Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 34 (24.8.1850)
- Date
- 1850-08-24
- Page
- Spalte 537-538 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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537 Kritiken. Geschichte der Gelehrtenfamilie Jbn Jachja. 538 der Ueberrest des Sonnenjahres, welches stets mit dkesemTage endet. Da 364 T. gerade 52 Wochen ausmachen, so ist dabei noch der Vortheil verbunden, daß so wie der Sabbat, auch alle andere Feier- und Festtage ihren bestimmten Tag haben müssen; ein Vortheil, der für das damalige, noch Ln der Wiege der Kindheit liegende Zeitalter nicht genug schätzenswerth sein konnte» Da aber das Sonnenjahr 365 T. zählt, so kommt auf sieben Jahre eine ganze Woche zu, daher das Schmita-oder eigentlich Schaltjahr von einer Woche. Allein das Sonnenjahr enthält noch einige Stunden und Bruchstücke, und zwar wie die Alten annahmerr: ir/pQ p^n ND Dirn n ynVir6' nat^n mJN divj rt’ifo-i by nra d. h. 6 St. 12V30", welches auch mit dem syderischen Sonnenjahr beiläufig übereinstimmt. Dies gibt wieder in 50Jahren einen Ueberrest von beinahe 13 Tagen, dazu 365 des laufenden Jahres, welches 378 T. oder 54 Wocben ausmacht, daher das Jubiläum- oder ein Schaltjahr von 2 Wochen. Wir haben also einen fünfzigjährigen Cyklus von syderischen Sonnenjahren, wobei stets die Tage der Woche berücksichtigt werden und alle Feier und Festtage immer auf denselben Tag fallen. War z. B. der erste Pesach an einem Donnerstag, so mußte er es so in aller Folge bleiben. Das Schema eines derartigen Kalenders wäre wie folgt: Nissan Donnerstag 30 Tage Ab Mitwoch 30 Tage Sukkot Donnerstag 1 Pesach Donnerstag Elul Freitag 29 - Schemini Azer. Dienstag 7 Pesach Mirwoch Neujahr Samstag Chefchwon Donnerstag Jjar Samstag 29 - Versöhnung Montag 10 T. für das Kislow Freitag Monatsjahr Siwan Sonntag 30 - (Schemita) 7 Schalttage Lebet Sonntag Schebuot Freitag (Jubiläum) 14 Schalttage Schebat Montag Tammus Dienstag 29 - Tischri Dienstag 30 Adar [ Mitwoch Mit dieser Kalenderangabe wäre erstens die schwierige , Frage gelost, wie so es vom Sukkotfeste heißen kann, daß es I am Ausgange des Jahres gefeiert werde (2 M. 23, 16), da doch dafür - der siebente Monat bestimmt ist? Wie wir gesehen, gab es ein doppeltes Jahr, ein kirchliches Mondjahr von Nissan beginnend, und ein bürgerliches Sonnenjahr, das mit dem Dersöhnungstage zu Ende ging. Das Mondjahr hätte nur insofern Berücksichtigung gehabt, daß man 12 Mal den Mondeslauf zählte, und zwar nicht vom Neumond beginnend, sondern stets von einer Mondesphase zur andern. Die zweite schwierige Frage ist, wie so es vom König Salomo heißen konnte, daß er 14 Tage nach einander Festtage gehalten, 7 L. für die Einweihung des Tempels und 7 L, für das Sukkotfest (1 Kön. 8, 65. 2 Ehr. 7, 7—10). Was geschah also mit dem Versöhnungstag? Nach unserer Angabe wäre auch diese Frage gelöst. Jedeß sehe ich selbst die Unhaltbarkeit dieses Systems ein, und stellte ich diese Hypothese blos deshalb auf, weil ich die Bermurdung hege, daß die Einrichtung von Schemita und Jubiläum auch eine kalendarische Absicht gehabt, um vielleicht das Sonnenmit dem Mondjahr auszugleichen. M. Zipser, Rabiner. 19). N'TP D'D’n nm “sd. Eine kurze Geschichte der Gelehrtenfamilie Jbn Jachja. Bearbeitet (in hebräischer Sprache) von Elij. Car in o ly: Fs. a. M. 1860, 8 (S. 43). Ukbcr die Familie Jbn Jachja hat Hr. Carmoly bereits in den Israel. Annalen von Jost (11. 393) zahlreiche Nolizen, entnommen aus einer alten Sammlung von Gedichten, gegeben. Hr. Dav. Ca ssel har in seiner Abhandlung: Zur Geschichte jüdischer Zustände - in der pyrenäischen Halbinsel lFrankel's Ztschr. NI. S. 49) auch eine Notiz über die Familie Jbn Jachja. Hr. C. sucht nun in der hier erwähnten besonderen Monographie durch 7 Kapitel den Gegenstand zu erschöpfen, was ihm im Allgemeinen, wie viel auch im Einzelnen noch zu berichtigen bleiben mag, vollkommen gelungen ist und in 149 Anmerkungen wird auf die Quellen hingewiesen. Gedalja Jbn Jachja in seinem Schalschelet ha-Kabbala führt an, daß es über seine Familie ein tt'TP \n nn^n als Monographie gegeben; allein jene ist nicht mehr vorhanden und die Cannoly'sche Arbeit ist eine rein historisch-kritische, nach Resultaten des mühsamsten Zusammensuchens zusammengetragen, so daß diese Arbeit wie jede gelehrte Arbeit mit kritischem Auge gemessen werden muß. Was nun die Quellen zu dieser Monographie anlangen, so sind diese: 1) Die Werke des Josef Jbn Jachja, als -litt rron und die Kommentare; 2) Ein Ms. auf Seidenpapier in 4 mit türkisch-griechischer Schrift, enthaltend eine Gedichtsammlung von Jbn G'ebiroL bis SaVdja Longo, 573 Gedichte zusammenstellend, mit Anmerkungen des unbekannten Sammlers. 3) Das Schalschelet ha-Kabbala, das bekannt; 4) das pp von Jbn Akriksch ed. Kftpl.; 5) die Werke des Dav. Jbn Jachja (als arm}? ,. cnpn s. w.); 6) DIEI'ONV ~0DD HO, ein Heft, handschrismch; 7) Eine Korrespondenz von 14 ital. Rabbiner an R. Abraham aus Bologna, HS. in Coll. Or. in Paris Nr. 273; 8) Eine Handschrift zu Oxford aus 5 Banden bestehend. Der erste zerfallt in 2 Theile, von denen der erste mirv mno genannt, den von Chijja el-Garbi redl'girten Diwan des Jehuda Ha-Lewi enthält, der zweite, genannt INKOH runD, eine Sammlung von Dichtungen des Jbn Gftbirol, Mos. Jbn Esra, Meschullam Dafiera und anderen enthält. Der zweite Band, vorn und hinten defekt, enthält den Diwän von Abc. Bedarschi. Der dritte Band, genannt nUTOn enthalt eine poetische