Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 34 (24.8.1850)
- Date
- 1850-08-24
- Page
- Seite 133 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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~y]r. | Berichte, Studien und Kritiken Mer x>as Abonnment auf kin Jahr ist 5 Thlr. Manabonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid« Buchhandlungen auf ein Jahr. kür jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Jnlms Fürst. Jakgang. Bon dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich' das Litcraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, - und zwar an jedem Dienstag regelmäßige 1§50 eipzig, den 24. August Inhalt. Deutschland §8 re il au. Eine goldene Hochzeit. — O esterrei ch. Pesth.. Der Religionsfond von 1 Million. Preß bürg. Revision der Unrechten Reckte des Vorstandes. Die neue Zeit. Die stille Rabbinerversammlung der Finsterniß. Aus Böhmen. Einzelne Mittheilunqen über Ergebnisse der. Emancipation. — Großhrita nnien. London. Die Rothschild'scke und jüd. Angelegenheit. — Personalchronik und Miscellen. Brody. Ungarn. Pesth. Leipzig. Lemberg. Preßburg. Ofen. Prag. Eybenschütz. —' LB. d. Or. Deutschland. Breslau, 8. Aug. (Eine goldene Hochzeit.) Der heutige Tag brachte der hiesigen israelitischen Gemeinde eine seltene, aber desto würdigere Feier. Das allgemein geachtete Ehepaar, Hr. S. E. Goldscheider und Frau Henriette geb. Go ldschmidt, beging nämlich heute seine goldene Hochzeit, und die Teilnahme an diesem frohen Ereignisse war so allgemein und so innig, wie sie nur höchst selten wahrzunehmen sich darbietet. Sie war aber auch im vollsten Maße eine verdiente, denn nicht nur haben beide Eheleute ein halbes Jahrhundert hindurch in vollkommenster Herzens Übereinstimmung zufrieden und glücklich verlebt, sondern auch Andern ein Muster gegenseitiger Liebe und Verträglichkeit ausgestellt.. . Je stiller indessen die Wirksamkeit Beider nach außen hin , besonders in Rücksicht der Armen und Nothleidenden war, desto , größer und aufrichtiger war die Anerkennung ihrer Verdienste. Die unter dem Namen Landschule bekannte Synagoge war der Sammelplatz zahlreicher Freunde und Verehrer des Jubelpaares, wie auch von Deputationen säst aller in unserer Gemeinde befindlichen Institute, deren Vorsteher der Jubilar war, und von manchem gegenwärtig noch ist. Die genannte Synagoge war festlich geschmückt, Psalmen und Festlieder wurden unter Musikbegleitung abgesungen und der Hr. Rabbiner Tiktin erhöhte durch einen der Feier angemessenen Vortrag das seltene Fest. — Möge Gott das würdige Ehepaar noch lange leben und Gutes wirken lassen in der Gemeinde, deren Zierde es stets gewesen. Oesterreich. Pesth. Am 5. Aug. fand, wie der Preßburger Zeitung mitgctheitt wird, in Pesth die Versammlung der Abgeordneten sämmtlicher Israeliten Ungarns unter dem Vorsitze des Ministerialkommissars Koller statt. Die Verhandlung drehte sich itm drei Punkte. Erstens wollte man den ju kreirenden Religionsfonds als eine freiwillig niedergelegte Gabe znm Nutzen und Frommen der Mit- und Nachwelt angesehen und den Namen „Straskontribution" als entehrend abgeschafft wissen. Hr. Koller erklärte sogleich, daß die von der Negierung festgesetzte . Million durchaus keine Strafstener sei, sondern daß selbe vielmehr den Grund legen sollte, auf welchem man sortbauen könne, um die Juden in bürgerlicher und kirchlicher Beziehung mit den übrigenKonfessionen auf gleiche Stufe zu stellen. Nach Beseitigung dieses Skrupels kam man auf die Größe der niederzulegenden Summe zu sprechen, und die Debatte dauerte längere Zeit, da jeder der Anwesenden eindringlich verstellte, wie sehr seine betreffenden Gemeinden herabgekommen und wie wenig sie im Stande seien, .eine große Auflage nach so schweren Jahren zu tragen. Aber die Festigkeit sowohl, mit welcher der Ministerialkommissar auf der einmal festgesetzten Summe bestand, als auch die einsichtsvolle und überzeugende Art, mit wel- 34