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Der Orient · 1850-08-03 · 31 (3.8.1850) · p. Spalte 489-490

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
31 (3.8.1850)
Date
1850-08-03
Page
Spalte 489-490 (sequence 5)
Language
German
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490 489 Studien. Die Juden in Olmütz. ms na«) W n?« nahm m-n nb iiL'pQ -isp L'sris tind n« nnp| nas^n nixi? npp * n^n -rn b]3 jjattfrn ■?]") sW'82 t]sss nato nyp D’p^ nr6 ns c® *£ patn»«) jn -sn8 ^2 ' naraaiir-8 np>«2 w.w'j MD "iDNi nmio mb« ^en : na^ity wp MD '»ne^n Literarische Miscellen. Die Juden in Olmütz, ein Beitrag zur Geschichte* der jüdischen Mährer von Dr. Duschak, Rabbiner. Nur wenigen dürste es bekannt sein, daß in den alten lind ältesten Zeiten in Olmütz eine jüdische Gemeinde lebte, die ein Gotteshaus und einen Gottesacker hatte. — Bis zum Jahre 1060 lebten die Juden in Olmütz unter den slavischen Herzogen, welche in der Mitte des 5. Jahrhunderts von Mähren Besitz nahmen, die wenigen noch daselbst befindlichen Quaden vertrieben , und die durch die Völkerwanderung verwüsteten Oerter wieder ausbaueten, in Ruhe und Frieden, vermengt unter den Slaven, ohne Zurücksetzung und Ausliahmsgesetze. , Allein Wratislaw, der übrigens als guter Fürst gerühmt wird, der mehrere Verordnungen und Gesetze zum Wohle seiner Unterthanen herausgegeben haben soll, die aber alle unbekannt sind, befahl im Jahre 1060, daß die Juden, welche unter den Christen zerstreut wohnten, künftighin beisammen wohnen sollen, weil ihnen viele ungerechte Handlungen, als Feuersbrünste, Diebstähle, zugemuthet wurden. Er wies ihnen daher einen Platz in der Vorstadt an (die jetzige Pilten), und legte ihnen eine eigene Steuer auf. Zum Unterschiede sollen sie von nun an einen gelben Fleck auf ihren Kleidern tragen. Jetzt wurde den geächteten Juden in Olmütz alles Unheil in die Schuhe geschoben. Im Jahre 1453 wurden nebst der St. Mauritzkirche und dem Oberringe noch ein großer Zcheil der übrigen Stadt durch einen Brand verzehrt; einige Wochen darauf im März kam in einem Hause auf der Vorburg Feuer aus, welches sie fast ganz verzehrte; das Nämliche geschah auch in einem Hause des Hradischer Abtes, woraus sich das Feuer in einer Vorstadt verbreitete, und die schönen Gebäude des Adels und der Dom- ') Quellen: Pessina Mars Morar. Strzdovsky Sacr. Mo rav. hist und Olinützer Chronik. Herren zerstörte^ Wem konnte man bequemer alle die Feuersbrünste zuschreiben, als — den Juden in der Pilsen? — Ladisla.o, der Sohn Ulberts, gewährte daher die Bitte der Ol- .mützer in folgender Urkunde vom I. 1454. Wir Ladislav, von Gottes Gnaden zu Hirngarn, zu Böheim, Dalmaczien , Kroazien rc. König, Herzog zu Oestereich und Luntenburg, Markgraf zu Merchen und zu Lusitz. Bekönnen und thun kund all-mmänniglich, mit diesen Briefe, daß wir eigentlich gemerkt haben, solche Verderbniß und Beschaerung, so mannichfältiglich den Christen, nnd sonder unser lieben getreuen, den Bürgern und Gemein zu OUmütz, auch ihren unterseffen, von den Juden daselbst zn OUmütz wohnhaften, wiedergungen und beschchen, dadurch Sie in großer Arniuth und Verderbniß kommen sind, und noch vielleicht in großern Armuth und Schaden kommen möchten, ob das nicht wiederkommen wird, utiV daraus in die Länge Unfug entstehen möcht, solchen um zu wiederstehen, so haben wir die Sachen gewegen, und mit zeitigem Rathe für uns genommen, und in unfern Geinüch betracht, und von sondern Gnaden wegen durch Ausnehmung der vorbemelten Stadl, haben wir dieselben unfern Bürgern und Gemein zu OUmütz und ihren Unterseffen solche Gnad gechan, daß wir Sie als ein König zu Boheim, und Markgraf zu Merchen, derselben Juden-daselbst zu Olmütz ganz entladen, und gemüssigt haben, entladen und entmässigen auch wirklich in Kraft dieses Briefes von Böhmisch-königlicher Macht in solcher Masse, daß sich all Juden und Jüdinnen, Jung und alt, keiner ausgenommen, von OUmütz, mir ihrer faxender Hab fügen, und weg ziehen sollen, zwischen hie und St. Martinstag hierkünftig' unverzogentlich, auch sollen die Christen daselbst zu Olmütz die Gemeine und ihre Unterseffe denselben Juden, und andern Juden die bei ihn gewohnt, und sich von ihn gezogen haben, ihr geliehen Hauptguth, welche ihn desnoch schuldig seien, bezahlen und ausrichten, noch unhallung der Gnaden, so wir denselben von OUmütz, und der ihnen vormalcn von der Juden Getdschuldwegen gethan haben, und damit von ihn ledig sein. Wir haben auch den obgenannten unfern Bürgern zu Olmütz aber noch mehr Gnad gerhan, daß wir in alle Judenhäußer, ihr Synakog, und Frydhof verliehen gegeben, und ganz zugeeignet haben, die rnir Christen zu besetzen, und hinfür die Juden in dieselbigen, noch in andern Häusern der obgemeMen unser Stadt Olmütz, zu besitzen, nicht mehr zukcmmen lassen, und sollen und mögen mit denselbigen Häußerhandeln und thun nach ihren und derselben unser Stadt Nothdurft, so daß ihn daß am besten und nützlichsten bedungen wird, an allermänniglichs Irrung, doch in solcher Masse, daß dieselben unserer Bürger daselbst zu Olmütz, uns unfern Erben und Nachkommen Markgrafen zu Mähren, solche Zinse und Zcherid, so uns die bemeldten Juden in unser Kammer jährlich gereicht und geben haben, das ist 40 Schock Groschen, gewöhnlicher und gängiger Münz, in unfern Land zu Mähren, mit samt den Zinse, den die Juden aus dem Neustadtl genannt Winczow, den Juden gegen Ol-

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