Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 34 (24.8.1850)
- Date
- 1850-08-24
- Page
- Spalte 541-542 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien. . Literarische Miscellen. 542 511 ul Briefes hat bet Verfasser alle tiefe Regeln abermals ver- Wirt vorgttragen. Das Gedicht selbst ist als solches von nicht sehr großem Werthe, aber dennoch sehr interessant Diefts Gedicht ist mit den Worten angeführt: ■mJNn. b tnm "b run 19m3DDi mjiN 3’tra 3010.3 ^3 3s?n * Mir lassen aus diesem Gedichte einige Proben hier folgen. 33pl 333 fp'N Wni — 33y) 3ia -pm 1^> nvj’i 1113^3 3313.3 flNT!yO^> inni Inas mi3D3) DDnpn mi3y3 333) 0'3)i3Nl DVIN^ 10CW1 20ni333 in mai nDini n)3m nnj) my 3Di>n b.si n3nn3 iniN 3Dj)nt? mm :21 n3'ni mDm ©yn ki 16) Abraham ben Chasdai. Dessen p ist allbekannt, und darf hier nur erwähnt werden. Es ist eins der geistreichsten Werke der neuhebräischen Literatur. Es wurde in neuerer Zeit deutsch übersetzt von Meisel, welche Übersetzung wir nicht gesehen haben. Die Oxforder Bibliothek besitzt eine schöne Perg. Handschrift dieses Buches Ure Nr. 149 nicht datirt und die Berse sind punktirt. (Fortsetzung folgt.) 19) Dem Brief selbst gehet auch ein Gedicht voran, anfangend: '1.1! nein D’3 1I33'3oi 3N3J 33^3 3N 3D)D Np '20) So viel alS 51)33 N)bv3, „Befehle mit sanften Worten", 2!) Diese Lehren machen demselben der sie ertheilte, als der Zeit in der sie geschrieben wurden, Ehre. Der Leser erlaube uns diese Zeilen höher anzuschlagen, als ein ganzes Repositorium von Büchern, worin von Frauenemancipation gehandelt wird. Vergl. übrigens.unsere Abhandlung Les femmes et le talinud im Archives israelites 1848. Manche Stelle des Talmuds gehört hierher, welche ein künftiger Geschichtschreiber über die Stellung der Frauen zu verschiedenen Zeiten wird betrachten müssen. So lesen wir (Baba n'stzia Ä. 59) : - nnycnw “innDty irm* nsoiso tut din Nrr mso nruiN frao „Man nehme sich in Acht seine Frau zu kränken, da sie leicht weint, so ist die Kränkung um so leichter." P ud! i u ö Syr u s — dessen Sprüche man das römische nennen könnte — sagt: „Didieere Here fenmiae in «leiulaeium“ (Frauen haben Lügen in ihren Thranen). Wir wollen nicht untersuchen in wie weit Publius Syrus Recht hat oder nicht, jedenfalls ist sicher, daß der Talmud die Thronen der Frauen höher gestellt hat als der große römische Gnomolog, und man kann dieser talmudischen Stelle Seutiwentalitä'r in gutem Sinne des Wortes nicht absprechen. Ebenso folgende Stelle des Talmuds: ,3'M ,3313 l’Niy IDtPN 31333 373) D3N Nil1 2 3 obiyb ,(3"i) n”J D"3) — IHK'N ‘jDBO N^ D3N hw )i3D 1)533 Literarische Miscellen. Chronologische Principien. Wenn es heißt, daß Rabbi N. N. ein Schüler des Rabbr'nen N. N. war, d. h. daß er wirklich persönlich bei ihm gelernt, so läßt sich wohl annäherungsweise annehmen, daß der Lehrer circa 25 Jahre alter als der Schüler war, so daß wenn wir ein bestimmtes Datum über das Geburtsjahr des Schülers haben, man ungefähr wenigens das des Meisters angeben kann. Der Nutzen einer solchen bestimmten Norm ist für die Literaturgeschichte, namentlich der jüdischen, nicht unwichtig, da ein Eingehen in das Detail der literarischen Bewegungen der Leitseil der Zeit,, wenn auch in dunkler Annäherung die Klarheit und Uebersichtlichkeit bedeutend fördert. Freilich meine ich die Annahme von 25 Jahren nur als Minimum betrachtet zu wissen, denn die häusigern Fälle sind gewiß, daß der Lehrer um 30 ja 40 biß 50 Jahre älter ist, vorzüglich wenn man bedenkt, daß die Schülerschaft bis zum 20. höchstens 25. Jahre reicht, während die Lehrerschaft das ganze übrige Leben, also bis 70 zuweilen 80 Jahre reicht. Wenn es von einem Gelehrten heißt „der Alte", namentlich wo dieser Ausdruck nicht im Gegensätze zu einem Jüngern gleichen Namens steht, man wohl annehmen darf, daß er mindestens 70 Jahre alt geworden, nach dem Spruch im Abot: rup]1? p. Wenn wir von einem solchen mit dem Beim orte jpjn ,,der Alte" citirren Rabbi finden, und nur z. B. das Datum seines Sterbejahrs wissen, wir wohl nicht mit Unrecht schließen können, daß er c. 70 Jahre vorher wohl geboren worden sei. Die runde angenommene Zahl kann natürlich nur so lauge als Nothbehelf angesehen werden, bis sich ein bestimmteres Datum herausstellt, aber es ist nöthig, daß eine solche von der Wahrheit nicht sehr entfernte Voraussetzung angenommen werde, damit, wie gesagt, der Pragmatismus nicht ins Unbestimmte hinausschweife. Die Ordination (rm>D). Die Ordination war eine Einrichtung Palästinas, die im Exilland nicht vorgenommen werden durfte. ' Aus Babylonien heimkehrende Lehrer — wie z. B. Sera — wurden ordinirt und diese betrachteten es dann als Enthebung von dem Exil-Fluch. Es scheint, daß bei der Ordination eine schriftliche Urkunde dem Ordinirten zugefertigt wurde, oder daß der Akt sonst schriftlich verzeichnet wurde, da man sich auf Ez. 13, 9 berief, wo es heißt: und in die Schrift des §au{cö Israel sollen sie nicht eingetragen werden.^ 1) Ketubot 112 a. 2) ib: U>. 3) ib. ib.