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Der Orient · 1850-07-27 · 30 (27.7.1850) · p. Spalte 473-474

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
30 (27.7.1850)
Date
1850-07-27
Page
Spalte 473-474 (sequence 5)
Language
German
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m Kurze Übersichten. — Ergänzungen von Dr. Carmoly. 474, ausgestellt. ' Nach ihm verfiel diese Wissenschaft abermals, selbst der gelehrte Verfasser der viertheiligen Turim, der einen kurzen Auszug zur Abfassung des jüd. Kalenders mit Weglassung aller astronomischen Untersuchungen aus Maim. verfertigte, gerieth dabei in mannigfaltige Jrrthümer, die, da Karo und Isserles nicht einmal Hand anzulegen wagten, fortvestanden, bis später der gelehrte. Verfasser des n"ö dieselben korrigirte. Ist auch die Kalendcrbercchnung heuc zu Lage geregelt, so mangelt es uns nicht destoweniger an Tabellen, woraus wir mit leichter Uebersicht die Zeitabschnitte und Festtage früherer Jahrhunderte anzugeben vermögen, was aber in der Erforschung alter Urkunden und Daten höchst nolhwendig ist. Wie oft legen wir nicht eine noch so gehaltvolle Arbeit bei Seite, weil wir entweder keineVorkenntniß oder keine Lust besitzen, uns in das Labyrinth chronologischer Rechnungen einzulassen. Diesem Mangel sucht Hr. Luzzatto mit benanntem Merkchen abzuhelfen. Da dasselbe nicht so leicht in die Hände der deutschen Gelehrten gelangen mag, so ist es gewiß wünschenswerth, daß es dem Leser dieses geschätzten Blattes in flüchtiger Uebersicht vorgeführt werde, jedoch halten wir es für nothwendig zum bessern Verstänvniß einen kurzgefaßten Begriff der jüdischen Kalenderberechnung vorauszuschicken. Da6 jüdische Kalenderwesen, so komplicirt es auch in der Folge geworden, beruhte anfangs blos auf zwei einfache Grundsätze. Der erste dieser Grundsätze ist, daß dir synodische Umlaufzelt des Mondes 29 Tage, 12 Stunden und T3 * * * 7(f*a Scrupel, oder 29 L. 12 St. 44', 3£" ausmachr. Nach Verlauf dieser Zeit beginnt ein neuer Moled oder Neumond wieder. Solche 12 Mondeswechsel bilden ein Jahr von 354 L. 8 St. und 876 Scrp. (4bf'j. Der zweite Grundsatz ist: Um das Sonnenjahr, welches nach Samuel 365 T. und 6 St. nach R. Adda Scrp. weniger, d. h. Ms L. 5 St. 997-|-f 1) In welchem Verfalle diese Wissenschaft in seinem Zeitalter selbst bei den hervorragendsten Lehrern gewesen, ersehen wir aus dem Geständnisse eines seiner Hauptgegner, der seine Unkenmniß mit der Unwissenheit seiner Lehrer zu entschuldigen suchte und den Kampfplatz auf diesem Gebiete ganz aufgeben mußte. ,rnin m : nnMp 'nß.t's naVin rwn inrot pna!? map tidjdj Ni> a"y *6. 2) fON ^nd* 'r6ap p ioin jaVi NnDDina N^n jgiwi n'yw y ony ddd nins .pa^ bw ntcrnn pw n'pbn pnn yap vyh "om-* rbvbo n\3h — O'p>n ny^. Es biene hier für alle Folge, daß die Stunde in 1080 Scrupel, wovon 18 eine Minute, und der Tag in 24 Stunden eingetheilt wird. Letzterer beginnt stets am Vorabend um sechs Uhr und dauert bis zur selben Stunde des folgenden Abends. Wenn es daher heißt: 1, 1, 18, so bedeutet dies Samstag Abend eine Minute nach 7 Uhr, welches schon zu Sonntag gerechnet wird. Die Eintheilung der Stunde in 1080 Scrp. hat den Vortheil, daß man allerlei Brüche daraus erhält, so z. B £—540; £—360; £—270; £==216; £—180; £=135; £=720; *=108; *=90; iV=72; *=54; *=36; *=27; *=i8; *=12. Scrp. zählt, entweder gänzlich oder doch annahrungsweise mit dem Mondjahre auszugleichen, weil jüd. Festtage nicht blos an die Erscheinung des Neumondes, als auch an das vom Sonnenläufe allein abhängige Neifwerden der Früchte gebunden sind, wurde ein neunzehnjähriger Cyclus angenommen. Dieser bestehet darin, daß 19 Sonnenjahre 19 Mondjahre nebst 7 Monaten d. h. 235 Mondmonate enthalten, wobei nach R. Adda's Annahme gar nichts, nach Samuel 1 St. 485 Scrp. zurückbleibt. Es wurde daher veranstaltet, daß im Laufe dieser Zeit 7 Jahren, und zwar den 111. VI. VIII. XI. XIV. XVII. XIX. sieben Monate eingeschaltet werden, wodurch 19 Mondwie auch Sonnenjahre nach R. Adda 6939 T. 16,St. 595 Scrp. ausmachen, und nach Ablauf dieser Zeit beide Jahresformen zugleich wieder beginnen. Dies sind die zwei Hauptfaktoren der jüd. Kalenderberechnung, wodurch man leicht im Stande ist, den Zeitpunkt genau zu bestimmen, wann der Neumond (pio) irgend eines zukünftigen oder auch vergangenen Jahres einzutreffen hat odir eintreffen mußte. Wie wir oben angegeben, beträgt der synodische Mondeslauf 29 T. 12 St. und 773 Scrp. Rechnen wir 28 T. als vier Wochen ab, so bleibt als 1 T. 12 St. 793 Scrp., um wie viek'der kommegd^ mond später fällt. Wird dieser Ueberrest in einem gemeinen Jahre mit 12 und in einem Schaltjahre mir 13 multiplicirt, und die Wochen davon ausgeschieden, so bleibt bei ersterern 4 &• 8 St. 876 Scrp., bei letzterem wieder 5 L. 21 St. 589 Scrp. .übrig, womit der Neumond eines jeden zu beginnenden Jahres später erfolgt, als der des vergangenen Jahres. (Fortsetzung folgt.) Ergänzungen zu den poetischen E.rcerptcn, die Hr. S. D. Luzzatto in dein Schristchen min» na nchna aus dem Diwan Ichnda ha-Lewi's herausgegcLcn hat. Bon Dr. Carmolh. (Fortsetzimg.) Daselbst S. 73. ..ri'ji njwr^aa mm . ’? ru’?©n rri’priri »eodb ojeos 3) Diese Methode hatte Meton im Jahre 432 vor der chr. Zeitrechnung in Griechenland erfunden; nur berechnete er das Sonnenjahr auf 365* Tage (365, 6, 18', 57"), so daß 19 Sonnenjahre 6940 L. ausmachten, während uus-er Cyclus 6939, 16, 595, also 7-| St. weniger beträgt. Hiparch um das I. 130 v. Chr. kürzte das metonische I. ab, und fetzte den synodischeu Mondeslauf auf 29 T. 12 St. 44', 2£", und das Jahr auf 365, 5, 55', 15" fest, den Monat also mit 50'" weniger.

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