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Der Orient · 1850-08-24 · Heft 34 (24.8.1850) · p. Seite 134

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 34 (24.8.1850)
Date
1850-08-24
Page
Seite 134 (sequence 4)
Language
German
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134 cher Dr. Löbliy^ der MMauenSmänn W Ofen., Erlegte, wze Pan hej einem derartigen Fonds an materiellem Interesse gewinnen müsse, wie das Zusammenschießen desselben zwar für den Augenblick etwas hart falle, aber für die nächste Zukunft schon bedeutende Ersparnisse biete, bestimmten das Komit6, einstimmig die Million als Grundfonds festzusetzen, und sogleich auf^ die Art und Weise überzugehen, wie und nach welchem Census derselbe zusammenzubringen sei. Aber über diesen letzter» Punkt konnte und wollte man sich nicht' einigen, da einer der anwesenden Herren bemerkte, sie seien nicht Bevollmächtigte der Gemeinden, sondern von der Regierung gewählte Vertrauensmänner, und man werde sie ganz gewiß im Verdachte der Parteilichkeit halten, wenn sie hierüber ihr Votum abgeben würden. Man beschloß also, von der Regierung die Norm der Einhebung dieses Fonds bestimmen zu lassen, und das. KpPÜ6 ging bis auf weitere Einberufung auseinander, Pretzhirrg, 6. Aug. Die willkürliche Besteuerung der Gemeindeglieder zu Kultuszwecken, war bisher ein unglückliches Vorrecht des Vorstandes, dessen sich kein Vorstand der Gemeinde anderer Konfessionen rühmen konnte. Eigentlich gehörte das zu den einträglichen Sporteln der frühem Beamten: denn das willkürliche Verfahren bei der Stipulation der Steuer, sowie häufig die 'mißliebige Verwendung nach eigenem Ermessen, riefen oft Prozesse hervor, die den Beamten zu Gute kamen- und die — aus demselben Grunde —* stets zu Gunsten des Vorstandes entschieden, wurden. Während die Partei aus eigenem Säckel die Prozeßkosten bestreiten mußte, war sie obendrein gezwungen zu den Summen bcijütragcn, die der Vorstand verwendete, tun sich die Gunst der Beamten zu erkaufen/ So wie die Behörden gewohnt waren, das Geld der Vorsteher als das der Gesammtgemeinde anzüsehen; so wären sie auch gewohnt, die Ansichten der Vorsteher als die der Gesämmtheii zu betrachten. Dieser Jrrthum war die Ouette so vieler Mißbräuche , die nunmehr abzunehmen in Aussicht stehen. — Der Herr Ministerial - Sekretär erklärte hier , daß der Cültus-Vorstand — ein anderer kann rieben der legalen Ortsbehörde nicht bestehen — kein Recht habe, Steuern ansznschreiben, und gewaltsatn ernzutreiben. Ein jedes Mitglied, das von nun an zu einem fr eiw i l l i g e n Beitrage zu Kultuszwecken crsn ch t wird, hat daher auch das Recht ein Wort über die Verwendung zu sprechen; somit werden sich zuvörderst die Fragen geltend machen: Wozu ^. brauchtdie Preßburger Gemeinde die große "Masse der Dienerschaft? Wozu braucht Preßburg die der Gemeinde zur Last fallende Masse von Talmudjüngern, die obendrein die Gesundheit des Rabbiners -—• eitles jungen Mannes von guter Leibesconstitutiön — dermaßen untergräbt, daß derselbe alljährlich auf Gemeindekesten ein Bad besuchen muß? Warum werden Ritualien, die einer verschollenen Zest nngWren, urch Mr die dex PstlM Menschenverstand vergebens in . der hesijgm. Schrift fmm Boden sucht, Summen zugewendet, während für den sittlichen Fortschritt der Nation weniger, sage: weniger als nichts geschieht? . ' Eine Rabbinerversammlung hat hier im Stillen gemurikelt. Als Erfolg kennt man nur den Beschluß, eine Deputation nach Wien zu entsenden, um von oben her Materialien zurü fernem Bestand der Religion zu holen. Gewiß ein löbliches Vorhaben. Hoffentlich aber wird man oben Religion von AlabbiniSmus beste; zu scheiden wissen. W. Bl. Aus Böhmen, im Aug. Wir haben hier in Jungbunzlau mit unseren Miteinwohnem in.friedlichen Verhältnissen gelebt; seit Ertheilung der Konstitution und Errichtung der Nationalgarde ist dieses Verhältmß ein freundliches geworden. Die Nationalgarde, zu welcher wir ein bedeutendes Kontingent stellten, aus welchem ein Officier und ein Unterofficier erwählt wurde, hat die Bekenner der verschiedenen Glanbensbekenntnisse, die sonst wenig in Berührung kamen, einander nahe gebracht, und also manches Vornrthcil entwurzelt. N«r gesetzlich bestand hier eine sogenannte Judenstadt", mach? ten aber die Behörden des alten Regimes keine Hindernisse,- so protestirte die christliche Einwohnerschaft Jungbunzsaus nicht dagegen , daß man Gewecbslckale und Wohnungen in der Christenstadt miethcte. Seit der Emancipation haben hier viele Inden Felder und Häuser unter den bestgelegenen in der Stadt gekauft, und es fällt Niemanden ein, sie in ihrem neuert- Besitze zu beunruhigen. Lieb wäre es mir, berichten zu können, die hiesigen Juden seien auch schon in den städtischen Bürgerverein ausgenommen worden; diese Ausnahme, iß jedoch bisher durch, ein seltsames Mißverständniß vcr? zögert worden. Nach dem Beispiele Prags verlangt nämlich die hiesige Stadtgemeinde bei Aufnahme da Judcnschaft eine gewisse Summe als Einzahlung in den städtischen Fond, während doch hier wie überall aufm Lande in Böhmen nie eine Jndengemeinde gesetzlich bcstandett hat. Die Juden wollen nun wohl jeder, einzelne die Bürgertare erlegert, und das Bürgerrecht erwerben, nicht aber als Korporation in die Stadlgememde, zu der sie eigentlich von je faktisch gehörten, neuerdings eintreten. Mögen jedoch mente Glaubens brnder diesmal trotz ihrer guten Rechte nachgiebiger sein, und die schöne hier waltende Harmonie nicht durch uw zeitige Sparsamkeit verderben. Daß uns nach, geschehe ner Vereinigung die Wahl einiger Juden zu- Stadtverordneten Leicht gelingen würde, ist nicht zu bezweifeln') fand es doch hier Niemand, auffallend, daß Juden z" Beisitzern bei der AssetttirungS -Kommission designilt würden. Bei Gelegenheitwill ich. aucheinigesaus. anderen Orten Böhmens mitthc.ilen. In Reichenau, besteht ncch

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