Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 33 (17.8.1850)
- Date
- 1850-08-17
- Page
- Spalte 513-514 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ratnrbtatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JW&3. Leipzig, Len 17. August 1850. In ha lt. Studien. Die Königslehre des Talmuds. Von Dr. 8. L ew ysohn. — Kri tiken. Kurze Uebersichten« Moral rrnd Politik von L. N. Landau. Beurtheilt von M. B. Fri e d e n t h a l. — Luzzatto's Werkchen über Kalenderkunde. Angez. Dr. Zipfer. — lieber einige populär-moralische Werke von Leop Dukes. — Literarische Miscellen. Midrasch Ha-Otijjot. Kalenderrath. Wallfahrten nach Palästina. Von Jul. Fürst. — Ankündigungen. Die Königslehre des Talmuds. Die Hauptquelle für diese Untersuchung ist der zweite Abschn. des Trakt. Sauhedrin und dazu Maimüni JaD ha-Chas. Hil. Melachim. Wir verweisen kurzhin auf diese Quellen und versuchen vielmehr aus den übrigen (freilich nicht allen) im Tatmud zerstreuten Stellen'womöglich ein Ganzes zu bilden. Man bemerke vor Allem, daß jedeBeamtung auf Erden eine göttliche Bestimmung 'ist n’b . UD" N'C&sr |D am )b'0N (Berachot 58 a), die Königsrogicrung ist zugleich erblich (naibo) Düb NY? Ww (Horajet 11b) und allgemein heißt cs (Sebach. 102a): D’poiD Ditfb nbrw D'pDisar'nyaa nnnn ba-p)iD?jn?b? lb. — Die Köttigsregierung wird sogar mit der himmlischen verglichen njtkvi NnDbD NjppTI NHDbo pya(23crad;. 68 a) und indem man vou vornherein zu beten habe., daß man eilten guten König bekomme 'di a?D ~]bü D'Dm CDns narbar (ibid. 55 a), so ist man alsdann überhaupt verpflichtet, für das Wohl des Königs zu beten niabo bw naibara bböno in (Abct 3, 2). Beim Anblick des Königs (selbst eines heidnischen) spricht man folgenden Segen noao ■pa iwnb (Bcrach. 58 a), wie man überhaupt deu König ans ganz besondere Weise hochachtend begrüßen muß Dbob Dl/ttf pbsa (Gittin 62 a). Niemand soll sich entziehen, den König zu begrüßen fnb DIN binar' obiyb Moby ibwp mn nin uni md mv an DDbo n*npb lmna b?N Dpi Nabo ’Dn 'biapb (Bereich. 58 a). Auf die Anrede des Königs muß man das Gebet unterbrechen pD© obipn now Dböb (ibid. 32b) und dieNähe des Königs war die Ursache, daß von einer rabbinischm Vorschrift dispenfirt wurde i2vb ib htih pun ia Dbiüaa niaböb arip Ninar Wü *D?p (Baba K. 83 a). Ueber die Anullirnng vieler mosaischen Gesetze dem Könige gegenüber vcrgl. ausführlich den 2. Abschn. des Tr. Sanhedr» — Die Ehrfurcht vor dem König wird streug anbcfohlen yby niabo nD'N t^nn vbtyb (Mcnach. 98 a). Majestätsverbrecher verfallen der Todesstrafe »Tfibüp öd .Tn noboa tmd WDy b> Naroyb (Sanhedr. 49 a), ihr Vermögen könfiseirt der König zn'vai nobro pnn ~püb (ibid. 48 b) und die Ceremonie der Trauer findet bei ihnen nicht statt maba Unnby pTDDO pN (ibid. H a). Das nnehrerbietige Bewegen der Hände gegen den König zog eine peinliche Strafe nach sich Nbvbwn nwb ipDDl Nniabö“! Nnöw .i'b rn (Pesachim 57 b), ja die Furcht vor dem König war so groß, daß Jemand durch eitlen, in Folge desselben erregten Schrecken eines plötzlichen Todes starb m NiDJN 'JDm “o •TOSl (Daba M. 86 a). Es findet sich sogar ein Beispiel, daß Jemand den Tod sich zuzcg, weil er ungeachtet seines ungelenkigen Benehmens eitle Audienz 6eim König zu erlangen sich erdreistete??no HO «bl fcnai robüpi nipDN? tobta rrDp nw unoa rr»b (Ehag. 5 b). Jene Ehrfurcht gebietet, daß man in Gegenwart eines Königs deri Friedensgruß eines Andern nicht erwiederir darf, jnn “pan Na? di? nao ibü 'isb iDiy n«n iba ■iwb b'N?b WlD ml D?bar -p (Bcrach. 32b). — Der König besitzt zum Schutze seiner Person eine Leibgarde pnao'?n?a pearo mayi D'isno aariv cm iaa -jbo (Aboda Sara 11a), andererseits aber versteht man unter König diejenige Persönlichkeit, die an Nichts Mangel und so gar keine Bedürfnisse hat Dibab *ptf pN ibo (Ketubot 105 b). Zolldcfraudatiouen sind große Verbrechen nnHp?b pNBT N1H Nnoboi N3H (Nedar. 28 a), wie der erste Theil dieses Satzes überhaupt als 33