sie doch Zunz (S. 263. 264) zu einer historischen Thatsache. Er läßt nämlich Jakob Bak inzwischen eine Reise nach Italien antreten und in der Officin von Zanetti in Venedig zwei Werke drucken; allein Zunz hat vergessen, obgleich er auf derselben Seite von einer Familie Bak in Italien spricht, daß es sich hier von zwei verschiedenen Personen handelt, die nur ihren Namen gemeinschaftlich hatten. Jakob B a k * in Prag war Drucker, Jakob Bak in Italien aber war Verleger verschiedener Werke, die er theils in Venedig, thcils in Verona drucken ließ; so ließ er den Midrasch Tanchuma 1595 in Verona bei Francesco balle Danne drucken, wie es auf dem Titelblatt heißt: p2 iiEni nn apjp noD iiaruni npvi Mm Im Vorwort zum Tanna deb e Eli ahn, welcher 1598 bei Zanetti erschien, sagt ebenfalls der Drucker und nicht I. Bak, daß I. Bak dieses alte Werk, nach einem Manuskript, welches seine Familie besitzt, zum allgemeinen Besten hercmsgibt. 2Yo bom, rnn jttr» dt.wv “iön riN no6 minrt im niD'Dnn iddi in in*» *) Zunz sagt hier in einer Note „pD wahrscheinlich D^np wahrscheinlicher verfiel aber hier Zunz einmal in die Abbreviaturinanie; denn Bak ist nichts anders als eine Abkürzung seines Geburtsorts Baßofen in Böhmen, so nennt er sich auch auf dem Titelblatt des Midrasch Schocher Tob pn 2^'; so hieß auch der Schwiegervater von Josef Neischer pns? p3 amn (Haskama in Ipp^ NMQ). So pflegt auch die Druckerfamilie Schedel diesen Namen in abzukürzen, wie es auf dem Titelblatt folgende Büchleins, das Zunz mit vielen andern nicht in das Verzeichniß der Prager Druckwerke aufnabm, heißt: -p *nDD bx'ntyi sh »T»rp D'ppm'i by p^b jfNhb hb *51 nw rro mno 36