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Der Orient · 1850-08-17 · 33 (17.8.1850) · p. Spalte 515-516

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
33 (17.8.1850)
Date
1850-08-17
Page
Spalte 515-516 (sequence 2)
Language
German
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515 Kritiken. Landau, Moral und Politik. stehender Kanon im Talmud erscheint (z. B. Gitlui 10b tt. oft.). Der König erhält den dreizehnten Thell der Bellte /'v nnx pbn bau rwo "jbo (Baba B. 122 a). Der St.aatsbeanfte muß pünktlich gehorchen xi.n *obD"T ■ xJD"in mziyx *ndi (Baba M. 83 b). — Der Dotationen, Eivitliste re. des Königs wird angelegentlich bedacht xnbjVappD n iba , -jben nie u rrne njihn tt (Baba B. Sa), man vergl. hierzlt noch die Stelle dto 'byu DHm nymx bDBQ' 'ui ninbeb (Sllkka 29 a). — Die Salbung des Königs geschah in Form einer Krone DDben nx PNPD pDD (Horajot 12 a) mit balsamischen Del NOD3E3X3 ' NOT (ibid) und fand an einer Quelle statt, wobei man die Unversiegbarkeit der Regierungsdancr symboli- •flttc ipdhp hd j«j;on by xbx coben nx pnpiü px cnisbo (ibid.). — Dahingegen wird auch im Talmud nicht wenig hervorgehobcn, wie Demuth dem König geziemet. Er muß beim Vorlcsen aus der Tora stehe» noiy N->p? bjp? "jbon ddhjx (Sota 41a), ddhjx mtyb jpidp ij/ dJD3i iDdd by ban bau ibon (Bikfitrim 3, 4) und darf, wenn er beim Gebete niederkniet nicht früher sich erheben, bis er das Gebet vollendet, rptt U\s* mp yiDP pD “iben (Berach. 34 b)-. Des Königs Glorie muß die Wahrheit sein ttD mD xsbob w'xb? , X2be (Tamid 32 a)/ des Königswort heilig und unwiderruflich xb"i \J;XP xnnbo DD xvin (Baba B. 3 b). Der König soll in Beachtung der Landesgesetze dem Volke als Beispiel vorangehen p ]my mnm xbi ’ddvi nmy1 bs Heb1 ')dc> D3DH (Sukka 30 a). Wir erwähnen schließlich des Hanptkanons in der talmudischcn Königslehre, welcher lautet: bino HDD’px hdd by bnbp -pb (®cta 411>). — Der Schreiber dieser Zeilen ist sich wohl bewußt, daß der massenhafte Stoff unseres Gegenstandes für einen derartigen Aussatz viel zu umfassend ist, nur wiederholt er hier, was er bereits früher (s. oben Nr. 26) ausgesprochen, daß er keine andere Absicht hat, als anregend für Andere, einige Materialien zu liefern sich erlaubt. Dr. L. Lewysohn. Kurze Ueberfkohte«. 10) Moral und Politik, oder Versuch über das Prinzip der Sittlichkeit und dessen Anwendung in den Staatsangelegenheiten ,it. f. w. von L. R. Landau. Pcsth, 1848, 8. (Fortsetzung.) Wir haben in her letzten Fortsetzung gezeigt, daß das Emporstreben des Geistes, durch Selbstverleugnung und Frömmigkeit das vollkommen Verbundensein mit Gott zu erlangen, um ein beschauliches Leben zu führen ohne Beruf und Weihe, 518 eine traurigeVerirrung des Menschen ist, entsprungen aus Stolz und Hochmuth, und nur zum Abfälle und zur Ab schütteln „g der Autorität der Offenbarung führt; daß cs nicht Tendenz der Offenbarung ist-, die Menschen aus dem Kreise des Bürgerthums zu ziehen und sie zu einem unhaltbaren, geistigem Leben zu bestimmen. Denn die gesunde Vernunft zum Schweigen zu bringen um. zu schwelgen in-heiligen Gefühlen, in transcedenten Räumen herumzuschwärmen, dieser vermeintliche Verkehr mit der übersinnlichen Welt ist wahrlich nicht Absicht der Vorsehung. — Wenn nun die Frömmigkeit und Moral der Geweiheten vielfach verschieden ist von der Frömmigkeit und Moral -es Bürgers und Weltmannes, so ist leicht die Mission Israels unter den Völkern begreiflich, die gleich ist der Geweihten im Volke. — Die Befreiung von Knechtschaft war seine erste Weihe zum Priestervolke. Dieses Priester-Reich ^arbestimmt, Vermittler der Völker mit Gott zu werden. Demi sein Glaube an einen einigen Gott ist fest verbunden mit der echten Moral. Berufen in seinem Stammvater und selbst erwählt um die richtige Kcnntniß des einigen Gottes zu verbreiten, ist sein Partikularismus mit dem Universalismus eins. — Die Erwählung ist eine religiöse Wahrheit des universellen Gottes, des Gottes Israels, die Propheten Israels sind daher, die Propheten der Menschheit. Sie erwähnen daher auch von den Missionen anderer Völker und ihren Individuen. DerTempel wurde zerstört, der Staat aufgelöst, das Volk größtentheils aufgerieben , der Ueberrest durch alle'Länder zerstreut, der Einzelne von seinem Nebenmenschen getrennt und auf sich selbst hingewiesen. Da wurde den Israeliten ihre Sünde offenbar, sie thaten, was früher kein Volk gethan hatte, die Einigung, die ihnen im Glücke fehlte, die selbst ihr Staat nicht darböl, diese suchten sie sich im Unglücke, in der tiefsten Erniedrigung zu verschaffen. Am das Prinzip des Monotheismus zu erhalten, opferten sie Loben und Gut aus. Das negative Moralprinzip, haben sie weiugstens in - dem engen Kreise ihrer Familie auszuüben gesucht, um das positive-Moralprinzip zu erfüllen, bildeten sie gleich mach dem Enle Vereine (nnnn) die durchaus zur Erhaltung der menschlichen Gesellschaft erforderlich sind. — Noch können wir mit Jeremias ausruftn: „Denn nicht verwitwet ist Israel und Iehuda von seinem Gotte, dem Ewigen der Heerschacirrn" (51, 5). Noch strebt es nach der Verwirklichung göttlicher Vollkommenheiten. Durch die Erfüllung beider Prinzipien bildet es noch jetzt die Darstellung einer göttlichen Union. Die sittlichen Vereine bringen moralische Handlungen jeder Art zur Ausführung, die milde Sonne der Humanitätwelche die Wolken der Vorurtheile zu durchbrechen anfängt, wird auch die in seiner Religion begründete, allgemeine Menschenliebe zur Entwickelung bringen, und -es wird inne werden, daß der Bund der Theokratie bestimmt ist, um das Reich GüUes

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