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Der Orient · 1850-09-07 · 36 (7.9.1850) · p. Spalte 563-564

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
36 (7.9.1850)
Date
1850-09-07
Page
Spalte 563-564 (sequence 2)
Language
German
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563 Kritiken. Arnheim. Polak. Büchner. 564 noch gar keine so große Auswahl haben, so verdient der uner- - müdliche Fleiß dieses Pädagogen um so mehr unsere volle Anerkennung» Selbst vom höheren Standpunkte können wir mit Hrn. 3« zufrieden sein, da er seine erwähnten Schriften, wie seine Übersetzungen von Abot, Haggade und Gebetbuch, nur als den Religionsunterricht fördernd bietet» Ueber die Brauchbarkeit dieses ersten Lheiles des Abtali'on hat übrigens das Publikum schon dadurch entschieden, daß in kurzer Zeit eine zweite Auflage nöthkg geworden. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, jüdische Lehrer und Erzieher aus Herrn Jacobson's Jugendbibliothek, von welcher 2 Hefte erschienen sind, aufmerksam zu machen. 22) mny tid. Vollständiges Gebetbuch der Israeliten für das ganze Jahr. Uebersctzt und mit Anmerkungen versehen von H. I. Arnheim. Glogau-Leipzig, 1839, 8. Durch C. L. Fritzsche ' zu beziehen. 23) nn^?n DUnn oj; nd nitno» Das Machasornach dem deutschen RituS, mit vollständiger holländischer Uebersetzung von Gabr. Polak, Privatgelehrter in Amsterdam. Zweite verbesserte Auflage. Amst. 1.850, 8. Hr. Arnheim ist als tüchtiger Uebersetzer biblischer Bücher (in der Zunz'schen Bibel), aus seiner Jozerot-Uebersetzung (Glogau, 1840, 8), aus seiner Pent.-Uebersetzung (Seser Torat Mosche: Glogau, 1839, 8) und aus manchen Jugendschristen für den hebr. Unterricht hinlänglich bekannt und bewährt, so daß ich auf die Gebetbuch-Uebersetzung nur aufmerksam zu machen brauche. Die Uebersetzung ist in des Autors bekannter Weise treu und sehr exakt, in steter Berücksichtigung der hebräisch-sprachlichen Eigenthümlichkeiten. — Was die Machasor-Uebersetzung des Hr. Polak anlangt, die hier schon in zweiter verbesserter Auflage erscheint, so kann ich hier die holländische Uebersetzung, als unseren Lesern fernliegend, unberührt lassen, und es würde hinrerchen, wenn ich die Stellung dieser Uebersetzung in dem Kulturleben unserer holländischen Brüder mit einigen Worten berühre. Erst im 19. Jahrhundert haben die holl. Jsraelnen das Bedürsniß gefühlt, ihr Ritual (Siddur, Machasor u. s. w.) auch in einer lebenden ihnen verständlichen Sprache zu haben, und da die literarische Kunde der vaterländischen holländischen Sprache in den ersten zwei Jahrzehnten bei den Israeliten noch nicht hinlänglich ausgebildet war, sö begnügte man sich mit der hochdeutschen Uebersetzung, die man auch in Amsterdam dem hebr. Texte verdruckte. Im Jahre 1822 gab Hr. Mos. Lewa ns, ein mannigfach gebildeter Mann, heraus: „Gebeden der Nederl. Israeliten, naar de hoogd. liturgie of Titus* uit liet Hebreeuwsch yerfcaald, door M. Lemans“ (Amst. 1822, 6), welche als erste Erscheinung freudig begrüßt wurden Der Rabbiner Sam. Deren st ein gab dieser Uebersetzung des Siddur durch seine Billigung die Sanktion und 1838 erschien sie zum zweiten Male mir dem hebräischen Texte, korrigirt von unserem Hrn. Polak. Im Jahre 1840 beschloß der Drucker Dav. Proops (b. Jak» ha-Kohen) in Amsterdam das Machasor mit einer holl. Uebersetzung in vielen Bänden zu ediren und unser Hr. Gabr. Polak, in Gemeinschaft mit einem Namensgenossen Mose Polak, unterzogen sich zum ersten Mal dieser Arbeit. In zweiter Ausgabe erscheint nun dieses Machasor so eben. Uebersetzt find darin noch di« “uri'n ’W, das hd!?0 ->m, die nuyttnn, die nin^D, Schriftleklionen, die Hastara's u. s. w. so daß nur selten ein Stück unübersetzt geblieben. Hr. Polak hat übrigens seine Tüchtigkeit als Uebersetzer seitdem auch anderweitig in der Ausgabe seiner Pentateuch-Uebersetzung (Amst. 1840, 8) bewährt. Hier will ich nur noch erwähnen, daß Hr, P. seinem Machasor eine Einleitung (nEfipn) vorangeschickt, worin in kurzen Umrissen eine Geschichte der Uebersetzungen des UDttfN JirUD "fliriD gegeben wird, worauf wir bei einer andern Gelegenheit zurückkommen werden. 24) Der Talmud in seiner Nichtigkeit (,) dargestellt von A. Büchner, Lehrer der hebr. Sprache und der heiligen Schrift an der Rabbinerschule zu Warschau. Erster Theil. Warschau, 1848, 8. Misst ons-Druckerei (S. 96). In 10 kleinen Abschnitten sucht der in polnischer Weise aufgeklärt sein wollende Hr. Büchner die Nichtigkeit des Talmuds, und zwar in der Manier Eisenmenger's, nachzuweisen; aber er hat darin nur seine Unwissenheit, da er rr(b den Quellen folgt, seinen niedrigen Sinn und schmähliche Denkweise, seine Frivolität und seinen liiderlichen Styl, seine völlige Unkenntniß des Hebräischen und des Talmud's, sein schmachvolles Ueberläuferralent und seinen Massor-Takt glänzend bewiesen, wofür man ihm auch weiter nichts als Verachtung zum Entgelt bieten kann. Der Leser denke sich einen erbärmlichen Skribler, der weder grammatisch noch orthographisch noch logisch einen Satz selbstständig schreiben kann, der den Eisenmenger vernimmt, um daraus den Talmud in seiner Nichtigkeit zu beweisen, und dieses Geschäft dann in so dummer, lüderlicher, geschmackloser Weise thnt, daß höchstens die gemeine und verächtlichste Angeberei und Verläumdungssucht des Vers, dieser Form gleichkommt, und der Leser hat ein Konterfei dieses schmutzigen Skriblers. Die sogenannte Rabbinerschule in Warschau, vom Direktor bis zu dem geringsten Lehrer herab, ist bekanntlich bloß ein Geheimpolizei-Institut, wo man der Gewalt durch Angebereien, Verläumdungen der Juden, Pläne zur Knechtung und durch ordinäre Spionerie dienstwillig ist, und von Heranbildung der Jugend, von Rabbinern ist keine Rede; ganz natürlich ist derjenige ein würdiger Lehrer dieser „Rabbiner-Schule", der am besten auf Juden schmähet und schimpft, der als brauchbarer Angeber sich bewährt und sei es als Geheimpolizei und Spion oder als offener Feind der Juden sich präsentirt. Hr. B» hat einen solchen Ehrenplatz und die Judenmission in Warschau, die sein Pamphlet gedruckt und gehegt, kann auf diesen Verbündeten aus dem Hause Israel, wenn sie gerade den Abklatsch eines Jschariot brauchen sollte, nur stolz sein! Jesus würde ein Wehe! Wehe! über beide rufen.

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